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Der Bierkutscher

Der Bierkutscher

100 Rennradfahrer stehen am Start. Ein kurzes Nicken, ein zaghaftes Hi, Hello und Servus. Viele US Boys, einige Briten, ein paar Jungs aus Norwegen und aus Dänemark. Vor mir reiht sich ein Italiener ein, an meiner Seite ein Pole, hinter mir entdecke ich einen Kanadier auf seinem Tron bike. Die Welt ist am Start. Alles gute Jungs, jeder hoch motiviert, jeder hat das Zeug das Rennen zu gewinnen. Noch 2 Minuten, versuche meinen Puls hochzutreiben, bin im Tunnel.9,8,7,6 Sekunden werden von der Uhr runter gezählt, ich beschleunigen auf 400 Watt, will den Start nicht verpassen, will mich gleich in die Führungsgruppe festsetzen. Es gelingt mir, eine 30 Mann starke Gruppe löst sich vom Peloton. Ich nutze den Windschatten kann mich bei 150 Watt erholen. In den kurzen Steigungen gehe ich in den Wiegetritt um nicht an Geschwindigkeit zu verlieren. Ich reiß ein Powergel auf, nehm ein Schluck aus der Trinkflasche, spüle die Energie in meinen Körper. Ein Epic Race, ein virtuelles Rennen, nur das Summen meines wahoo Smarttrainers und surren meiner Kettenblätter ist zu hören. Ich bin in meinem Keller, der Puls hoch, der Schweiß tropft, die Lunge brennt. Attacken alle Minute, gehe jede Attacke mit, die Gruppe ist stark. Die letzten 10 km geht es den berüchtigten Anstieg hoch nach Alpe d‘ Zwift, dort in den 20 Kehren wird das Rennen entschieden.

Epic Race in der Spitzengruppe, aktuell Platz 8

Die #strombergbuben sind versammelt, in Zweierreihen pedalieren wir in den Stromberg, unser Revier, unsere Heimat. Die Stimmung ist gut, haben uns lange nicht gesehen, haben uns viel zu erzählen. Es geht um technische Details an unseren Rennmaschinen, es geht um unsere Rennziele im Jahr 2024. „Hab‘ gemeldet für La Corima, das Rennen in Montélimar am 17. März,“ ruft Marco in die Runde. Oh, dort bläst der kalte Mistral, erinnert sich Charlie, der alte Haudegen! Das wird geil, und klopfe William, unseren Rookie freudig auf die Schultern. Marc, um zu zeigen das er der Beste ist, gibt jetzt einmal richtig Gas, drückt eine verdammt schwere Übersetzung, setze mich an die vierte Position, suche den Windschatten von Marco. Charlie übernimmt die Führung, erhöht nochmal die Pace, wir fliegen förmlich. Ein Laster überholt uns, es ist ein Kiesel Laster, am Steuer Timo, den kenn ich. Der beste Mann vom Getränkemarkt Kiesel, geh in den Wiegetritt, rase an den Jungs vorbei und sauge mich ran. Timo sieht mich im Rückspiegel, traut seinen Augen nicht. Jetzt nicht bremsen, denke ich. Im sog rase ich auf 70 Stunden Kilometer, was für ein Tempo!

I'm unstoppable
I'm a Porsche with no brakes
I'm invincible
Yeah, I win every single game
I'm so powerful
I don't need batteries to play
I'm so confident
Yeah, I'm unstoppable today

Im Kaffee Kuchenglück kommen wir alle gemeinsam wieder zusammen genießen unseren obligatorischen Espresso. Ich bestelle mir noch einen leckeren Schokoladenkuchen, mit einem Schlag Oberst. „Das war gefährlich Capitano“,ruft Marc mir zu. Klar, vorbildlich war das nicht, hätte ich Timo den Fahrer vom Getränke Laster nicht gekannt, wäre ich das Risiko nicht eingegangen, erkläre ich. Jungs, hab mich für den Ötztaler beworben, erzähle ich um das Thema zu wechseln. Wenn ich einen Startplatz erhalte brauche ich Eure Unterstützung.“200 Km, 5500 Höhenmeter, wenn du Pech hast, schneit und hagelt es in den Bergen, alles schon erlebt,“berichtet Charlie süffisanz. Die #strombergbuben sind dabei, motiviert Jannik mich und der Drei Länder Giro ist unser Aufwärmprogramm….

Bewerbung ist raus

„Hej Basti, warst du nicht hinter meinem Laster mit deinem Rennrad“, ruft Timo am Montag morgen über den Getränkemarkt Vorplatz. „Ja, war schnell unterwegs mit meinen #strombergbuben!“, verdammt schnell!! Gut das ich ein Herz für Radfahrer habe, zwinkerte mir Timo zu. Der Getränkemarkt ist mein Arbeitsplatz. In über 55 Jahren hat die Familie Kiesel einen Mittelständiges Unternehmen aufgebaut. Der Gründer Gerhard ist immer noch „in Charge“. Luise, seine Frau hat immernoch die „Finanzen im Blick“. Im Land der Dichter und Denker, im Land der „Käpsele“ haben sie eine Unternehmer Geschichte geschrieben. Der Vater Rudolf, erster Postauto Fahrer der Stadt macht sich in einer Garage selbständig. Damals waren die „Claims“ aufgeteilt. Wuttke, Pfersich und Kiesel teilten sich die Getränke Gebiete. Der junge Gerhard macht eine Lehre, schnell ist er unabkömmlich, es macht ihm Spaß, die Welt der Teppiche und Linoleum Böden bei Düe Handels GmbH, ehemals in der Stuttgarter Straße, wie er mir bei einem Glas Wein erzählte. Er macht sich selbständig, unterstützt den Vater, gemeinsam finden sie neue Bezugswege, neue Vertriebswege. Die Mutter Doris ist die treibende Kraft, immer tatkräftig, immer an der Front, immer auf dem Bierkutscher. Die Stadt wächst, der Mut wird belohnt. Die Kunden schätzen die Familie, die Zuverlässigkeit, die Produktauswahl. Neue Getränke Märkte kommen hinzu, neue Mitarbeiter, die dritte Generation in Verantwortung, die Vierte steht in den Startlöchern. Verantwortung übernehmen in der Stadt, in der man arbeitet und in der man lebt.

Der Bierkutscher 2024

Auf Platz 10 fahr ich mit meiner Führungsgruppe in den Berg. Alpe d‘ Huez, (Alpe d‘ Zwift ) der Mythos. Dramen haben sich auf den 20 Kehren abgespielt. Jede Kehre ist einem TOUR de France Gewinner gewidmet. Gleich 15% Steigung, meine Muskeln brennen, ich schalte auf das kleine Kettenblatt (sorry Präsidente), gleich werde ich von zahlreichen Konkurrenten überholt. Sie rauschen an mir vorbei als wäre ich mit einem Dreirad unterwegs! Ich bin geschockt, kann nicht mitgehen, muss mein Tempo finden. Platz 30 zeigt mir das Display, die zweite Trinkflasche leer, der Akku auf 5 %. Komm ich ins Ziel? Noch 5 Kehren, links und rechts türmen sich die virtuellen Schneemassen, Steinadler kreisen über den Köpfen, ein Schneehase hoppelt über die Straße. In der Wirklichkeit, der Keller dunkel und kalt, der Schweiß tropft, leichtes röcheln meiner Lungen ist zu hören, das Handtuch vollgesogen, die Beine müde. Es wäre einfach, es wäre ein leichtes, den Computer ausschalten, den Netzstecker vom wahoo Smarttrainer ziehen und duschen gehen. Ich bleib dran, fahr mein Rennen ordentlich zu Ende, der Gipfel erreicht, mit Platz 29 steh ich auf der Finisher Liste. Socken werden mir freigeschaltet, was will man mehr…..

Laufleise radele ich mit meinem Merida Reacto, mein Puls ruhig, atme kühle Bergluft ein, die tiefstehende Sonne spiegelt die Bergspitzen auf der klaren Oberfläche des Reintaler See. Ein atemberaubendes Panorama. In weiter Ferne sehe ich die Alpen. Dort hoch oben über die Höchsten Alpenpässe muß ich in wenigen Monaten den Drei Länder Giro und den Mystischen Öztaler bewältigen. Werde ich das schaffen? Oder werde ich aufgeben, enttäuscht in den Besenwagen einsteigen? Ich brauche die Herausforderung, ich brauche die Challenge, auch wenn ich scheitere! Scheitern gehört zum Leben.

Break down, only alone I will cry out loud
You'll never see what's hiding out
Hiding out deep down
Yeah, yeah
I know, I've heard that to let your feelings show
Is the only way to make friendships grow
But I'm too afraid now

Unser Leben ist eine Reise. Eine schöne Reise. Wir müssen uns Geschichten erzählen. Wo kommen wir her, wo sind unsere Wurzeln? Nur wer sich seiner Geschichte bewusst ist kann die Zukunft gestalten. Eine Unternehmer Geschichte, eine Familiengeschichte, eine Sportgeschichte, eine Freundschaftsgeschichte, manchmal auch eine virtuelle Geschichte! Lasst uns Geschichten erzählen.

Bleibt gesund, bleibt mir treu.

Der Coach (Basti)

Nachlieferung

Das begehrte Öztaler Finisher Trikot,Michel hat Mal ne schöne Sammlung 💪

Piemont

Piemont

Es muss ein Jahr, Ende der 80er, Anfang der 90er gewesen sein. Die „Buwe“ versammelten sich im Hotel Sauer. Zwei Brüder, Joachim, Spitznamen „Effe“ und Christian, genannt „Bruder“. Die Eltern außer Haus, sturmfrei für mehrere Tage. Das Elternhaus wurde zum „Hotel Sauer“ Ich war natürlich dabei und fühlte mich wohl. Aus der Laune heraus, das gute Bier „Schlappeseppel“ ausgetrunken gingen wir in die mit Schmiedeeisen gesicherte Schatzkammer vom Vater und „Effe“ holte einen Gaja raus. Was ich da zu meine: ob der noch Schmecken täd! Schon damals als angehender Weinküfergeselle sagte der Name mir etwas. „Ich glaube der ist teuer,“ stotterte ich! „Scheiss drauf, den machen wir jetzt uff,“ sagte Effe klar und deutlich. In Unverstand und ohne Reue köpften wir die Flasche. Sie war damals schon viel Wert, aber heute unbezahlbar….

mein Piemont

Ich nehme Euch mit, in mein Piemont. 10 % hoch, 10% runter und nochmals 10% hoch, die September Sonne brennt mir ins Genick, ich bin am Limit mit meinem Merida Reacto, diese knallharten Anstiege ziehen einen die Schuhe aus. Aber schön, die Ausblicke ins Tal, in die berühmten sehr gepflegten Weinberge und Haselnuss 🐿️ Sträucher. Noch eine Kehre, am Wegesrande stehen die Reben Spalier, die Nebbiolo Trauben holen sich die letzte Energie, die letzte Reife. Ich geh aus dem Sattel und Gaja taucht vor mir auf! Das berühmteste Weingut Italiens. Welch Erinnerungen werden geweckt. Ich erlebe eine Zeitreise.

Gaja taucht vor mir auf…

Angelo Gaja hat den schweren Nebbiolo ins französische Barrique gesteckt. Er hat Lagen auf seine Weinetiketten geschrieben. Das hat vor ihm keiner getan. Er war ein Pionier, ein Visionär. Heute beim Vorbeifahren fallen mir Sorì Tildin, Sorì San Lorenzo, Costa Russi und ein Cabernet Sauvignon den er „Dammagi“ (Schande) taufte. Ein leckeren Weisswein „Rossj- Bass“ Cuvée aus Sauvignon Blanc und Chardonnay Trauben ist nach seiner Tochter Rosanna benannt – fand ich unheimlich lebendig. Es gibt viele gute Weine, die nur ein Bruchteil Kosten, aber Angelo Gaja war der erste und ein Vorbild für viele junge Winzer in der Welt.

Meine Tour führt mich weiter, über die Hochebene Alta Langa, ich passiere Roddino, Monferrato, genieße die weiten Blicke ins Tal. In der Ferne am Horizont bilden sich die Alpen mit ihren 3000er Gipfeln als Silhouette ab. Herrlich. Mein Ziel nicht mehr weit: Das berühmte Barolo: Wein der Könige und König der Weine. Barolo ist seit 1980 ein DOCG-Wein.

Barolo 🍷

Die letzten Kehren sehe ich vom Berg kommend das Dorf Barolo vor mir. Wie in einem Amphitheater liegen die Weinberge um das Dorf mit den berühmt klingenden Weinlagen Cannubi und Rivera. Ich werde erwartet. Eine Einladung von Marchesi di Barolo. Freudig werde ich von Alex Bonafè in Empfang genommen und ungläubig staunt er über mein Merida Reacto.“Die ganze Strecke mit dem Rad?““Ja, und über die Alta Langa!“

Wir gehen tief in den Keller, die Weinlese hat begonnen. Es duftet nach altem Holz und frisch gepressten Trauben. Wir tauchen ein in die Historie, gehen zurück bis zu den Anfangsjahren Ende des 18. Jahrhunderts, über die Foundation Opera Pio Barolo bis zur heutigen Eigentümer Familie Abbona. Benedetta, Sommelier des Hauses, zeigt uns die Schatzkammer in der die großen Barolo reifen. Wir beenden die Besichtigung mit einer intensiven, launigen Verkostung der Weine, erfahren mehr über die Rebsorten Arneis, Barbera und Nebbiolo.Wir sagen Danke und ja,ich bin ein Traditionalist, der Barolo gehört nicht ins Barrique😉🍷

Ich schwinge mich wieder auf mein Merida Reacto, der Barolo verleiht mir Flügel, die harten Anstiege stürme ich locker hoch, Kette rechts, Druck auf der Pedale,freue ich mir meines Lebens. Steht Barolo auf der Anti Doping Liste?

Bleibt gesund,bleibt mir treu.

Der Coach (Basti)🍷

Zugabe

Giro Barbaresco 🍷 Barolo 🍷 Alba🍷 Guarene 🍷🚴

Arrivederci

1856 Zeder vom Libanon 🌳 Cordero di Montezemolo

Alpe d‘ Huez

Alpe d’Huez

Ich fahr mit meinem Merida Reacto in die 10 % steile Rampe von Alpe d’Huez rein. Meine Muskeln sind auf diese Belastung noch nicht vorbereitet. Die Sonne brennt mir ins Genick, der Schweiß läuft mir in die Augen. Ich nehme die Trinkflasche und spritz mir den Schweiß von Stirn und Nacken. Langsam finde ich mein Tempo, langsam find ich meinen Rhythmus. 21 Kehren, 1132 Höhenmeter sind zu bewältigen hoch in das Skigebiet von Alpe d’Huez 🇲🇫 auf 1850 Meter. Die legendäre Auffahrt der Tour de France. 1952 war Fausto Coppi der erste Triumphator. Jede der 21 Kehren ist einem Rad Champion gewidmet. Die erste Kehre trägt den Namen: Fausto Coppi 🏆

Auigilles d’Arves

Les Sybelles, so wird das Skigebiet in den französischen Alpen genannt. Eingerahmt von den über 3500er Hohen Gipfel der Auigilles d‘ Arves liegt das Dorf Saint Sorrin d’Arves. Unsere Destination. Unser Kurzurlaub im Juni. Es zieht sich, erst hoch zum Col du Glandon, dann noch höher auf den Col de la Croix de Fer (2067 Meter), die untergehende Sonne über den Gipfeln. Ein schönes Panorama. Wir hatten dafür keinen Blick, wir waren gestresst, genervt, wollten nur ankommen. Jetzt noch die steile Abfahrt, das Dorf im Blick, unsere Châlet nicht mehr weit. Endlich nach Stunden im Auto, aussteigen, luftholen, die Tür des Châlet sperrangelweit offen. Ein klopfen, ein zaghaften Bonjour, niemand antwortet. Hinter dem Haus entdecke ich eine ältere Frau beim Gärtnern. Könnte die Dame unsere Vermieterin sein? Ein Salut, ein herzliches Bonjour. Sie warte auf Brokkoli, auf Salatpflanzen für ihren Garten, wie sie uns erzählte. Ein einfaches Haus, in die Jahre gekommen, très francaise würde meine Mutter sagen. WiFi fragte Miri, Oui biensûr! OK, auf meinem Handy hatte ich kein Netz, das französische Fernsehen bekam ich auch nicht zum laufen, die Leselampe nur eine billige Funzel, der rauschende Gebirgsfluss – wir verstanden unser eigenes Wort nicht. Nach Linsen mit Würstchen und einem Glas Rotwein gingen wir müde, gestresst enttäuscht ins Bett. Was sollten wir auch anders tun….

Nach Kehre 20, 19 und 18 finde ich immer besser meinen Rhythmus. Sie sind nach Lance Amstrong (21,19) benannt, der den größten Bluff der Radsportgeschichte schrieb. Mit schmerzverzertem Gesicht das sich zu einer hässlichen Fraze entwickelte fuhr er in den Berg. Er gaukelte Jan Ulrich und Team Telekom eine Schwächephase vor, die den ganzen Tag Tempo machten. Mit seinem kurzen, stakkato artigem Wiegetritt stürmte Armstrong den Gipfel entgegen, gewann überlegen. Ulrich geschlagen und noch schlimmer: gedemütigt!

Der nächste Morgen, auf den alten Betten so recht als schlecht geschlafen. Chablis, ein Mischlingshund aus den Kaparten steht mit der Leine vor mein Bett und will seine neue Umgebung erkunden. Ich muss raus, kein wenn und aber…wir laufen runter zum tosenden Fluss, rauf auf einen Hügel, dort wo die Sonne über den Gipfel aufgeht. Holen uns nasse Füße an einem Bergsee. Auf einem Stein nehm ich Platz, wir genießen das morgendliche Erwachen der Fauna und Flora von Saint Sorrin d’Arves. Herrlich. Nach dieser entspannenden Gassi Runde erreichen wir die Käserei Beaufort. Ich entdecke einen Käse Automaten und ziehe mir kurzerhand einen leckeren gereiften Beaufort. Stolz bringen wir unseren Fang zum Frühstück mit. Elfie und Miri sind begeistert, er wird gleich aufgeschnitten und ratzeputz verspeist. Nach dem Frühstück ins Dorf. Touristenbüro, Souvenir Shop und Tante Emma Laden abgeklappert. (Spüli, Müllsäcke, Toilettenpapier, nichts im Haus, très francaise halt…) Kurzer halt an der vereinsamten Skistation, ein Abstecher zur Kirche Saint Saturnin,jetzt waren wir im Bilde.

Kehre 18, 16 und 15 tragen den Namen Hennie Kuiper, Joop Zoetemelk und Jan Winnen aus den Niederlanden. Sie trugen mit ihren Siegen zum Ruhm und Mythos von Alpe d‘ Huez bei. So das man heute noch vom Holländer Berg spricht.

Gedanken von Jan Winnen

Post aus Alpe d’Huez“ (Covadonga Verlag, 303 S.) auf Deutsch. Es ist keine Biografie im herkömmlichen Format, sondern die philosophische Betrachtung der eigenen Karriere in Briefen. Zweimal siegte Winnen in den 80er-Jahren am mythischsten aller Tour-Berge, darunter als Debütant.

Nun denn“, schreibt er über diesen Julitag 1981, „diese Etappe brachte mich als Rennfahrer dahin, wo ich als Radrennfahrer noch nie gewesen bin.“ Was den Triumph betraf – aber auch die physische Erfahrung. Über seinen (letztlich erfolgreichen) Ausreißversuch etwa sieben Kilometer vor dem Ziel schreibt er: in mir war nichts als eine unendliche Leere. Ehrlich gesagt, hatte ich auch die Lust verloren. Einfach absteigen und in der Menge verstecken, das schien mir die beste Lösung. Meine Muskeln fühlten sich an wie verhedderte Schnüre. Etwa an diesem Punkt endeten alle konkreten Gedanken.“

Das größte Event steigt jedoch in Kehre Sieben. Die nach Gianni Bugnio 🇮🇹 benannt ist. Etappensieger von 1990. Als der niederländische Pfarrer Jaap Reuten 1964 dort zum Skifahren war, konnte er nicht glauben, dass es dort keine Kirche gab. Also ließ er eine errichten, ging dort selbst seinem Beruf nach und läutete beim Sieg seines Landsmanns Joop Zoetemelk 1976 die Glocken. Fortan tat er das bei jedem niederländischen Sieg, acht sind es bis heute. Kristian von der Radbande sendet mir ein motivierendes Video,schaut selbst!

Der nächste Tag stand im Zeichen der Dauphiné. Ein 7 Tage Radrennen, eine gute Vorbereitung für die Tour de France. Fast alle Tour Favoriten waren am Start. Jumbo Visma mit Jonas Vingegaard, Bora Hansgrohe mit Jai Hindley, UAE mit Adam Yates und Bahrain Victorious mit Jack Haig.Und viele weitere Top Team der UCI Rangliste. Start in Port de Savoie führte das Rennen über den Col de la Madeleine, Col du Mollard, an unserem Dorf Saint Sorrin d’Arves vorbei. Dort sollte das Finale eingeläutet werden. Es folgte der 5 km harte Anstieg hoch zum Gipfel, hoch zum Col de la Croix de Fer. Ein Episches Finale.🏁

Ziel 🏁 auf 2067 🏔️ Meter

Nach dem Frühstück schnappte ich mir mein Merida Reacto und stürmte mal kurzer Hand hoch zum Gipfel Croix de Fer. Oben war schon der Teufel los. Die Flame Rouge, der letzte Kilometer, Abspeergitter säumten meinen Weg. Ich ging in den Wiegetritt, meine Hände am Unterlenker wie Pantani zu seiner Besten Zeit raste ich über die Ziellinie. Ich hab schon Mal vorgelegt. Ich gönnte mir einen guten Espresso in der Gipfel Bar, Doping für die Seele.

Col de la Croix de Fer 🏁

Kehre 3 und 2 sind nach Marco Pantani benannt. Er hält den Streckenrekord mit einer Fabelzeit von 37:35 Minuten. Eine Zeit unter der Hochzeit des EPO Dopings! Ich nehm mir noch Mal einen Schluck aus meiner Trinkflasche mit reinsten Gebirgswasser, geh in den Wiegetritt, stelle mir in Gedanken das Finale der Tour de France vor. Hinter mir das Begleitmotorrad mit Kameramann, über mir der kreisende Hubschrauber und vor mir ein Spalier aus tausenden Tifosis. Bernard Hinault, Greg LeMond, Jan Ulrich, Eddy Merckx, Guerini ( nach ihm ist die letzte Kehre 1 benannt) sind an meiner Seite. Hoffentlich werde ich nicht von einem Amateur Fotografen zu Boden gerissen, wie damals 1999 bei Giuseppe Guerini ’s Sieg kurz vor dem Ziel von Alpe d’Huez, denk ich mir. Nein es läuft, vereint im Kampf gegen seine inneren Dämonen, vereint im Kampf gegen seinen inneren Schweinehund, begleitet vom tosenden Jubel der Menschenmassen. Hand in Hand erreichen wir das Ziel.🏁Schön war’s

Bleibt gesund,bleibt mir treu

Der Coach (Basti)

Besenwagen

Ein Kurzurlaub in die französischen Alpen, in ein Hochgebirge von unglaublicher Schönheit. In eine Welt in der Radsportgeschichte geschrieben worden ist, aber auch in einer Welt von satten grünen Wiesen, schneebedeckte Berge, Alpenglöckchen, blau blühender Enzian und weiße Teppiche von Dichter Narzissen. An den Berghängen süße verspielte Murmeltiere, kreisende Steinadler 🦅 hoch über unseren Köpfen. Es pustet den Kopf frei, frei vom Stress unserer Zivilisation.

Ich hab schon Mal vorgelegt …

Meine Zeit am Col de Croix Fer🏁

Destination: Orendelsall

Destination: Orendelsall

„Fahr das Loch zu“, brüllt Präsident Charlie von hinten Michel an. Ich muss innerlich schmunzeln, wir fahren gemütlich an dem Neckar Radweg auf Höhe Heilbronn entlang. Haben schon über 100 km in den Beinen. Sind wie kleine Kinder auf ihren schnellen Rennmaschinen, denk ich mir. Über diese Tour an einem Sonntag im April mit den Strombergbuben möchte ich euch gerne erzählen.

Sind wie kleine Kinder auf ihren Rennmaschinen

Seid Jahren laden Mela und Sven in ihrem Ferienhaus nach Orendelsall ein. Ein kleiner verwunschener Ort in den Hügeln im Hohenloher Land. Es gibt Bier und Wein und Rote vom Grill. Ein idyllischer Ort. So war es uns eine Freude mit den Strombergbuben uns auf den Weg machen zu dürfen. Präsident Charlie, Stefan aus Zaberfed (30 km Anreise) und der Coach trafen sich 8:30 Uhr an der Kuh (Kuriosum, Kunstinstallation) in Bietigheim. Wir hatten 60 km über die Löwensteiner Berge geplant zur Destination Orendelsall. Wir sammelten noch Marc ( 20 Mille, fährt 20.000 km im Jahr) Thomas der Jugendleiter, Michel (bekannt aus einigen gemeinsamen Abenteuern) und Christian (der Youngster) ein. So waren wir 8. Kristian aus Schwäbisch Hall schickte uns seinen Live Standort, wollte uns entgegen kommen. Nr.9. Der Wind blies mir gleich schön ins Gesicht, so versteckte ich mich hinter den starken Jungs.

Qualitätswindschatten

Über Steinheim an der Murr radeln wir ins Bottwartal. Es wurde viel geplaudert, wir hatten uns lange nicht gesehen und uns viel zu erzählen. Es ging natürlich um die technische Details an unseren Rennmaschinen. Da bin ich raus, so möchte ich euch einen Wein Tipp geben. Es ist das VDP Weingut Graf Adelmann ,residiert herrlich auf der Burg Schaubeck in Kleinbottwar. Der junge Felix Graf Adelmann trägt die Verantwortung und er macht es gut. „Herbst im Park“ war der erste Wein Württembergs nach einem französischen Bordeaux Vorbild. Ein Cuvée aus verschiedenen Sorten im im Holz (im Barrique, 225 l kleine Holzfässer aus Französischer Allier Eiche) ausgebaut. Wegweisend. Und der Name Programm. Tiefgründig, warm, lang am Gaumen. Wie der grosse Park auf Burg Schaubeck.Bewacht von Anton IV, der Pfau.

Werden sie schon am ersten Berg attackieren? Etzleswendel und hoch zur Löwensteiner Platte war der KOM ( King of Mountain) zu holen. Ich war gespannt. Marc, Michel und Stefan machten Tempo. Charlie sprang noch an das Hinterrad, ich war raus, schaltete aufs kleine Kettenblatt. Marc erhöhte die Trittfrequenz und gewann den KOM. Er war an diesem Tag von niemandem zu schlagen. Oben wartete schon Kristian aus Schwäbisch Hall und so waren wir jetzt zu Neunt in der Abfahrt. Michel schoss an mir vorbei und bog als erster zum Breitenauer See ein. Ein Naherholungsgebiet. An der Ecke die Winzer vom Weinsberger Tal. Erst gestern ein Cabernet Franc „Edelstein“ zu meinem Rinderbraten im Glas gehabt. Lecker.

Kristian kennt die Region wie seine Westentasche. So passieren wir abseits befahrener Straßen die Dörfer Eschenau,Wieslensdorf und Scheppach und genießen die weiten Blicke ins Hohenloher Land. Ein Espresso Stop in Öhringen kündigt Präsident Charlie an. Im Schatten der evangelischen Stiftskirche Sankt Peter & Paul nehmen wir auf den Bänken Platz. Junge Konfirmanden treten fröhlich aus der Kirche und freuen sich ihres Lebens. Wir genießen unseren Espresso und die ausgelassene Stimmung an diesem Sonntag in Öhringen. Jetzt noch einen gutes Glas Sauvignon Blanc vom Weingut Fürst zu Hohenlohe – Öhringen oder doch einen knackigen frischen Riesling von Fürstenfass? Nein, weiter gehts, immer weiter!

der Limes

In Zweierreihe pedalieren wir aus der Stadt.Wir passieren den Limes, entlang am Golfplatz sehe ich an der Ecke Friedrichsruhe. Einst ein romantisches Jagdschloss – heute eine Gourmet-Hochburg und eines der besten deutschen Wellness-Resorts. So die Werbung. Jetzt haben wir es nicht mehr weit eine letzte Abfahrt, ein letzter knackiger Anstieg. Destination: Orendelsall, die Oase von Mela und Sven. Sie begrüßen und herzlich, Momo der junge Mischlingshund wundert sich der komischen Radfahrer mit ihren Sturzhelmen und verspiegelten Sonnenbrillen. Menschen von einem anderen Planeten, nein nur die Strombergbuben on Tour. Ein Kaffee und ein paar Kekse später verabschieden wir uns. Weiter geht’s immer weiter!

Mit Rückenwind, Stefan mit Dampf in den Beinen macht das Tempo an der Spitze, ich rolle im Radbande Peloton. Ich sitze im Bus. Michel ruft mir was zu, ich verstehe durch den Fahrtwind nur Bruchstücke. Kirche in Cleversulzbach, ….Pfarrer,… Volkslied, Mörike……

Von seinem Cleversulzbach schwärmt Mörike in einem Brief von 1837:

„Im Nebel ruhet noch die Welt,
Noch träumen Wald und Wiesen,
Bald siehst Du, wenn der Schleier fällt,
Den blauen Himmel unverstellt,
Herbstkräftig die gedämpfte Welt
In braunem Golde fließen.“

Eduard Mörike

Immer mehr Erinnerung werden geweckt,tief in meinen grauen Zellen hab ich ein Gedicht gefunden:

Frühling lässt sein blaues Band
Wieder flattern durch die Lüfte;
Süße, wohlbekannte Düfte
Streifen ahnungsvoll das Land.
Veilchen träumen schon,
Wollen balde kommen.
- Horch, von fern ein leiser Harfenton!
Frühling, ja du bist's!
Dich hab ich vernommen!

Ich weiss nicht mehr wann und wo ich dieses Gedicht auswendig lernen musste, aber erstaunlich das ich mit der Radbande durch Cleversulzbach radle und mir jede Zeile wieder einfällt. Ich bin in dem Land der Dichter und Denker, ein schönes Land. Eduard Mörike war mit Justinus Kerner befreundet. Nach ihm ist die weiße Rebsorte Kerner benannt, so möchte ich Euch noch einen weiteren Weintipp geben: aus Besigheim von der Felsengarten Kellerei 2022 Justinus K „Fels“. Kaufen!

Ein letzter Anstieg, ein letztes Aufbäumen. Die Kuppe des Wartberg knallen wir mit Tempo, jeder hat die „Kette rechts, jeder will noch Mal Muskeln zeigen. Nochmal in die Fresse. Ist so nen Männer Ding. Im Tal erblicke ich Heilbronn, die Stadt am Neckar.Wir cruisen in die Stadt, queren die Tramm, passieren den Marktplatz mit Ratskeller, es ist nicht mehr weit zum lieblichen Neckar, mitten in das Herz der Stadt. Herrlich!

Die Segelboote voll im Wind, begleiten unseren Weg am Neckar. Schnell erreichen wir Lauffen, Kirchheim ,Wahlheim und Besigheim. Dort trennten sich unsere Wege, jeder Stromberbub sucht seine eigene Route nach Hause. Ich hatte am Ende des Tages 144 km, Michel 173 km und Langdistanz Fahrer Stefan stolze 244 km auf dem Tacho. Aber jeder hatte Spaß, jeder hatte gute Beine, keinen Reifenschaden und ist sicher und wohlbehalten mit vielen Eindrücken aus dem Hohenlohe Land heimgekehrt.Ein perfekter Tag.

Bleibt gesund,bleibt mir treu

Der Coach (Basti)

Verlängerung

Das Gedicht „An den Mai“ stammt aus der Feder von Eduard Mörike.

Es ist doch im April fürwahr
Der Frühling weder halb noch gar.
Komm, Rosenbringer, süßer Mai,
Komm du herbei!
So weiß ich, was der Frühling sei.
- Wie aber, soll die erste Gartenpracht,
Narzissen, Primeln, Hyazinthen,
Die kaum die hellen Äuglein aufgemacht
Schon welken und verschwinden?
Und mit euch besonders, holde Veilchen,
Wär′ s dann fürs ganze Jahr vorbei?
Lieber, lieber Mai,
Ach, so warte noch ein Weilchen!
Ins Hohenloher Land

Die Tradition Teil 2

Tirol

Familien Urlaub

Ich steh wie einst Tomba la Bomba (Alberto Tomba) auf dem Gipfel der schneebedeckten Berge Tirols, vor mir die steile vereiste Piste. Noch Mal tief Luft holen, die Oberschenkel lockern, die Skistöcke fest im Griff. In Gedanken gehe ich die Rennstrecke nochmals durch, keinen Fehler machen, sonst ist der Fangzaun meine letzte Rettung. Mutig stürze ich mich mit wenigen kurzen druckvollen Stöße in die Abfahrt. Eine schnelle rechts links Kombination umkurve ich dynamisch die Skitore. Wie auf Schienen läuft mein Ski. Tief in der Hocke, die Skistöcke fest in der Hüfte geklemmt, stürme ich den Zielhang, dem Zielsprung entgegen. Miri ruft mir von der Seite zu, ich erwache aus meinem Tagtraum.“Vorsicht, da vorne ist eine Radarfalle“ Hoppla, ich gehe auf die Bremse! Wir sind auf dem Weg zu unserem Familien Urlaub. Genannt: Die Tradition

Franz Klammer ⛷️

Tirol, der Reintalersee, im Herzen der Alpen ist unser Ziel im Februar. Das Alpachtal, das Zillertal, Mayerhofen, der Hinterduxer Gletscher, Traum jeden Skifahrer’s⛷️ Der Familien Urlaub ist nach drei Jahren wieder möglich geworden. Die Tradition, begründet von meinem Schwiegervater Herbie, führen wir fort. Er war ein echter Tiroler, geboren in Schwaz, ein Eishockey Spieler, ein begnadeter Skifahrer, ein guter Stockschütze, ein Jäger und Sammler. Einfach: ein Naturbursche. In der Dachbox sind meine Skating Ski verstaut. Verstaubt nach den Corona Jahren hab ich sie aus dem Keller geholt. Kein Schnee weit und breit. Die Sonne lacht, grüne Wiesen, in weiter Ferne, die Gipfel mit Schnee bepudert. Wo soll ich skaten? Die ersten Rennradfahrer kommen mir im Inntal entgegen. Hätte ich doch zu unserem Skiurlaub mit der ganzen Familie mein Merida Reacto mitnehmen müssen? Ich komme ins Grübeln, ist Skifahren überhaupt möglich? Kann ich die Kinder für Wanderungen und Tourengehen begeistern?

12% Steigung, aber 100% Vorfreude, wenn du in den Rückspiegel schaust, siehst du deinen Alltag! Ich bin auf der Hochstrasse in Richtung Hochfügen unterwegs. Noch 1 Kilometer, nicht gleich durchdrehen steht auf der der Straßenseite, dann erwarten dich 88 km Skipisten. Dort oben gibt es eine Höhenloipe. Dort möchte ich meine ersten Skatingschritte seid 3 Jahren machen. Angekommen auf Höhe von 1500 Meter erwartet uns ein Schneeparadies. Ich hol meine Skatingski aus der Dachbox, Chablis springt freudig aus dem Kofferraum. Ich schnalle ihn an die Schleppleine und wir gleiten der gespurten Loipe entlang. Stetig geht es bergauf, ich komme aus der Puste, es wird steil, sehr steil. Chablis stürmt nach vorne und wie ein guter Schlittenhund zieht er mich den Berg hinauf. Welch fantastische Performance. Es macht Spass mit ihm, dieses Talent kannte ich nicht. Ich genieße die Ausblicke ins Tal.Wirklich eine feine Runde, anspruchsvoll, herausfordernd ,atemberaubend.

Der Schlittenhund 🐕‍🦺

Der nächste Morgen, das krähen vom Hahn unter unserem Apartment am Haflinger Hof wirft uns aus den Federn. Noch leicht verspannt, aber Lust auf den neuen Tag in den Alpen. Wir starten zu einer morgendlichen Gassirunde am Reinthaler See. Ruhig liegt der See in der aufgehenden Morgensonne. Nebelschwaden ziehen mystisch am Ufer entlang. Die ersten Vögel tauchen aus dem Schilf und machen sich bemerkbar. Spuren vom Bieber säumen unseren Weg. Eine spannende, aber auch entspannende Runde.

Am Nachmittag packen wir die Oma ein, es geht zum Speckbauern. Ein Bauernhof auf Höhe von 900 Metern oberhalb Brixlegg. Herzliche Begrüßung im Hofladen, es riecht lecker nach Speck und geräucherten Würsten, mir läuft das Wasser im Munde zusammen. Wir erfahren viel der natürlichen Landwirtschaft, wir diskutieren über Heilpflanzen und ihre Wirkungsweisen. Wir bekommen einen Einblick in das Leben der Bienen. Mir kommt ein Zitat in den Sinn: Sterben die Bienen, stirbt der Mensch. Erhaltung der Artenvielfalt, Erhaltung natürlicher Lebensräume wird hier oben vorgelebt. Mit vielen Eindrücken, Speck und Honig im Gepäck verabschieden wir uns von der Familie Lederer mit dem Versprechen im Juni wiederzukommen. Dann zeigen sie uns unbekannte seltene Kräuterwiesen!

Das mit den Bienen ist nicht etwas, das abstrakt oben in der Atmosphäre geschieht. Es geschieht in unserem eigenen Garten, und das macht uns deutlich, wie groß die Spuren sind, die wir hinterlassen.”

Maja Lunde

Ich bekomm ein Anruf vom Jüngsten: Kannst du mich in Kaltenbach an der Skipiste abholen und nach Innsbruck zum Flixbus Terminal fahren? „Hab‘ mir ein Ticket gekauft, ich möchte nach Hause.“ Immerhin 3 Tage hat er durchgehalten. Ja, mit 15 Jahren kann man bieten was man will, in dem Alter sind Freunde essentiell. So fahren wir nach Innsbruck, wir plaudern ein bisschen hören seine Musik, Deutsch Rapp schallt es aus den Boxen! Auch das gehört zur Erzählung: „Familien Urlaub“

….für immer jung, für immer jung, du musst dich an die schöne Zeit erinnern, denn nichts ist für immer jung…ich werde immer alles geben, für immer jung,ein Leben lang…..

Karel Gott
für Lyam

Am Abend sitzen wir gemütlich beisammen, gutes Essen, gutes Bier, anregende Gespräche, jeder ist beteiligt, jung und alt bringt sich ein. Es geht um den letzten Tag, es geht um das Finale. Alle nochmal in einer Hütte im Skigebiet versammeln, alle noch Mal mit einem gepflegten Einkehrschwung. Wir finden eine Hütte im Skigebiet Hochfügen. An der Piste gelegen, aber zeitgleich mit dem Auto zu erreichen. Die Aar Hütte, im Skigebiet Hochfügen. Noch mal mit den Kindern auf die Piste, nochmal mit Spass, nochmal Tomba la Bomba💪⛷️🏁

Einkehrschwung Aar Hütte

Das war unser Familien Urlaub in den Tiroler Bergen 2023. Schön war’s.☺️ Wo wird der nächste Urlaub sein und werden alle wieder dabeisein wollen? Das weiss ich nicht, aber ich weiss, er endet mit einem gepflegten Einkehrschwung ⛷️🍻

Bleibt gesund, bleibt’s mir treu.

Euer Coach (Basti)

Extra Runde Selfie time

Der Schlittenhund 🐕‍🦺🛷

Söhne Mannheims

Söhne Mannheims
oder auf den Spuren der Brüder Willi & Rudi Altig

Foto Mara Sprenger

Der Winter ist zurück. Es ist der Tag des Schneemann’s. Ein Tag zum Rodeln, zum Skifahren, ein Tag für eine Schneeballschlacht. Kein Tag zum Radfahren. Nein, wirklich nicht, man bleibt daheim in seinen Vier Wänden sonst gibt’s Stürze, blaue Flecken und Knochenbrüche.

Finale Mannheim

Ich stehe auf der Starterliste zum Cyclocross Rennen in Mannheim. Es gibt kein zurück. Auf den heldenhaften Spuren der Brüder Willi und Rudi Altig findet das Rennen im Stadion an der Rennbahn in Mannheim statt. (Willi & Rudi Altig Stadion) Ich verstaue mein Rad, (Specialized S- works) Chablis springt freudig in den Kofferraum, Miri schnappt sich ihre Kamera, nimmt auf dem Beifahrersitz Platz und dreht das Radio lauter. Und, was soll ich euch sagen: aus den Boxen schallte der Song, „Der Weg“ von Xavier Naidoo! Ich hab Bauchschmerzen. Mein erstes Cyclocross Rennen.

dieser Weg wird kein leichter sein

Cyclocross ist eine eigene Disziplin, noch nicht olympisch, (vielleicht bei den nächsten olympische Winterspielen?) aber sehr populär in Belgien und Holland. Dort pilgern Tausende Zuschauer jedes Wochenende im Winter zu den Rennen und bejubeln ihre Idole Wout van Aert, Tom Pidcock oder Mathieu van der Poel. Ein Großes Volksfest. Radsport zum Anfassen. Auf einem Rundkurs von 2,5 km auf welligen Terrain sind verschiedene Hindernisse eingebaut. Kleine Treppenstufen, Sandpassagen, enge 180 Grad Kurven , gefährliche Abfahrten und je nach Wetterlage, matschige, rutschige und vereiste Streckenabschnitte. In denen nur eine Chance besteht, sein Rad zu Schultern und zu laufen, zu rennen. 30 Minuten geht mein Rennen, von Anfang an Vollgas, volle Konzentration, wie bei der Formel 1, der Start entscheidet über Sieg oder Niederlage.

Wir erreichen Mannheim, wir werden erwartet. Charlie, Michel und Thomas von den Stuttgardia’s begrüßten uns herzlich,“na willst heut‘ Dreck fressen“, waren ihre ersten Begrüßungsworte! Unsicheres Schmunzeln….verbirgt meine Aufregung. Dieser Weg wird kein leichter sein. Tapfer sein.

Die Südkurve der Mannheimer Radrennbahn am 4. März 2017, fünfzig Jahre nachdem die Anlage erstellt wurde.

Die Stadt Mannheim, der Verein RRC Endspurt 1924 e.V., und dieses Stadion haben Radsportgeschichte geschrieben. 2 Brüder, Willi und Rudi Altig, waren grosse Radsportler Deutschlands, gingen gemeinsam durch Dick und Dünn. Mehrmalige Weltmeister auf der Bahn, Gewinner des 6 Tage Rennen, Träger des gelben Trikots der Tour de France, Etappen Sieger beim Giro, bei der Vuelta, Sieger der Klassiker Mailand San Remo, Rund um den Henninger Turm und grosser Triumph bei der Flandern Rundfahrt. Was ein Raymond Poulidor, ein Jacques Anquetil für Frankreich, ein Eddy Merckx für Belgien, ein Fausto Coppi für Italien den Menschen bedeutet, das sind die Brüder Altig für Deutschland. Sie sind Helden!

Willi & Rudi Altig

In Ruhe baue ich mein Rennrad zusammen, nochmal die Kette geölt, den Luftdruck der Reifen geprüft. Michel nimmt mich an die Hand, besorgt mir meine Startnummer, heftet die Startnummer ans Radbande Trikot. Zeigt mir wie ich mich warmfahren muss und hat noch wichtige Tipps zum Streckenverlauf. Charlie überprüft meine Bremsen. Nur die Hinterradbremse betätigen, sonst fliegst du auf die Fresse! Ich nicke, bin im Tunnel. Je sui prêt!

Je sui prêt🏁

Ich rolle zum Start. Die Startplätze sind vergeben. Mein Name mit der Startnummer 3 wird als Vorletzter aufgerufen. Danach kommt das Starterfeld der Frauen. Pech gehabt, keine Chance auf den Sieg. Vor mir 30 Rennfahrer die den Weg versperren.

Startplatz ☃️

4,3,2,1 Go….brüllt es aus den Lautsprechern, links und rechts treten alle voll in die Pedale, ein rempler hier, ein rempler dort, es geht gleich richtig zur Sache. Nach der ersten Runde im Stadion führt die Strecke auf dem schmalen gesteckten Parcours raus über eine Unterführung mit anschließendem Berg-Sprint. Auf der Hälfte springe ich vom Rad, werf das Rad auf die Schulter und sprinte die vereiste Strecke unter den Rufen und Klatschen der vielen Zuschauern hoch. Danach kommt die gefürchtete Sandpassage. Vor mir legt sich einer gekonnt auf die Fresse, ich kann gerade so durch den tiefen Schnee ausweichen Ich muss jetzt tief gehen, meine Muskulatur übersäuert. Locker bleiben, jetzt die gefährliche Abfahrt, wieder rein ins Stadion. Die Konzentration hoch. Nur keine Angst zeigen. Mit Tempo über zwei Hindernisse. Hüpfend. Miri ,Charlie Michel feuern mich mit einer La Ola Welle an. Ich hab Spass,wir haben Spass!

Applaus von den Rängen im Willi & Rudi Altig Stadion. Ausgepauert, aber glücklich mit einem Lächeln im Gesicht überquere ich die Ziellinie. Ein gutes Rennen, ein Kult Rennen, ein Rennen auf den Spuren von Willi und Rudi Altig. Danke an meine Betreuer Charlie Albrecht, Michel Langjahr und Thomas Fischer. Sie haben mir die Unterstützung und Sicherheit gegeben, die ich brauchte um den schweren Parcours mit Bravour zu meistern. Danke.

Bleibt gesund, bleibt mir treu.

Euer Coach (Basti)

die zweite Luft von Charlie Albrecht 💪☃️🏁

Siegerehrung 🏆

Ist gar nicht so schlimm, wie es aussieht……. , es ist wesentlich schlimmer😉. Das Rennen dauert normalerweise 40 Minuten, aber es wurden nur 30 Minuten ausgetragen. Egal, ob Du alles sauber durchfahren kannst oder eben 80% wegen dem Schnee schieben oder mit den geschulterten Rad rennen musst. Wir haben sage und schreibe unter Vollgas in knapp 30 Minuten nur 5,15 km geschafft. Das hat dann auch den Vorteil das man beim Rennen 🏃‍♂️ statt 🚴‍♀️ nicht stürzt 😀 Thomas 2🥈, ich 11 (Charlie) und Michel 17 🚴🏆🏁

Thomas, Michel, Charlie (die Stuttgardia’s)
geboren 67 im Landsknechtweg

alte Haudegen 🚴 by @ludwigdieerste 📷FOTOS VON NINA LUDWIG PHOTOGRAPHY

La Ola🚴🥰

There is a Chapel in Kansas

Eine Stadtführung auf leisen Hundepfoten

Alter? 73

Fühl mich schlapp, Halzschmerzen, die Nase läuft. Die Luft ist dünn. Eine schöne Erkältung hab ich mir da eingefangen. Nach 3 Jahren Mal wieder eine Auszeit. Höre mir eine neue Schallplatte von Bruce Springsteen an, gerade läuft „Nightshift“. Chablis stupst mich an, steht mit der Leine am Sofa. Und nun? Bleiben wir hier, gehen wir raus? Was machen wir? Am liebsten hätte ich ihm die Tür geöffnet, wie damals mit meinem Hund Cassaro (ein sehr schöner Irish Setter) den ich in meinem Dorf frei laufen lassen konnte. (Frei laufen ließ😉) Cassaro machte sich selber auf Tour, bis erboste Dorfbewohner anriefen: Ich soll meinen Scheiss Hund aus ihrem Vorgarten XY abholen. Unsere Rassehündin ist läufig, brüllten sie ins Telefon! Es waren andere Zeiten…..OK, denk ich mir, dann werde ich ihn Mal begleiten, Mal sehen wo er hin will. Er hat freie Hand. Versprochen. Eine Stadtführung der besonderen Art. Seine Stadt, sein Revier!

Hol dein Scheiss Hund ab, unserer geliebter Cassaro

In dieser Stadttour werde ich für Euch auch immer Mal wieder mein Jahr 2022 Revue 🎉 passieren lassen. Ein Blick in die Zukunft, aber für mich eine wunderbare Reise in die Vergangenheit. Mit vielen emotionalen Höhen, mit viel Lachen, Umarmungen aber auch zahlreichen Tränen. Angefangen mit der Geschichte: Stand by me

Der erste markante Stein ist an der Ecke der Hillerschule. Dort lässt er sich immer viel Zeit, versucht die Spuren zu lesen und zu guter letzt wird das Revier neu markiert. Er zieht mich weiter zu den GRAUEN PFERDEN, eine Skulptur vom Künstler Jürgen Goertz. Frührer im Mittelalter stand dort eines der Stadttore. Heute mit dem Visconti Haus, (Antonia Visconti war eine reiche Mailänder Gräfin, die im Mittelalter viel für die Stadt leistete), dem Hillerplatz ein gelungener Blickfang für die zahlreichen Touristen. Ein kurzer Blick in den Innenhof des Schlosses, kein Interesse, eher die Skulptur „Pavian“ erschaffen von Fritz Melis erregt seine Aufmerksamkeit. Wir schlendern, er schnüffelt weiter, die Fußgängerzone in Richtung Rathaus. Wir passieren das Hornmoldhaus, er läuft gezielt auf den Marktplatz, ich weiss schon, vielleicht findet er noch einen Brocken Döner mit Soße oder einen Pizzakarton. Könnte ja noch eine Pizza versteckt sein. Er ist ein Meister darin. Zu seinem Geburtstag versteck ich auch immer einen kleinen Döner. Diese Freude und stolz kann man in Hunden Worte nicht beschreiben. Ich setze mich auf einer der Bänke unter den Platanen, den Blick in Richtung Rathaus aus dem 16. Jahrhundert. Ja, der Wein und die günstige Lage an Enz und Metter hat die Stadt reich gemacht.

Alles im Blick

Im März stand mein erstes grosses Rennen wieder an. Die „La Corima“, 144 km durch die schönen Hügel der Drôme Provencal. La Saison commence ici.🏁 In Deutschland war man noch sehr strikt der Corona Massnahmen, aber in Länder wie Spanien und Frankreich vielen die Schranken! So stand dem Race in Montélimar/Provence nichts mehr im Wege. Hier die kleine Geschichte dazu: Ich bin wieder hier.

Nach dieser kleinen erholsamen Pause zieht mich Chablis weiter in die Stadt. Oh, er biegt ins Hexenwegle ein. Was er dort nur will? Eigentlich laufen wir auf der alten Stadtmauer entlang. Sie schütze nicht nur vor Räubern und Gesindel auch vor dem Wasser der Metter. Erreichen den Japangarten. Erwin Belz ein Bietigheimer Arzt wurde in Japan zur Legende. Er brachte die westliche Schulmedizin nach Japan, eine noch heute verehrte Persönlichkeit. Der Park ist klein, so für Chablis nicht wirklich von Bedeutung, aber 50 Meter weiter kommt der Overland Park (genannt nach der Partnerstadt aus Kansas,USA) und in Sichtweite die Enz mit alter Enz Brücke und dem kleinen Wasserkraftwerk. Hier ist immer was los, im Sommer Tummelplatz ausgelassener Partys junger Schüler. Auch deshalb so interessant für unsere Dönerspürnase…

Die Enz

Der Frühling kehrte jetzt auch nach Deutschland und mit meinen Jungs von der Radbande nahm ich am Lichtenstern Rennen teil. Klar, ne Geschichte durfte nicht fehlen! Mein 50. Geburtstag auch nicht mehr weit. Ein schönes Familien und Freunde Fest unter der alten Linde beim Maddin. Danke. Meine Geburtstags Rede hier und jetzt zum Nachlesen:

Liebe Familie, liebe Freunde, schön ist es hier zu sein. Hier in meiner alten Heimat,in Rottenberg oder auch Rollermisch gerufen, unter der alten Linde im Biergarten beim Maddin. Wer hätte gedacht das mein 50. uns so wieder zusammen kommen lässt. Danke das ihr den weiten oder auch nahen Weg auf Euch genommen habt. Heute bin Ich nicht der Capitano,  lieber Charlie, ich bin nicht der Coach lieber Dari, ich bin nicht der Herr Holler, lieber Matthias! Hier  bin ich der Basti und das tut gut. Hier bin ungeschminkt, muss nicht flunkern, ich muss mich nicht besser machen als ich bin. Viele Freunde sind heute hier, darüber bin ich sehr glücklich. Besonders begrüßen möchte ich Felicitas, geboren am 4. April 2022. PUNKTLANDUNG. Alles richtig gemacht liebe Anne, lieber Max. Geboren in Afrika unter einem guten Stern. Dann mit 6 jahre sah ich Rottenberg und den ersten Schnee. Super. Mit diesem Dorf verbinde ich viel. Ich bin ein Träumer,ein Hans Guck in die Luft, wie man so schön sagt. Ausser auf dem Sportplatz, lieber Trainer Herbert. Das kannst du hoffentlich bestätigen. Ich vermisse Freunde, ich vermisse heute Familie. Aber sie sind da. Das fühle ich. Ich sehe meinen Vater in grosser Form, mit seinem Schlapphut, ja nur den Tatar mit Ei konnte mann bei der Maria bestellen, schwelgt er in höchsten Tönen, mein Schwiegervater Herbie sehe ich mit den Jungs Samu, Levi und Lyam sitzen und eine Vogelbeere einschenken, vielleicht wäre  mein Schulfreund Olli vorbeigekommen und drüben sehe ich Emilia mit  Kindern  spielen. Jeder hat seine Lebenszeit, seine Lebenenergie. Zeit ist manchmal so bedeutungslos. 5 Minuten können intersiver sein als 10 Jahre. Wir sind verbunden und das auch über den Tod hinaus. Alles passiert nicht zufällig. Jeder kann sich an eine besonderen Moment mit mir Erinnern, manchmal lustig, witzig, manchmal langweilig spannend, manchmal aber auch traurig. Der ein oder andere hat mich auch mal auf den Topf gesetzt wie es gerne mein Bruder Max formuliert. Und das war gut so! 5 Jahrzehnte, 70er mit meinem Rad aus dem Müll, die ersten Gehversuche am Boppengraben, die 80er unbeschwert, nur Fussball im Kopf. Nur Fussball im Kopf. Die 90er, Generation Golf, drüben in der Georg Blass Strasse habe ich die Laterne mit meinem Golf mitgenommen. Das Millenum mit Freunden auf Sylt , mit den Buwe, war das eine Sausse! Die 00 er Jahre auf der Suche nach dem Sinn des Lebens. Dann am Nikolaustag 2007 auf der Weihnachtsfeier des TSV Kleinsachsenheim bin ich wieder auf die Erde gelandet. Die Worte meines Schwiegervater Herbie noch im Ohr: ich erschiesse dich, solltest du jemals meine Tochter nicht gut behandeln! Wie könnte ich, meine grosse Liebe Miriam Holler, geb Wöll. Die 10er jahre, ich spreche auf einmal schwäbisch und baue ein Haus,hab einen Ring am Finger, auf einmal werde ich Coach gerufen, was für eine Wandlung, nur der Windschatten der Strombergbuben kann mich retten. Heute schwelge ich von der Vergangenheit, lasst uns erinnern Anekdoten erzählen zusammen lachen, zusammen tanzen, zusammen weinen, ein hoch auf unser gemeinsames Leben. DANKE das ihr meine Familie seid, meine Freunde. Morgen haben wir auch eine Zukunft (nach dem ersten Kater) dann beginnen die 20er. Ein hoch auf das Leben.
P.S. ja, die schönen, intensiven und unvergessen Stunden am Tresen im Biströe hab ich ausgeblendet,sorry

Wir queren die Alte Enz Brücke. Linker Hand kommt der Enz Pavillon, an der Ecke der schöne Biergarten und auf der rechten Seite eröffnet sich der Blick in die Enz Auen mit Sicht auf das Eisenbahn Viadukt, das Wahrzeichen der Stadt. Chablis weiss nicht so Recht, ich glaube, hier endet sein Revier. Wir verweilen noch ein wenig im Park und schlendern zurück über die Enz Brücke und treffen auf das Ku(h)riosum, auch eine Installation vom Künstler Jürgen Goertz. Damals wohl ein grosser Affront gegen die Stadtoberen. Das Hinterteil der Kuh zeigt wohl nicht umsonst in Richtung Rathaus!

Hier endet sein Revier

Im den heißen Monaten Juni, Juli und August ist folgendes passiert: in der Geschichte ‚“sunday bloody sunday“ hab ich unser einmaliges Radsportcamp in den Vogesen mit unseren französischen Freunden aus Valréas verarbeitet und wer wissen will wie die Deutschlandtour in Stuttgart ausgegangen ist, empfehle ich: „Der Streckenposten‚😜

Chablis biegt wieder auf die Fußgänger Zone ein, leichte Musik klingt aus den netten Caffée’s, ich swinge und summe im Takt, „Don´t play that song for me… an der Ecke, der Metzger und Bäcker, war klar, für mich ein süßes Stückle von der Bäckerin und von der Metzgerin bekam Chablis ne‘ schöne Scheibe Wurst! So werden Beziehungen gepflegt.

Der September war unser Urlaubsmonat, nach dem heißen Sommer tat die Auszeit richtig gut. Zum Nachlesen, wer sich auch mit der Rente beschäftigt.☺️ Auf der Suche nach Atlanterra!

Das Untere Tor, das letzte erhaltene Stadttor passieren wir mit dem Schlachtruf: „hie gut Württemberg alleweg“. Wir laufen am Fräuleinsbrunnen vorbei, verweilen ein wenig, die Nixe oder Melusine genannt soll wohl magische Fähigkeiten besitzen und verleiht zu Glück und Reichtum. Chablis spekuliert natürlich auf einem Döner der vom Himmel fällt.

der Ofen mit Rebholz geschürt

Chablis’s Blick geht zum alten Backhäusle. Er sieht Licht, er sieht weissen Rauch aufsteigen! Der Ofen mit Rebholz geschürt, es wird wieder gebacken. Volker der Hobbybäcker begrüsst uns herzlich und kleine Schmankerln holt er frisch zum probieren aus dem Ofen. Lecker. Es ist schön, das alte Traditionen zum Leben erweckt werden. Gemeinsam Brot backen gemeinsam Traditionen bewahren. Altes Wissen.

Viele schöne Einladungen habe ich bekommen.Viele waren unerwartet, aber umso freudiger. Klar ist jeder seinen Weg gegangen, hat Familie, Beruf und neue Heimat gefunden. Gerade durch die Gespräche in lockeren ausgelassen Runden sind so viele Emotionen und Erinnerungen geweckt worden. Oft haben wir Tränen gelacht. Ungläubig mit dem Kopf geschüttelt und der häufigste Satz: Das du das noch weisst! Herrlich. Eine Einladung muss ich noch besonders hervorheben. Es war das Klassentreffen unserer Grundschule von 72/73 im Oktober. Nach 40 Jahren gemeinsam wieder vereint in unserem Klassenzimmer, es hatte sich nicht viel verändert. so war die Zeitreise wohl auch für meine Klassenkameraden sehr besonders. Wir waren alle angefasst. Den gemeinsamen Weg zu meinen tiefsten Dämonen, in das Weingut meines Großvaters war getragen der vielen guten Gespräche und der positiven Energie meiner Freunde. Danke.

Der 20. November 2022 wird mir noch lange in Erinnerung bleiben. (Es wäre der 80. Geburtstag 🎂 meines Vaters gewesen, schade das ich ihm nicht mehr davon erzählen kann) Die 162. Weinversteigerung von Hospice de Beaune begann und ich war mittendrin dabei. Eine Ehre und Ritterschlag. Klar mußte ich am Morgen um 8:00 Uhr 100 der berühmtesten Weine der Côte d’Or probieren. Ich war tapfer! 28. Millionen € wurden von Sotheby’s an diesem Sonntag erlöst. Darauf einen Crémant de Bourgogne🥂 oder doch lieber einen Bâtard Montrachet 🍷

Unerwartet biegt Chablis in die Schieringer Strasse ein, die Prachtstraße im Mittelalter, hier stehen die schönsten Fachwerkhäuser in den herrlichsten Farben, prunkvolle Ornamente an den Fassaden, mit mächtigen Eichentüren als Blickfang. Aus Kalk und Russ wurde Grau, aus Kalk und Eisenoxid Rot und die teuerste Farbe Ocker gewann man aus einem Pigment von den Steingruben der Lausitz. Die Modefarbe der Renaissance. Sehr chick, sehr teuer. Chablis hat dafür keinen Blick, er reibt nur seinen Körper am gegenüberliegenden Efeu. Markiert. Ja, die Schnauze oben, nimmt er Witterung auf, jetzt hat er Zug auf der Leine. Ich stolpere den gepflasterten Burgweg hoch. Passieren in windeseile Kelter und Stadtkirche aus dem 14.Jahrhundert. Diese Schleichwege durch die kleinen pittoresken Gassen der Altstadt kannte ich noch nicht. Es riecht nach Most, frischem Sauerkraut und lecker Zwiebelkuchen. Der Stadtbesen ist geöffnet! Ok, versprochen, ist versprochen, wir stürmen rein, Chablis schluppt unterm runden Tisch. Einen trockenen Riesling vom Schalkstein für mich und eine Schlachterplatte für meinen Stadtführer, bestelle ich bei der flinken Bedienung. Zufrieden und wohlwollendes Nicken unterm Tisch.

one Love – diversity wins🛫

One Love – diversity wins, mit diesem Slogan flog unsere Nationalmannschaft nach Qatar zur Weltmeisterschaft. Und ich hatte auf einmal 20 junge Männer, geflüchtet aus Syrien, Afghanistan, Türkei und Georgien, auf einem alten Bolzplatz hinter der Schule, um mich geschart. Ich war wieder DER COACH! Viele Freunde haben für mich ihren Kleiderschrank geplündert. Danke für Schuhe und Sportkleidung. Es ist ein gutes Gefühl wenn man geben kann. Ein Alphonso Davies (geboren im Flüchtlingslager Buduburam), ein Vedad Ibisevic (Bosnienkrieg) oder ein Mahmoud „Mo“ Dahoud (geflohen aus Syrien) sind nicht unter den geflüchteten Spielern. Sie können alle nicht kicken, aber sie haben Herz und Leidenschaft! Was will man mehr.

Frohe, besinnliche, vor allem friedvolle Weihnachtstage. 🎄 Ein gutes Neues Jahr 2023🎉🪅🧨

Bleibt gesund, bleibt mir treu. Euer Coach (Basti)

Verlängerung

Niemals geht man so ganz….
Hoch soll er Leben🎉
Immer wieder gerne,euer Flying winemaker 🍷
Impressionen 2022 der Radbande im Stromberg, genannt die #strombergbuben 💪
Mein Abschluss,was ich noch zu sagen hätte

Lichtenstern 🌠

Lichtensterntour

oder

mein Weg nach

Kleinsachsenheim

Mit Felix und Marc von den Strombergbuben nehme ich an der RTF Lichtenstern Radtour teil. Es wird ein heisser Tag im Mai. Pünktlich um 8:00 Uhr treffen wir uns im Pausenhof des Gymnasium Lichtenstern in Sachsenheim , schreiben uns in die Starterliste ein und gehen gemeinsam auf die 138 km lange Schleife durch den Stromberg und Kraichgau. Die Strecke ist gut ausgeschildert. Wir passieren Unterriexingen, biegen hoch nach Markgröningen, die Schäferlauf Stadt ein. Im Segment nach Hochdorf macht Marc richtig Druck und holt sich den ersten KOM an diesem Tag. (King of Mountain) Ich lass es noch gemütlich angehen. Marc und Felix lassen mich nicht stehen und ziehen mich im Windschatten am Hügelgrab der Kelten vorbei. Weiss auch nicht warum ich gerade jetzt an meine Anfangszeit in dieser Region denke. Aber es ist alles wieder so präsent. Und das ich mal auf Hoher See mit der MS Vistamar alle Sachsenheimer Bürger in der Bietigheimer Zeitung grüßte, da konnte ich nicht mal im Traum dran denken, dass mein Lebensmittelpunkt und meine grosse Liebe dort in diesem Dorf sein werden.

Es war der Nikolaus Tag 2007 auf der Weihnachtsfeier des TSV Kleinsachsenheim der mein Leben ein neue Richtung geben sollte. Ich war mit einer Delegation aus Valréas, der Patnerstadt aus Südfrankreich, eingeladen. Und mir gegenüber sass ein hübsches Mädchen. Wir kamen ins Gespräch. Sie lobte mein gutes Deutsch. Ich tat noch ein bisschen geheimnisvoll, so hab ich ihr Interesse wohl geweckt.

ein hübsches Mädchen 😍

Eine schnelle Radgruppe schliesst auf und macht mächtig Tempo. Wir nehmen Geschwindigkeit auf und folgen dem Peleton, passieren Vaihingen an der Enz, elegant führt der Radweg durch die Stadt, nehmen Kurs auf Ensingen. Heimat der Ensinger Sport Quelle. Mein Puls geht über 150 Schläge in der Minute. Kein gutes Zeichen. Ich lass abreissen. Marc und Felix zeigen an der Spitze noch ein paar Muskeln, aber sie lassen mich nicht aus den Augen und nehmen das Tempo raus. Ich kann wieder den Qualitatswindschatten der Strombergbuben nutzen!

eine RTF oder doch ein Rennen🚀

Was hatte ich schon zu verlieren? Konnte ja nur gewinnen! So packte ich mein Bündel in Valréas und zog in die Gerokstrasse ein. Ich bekam eine neue Familie. Herbie, der Vater begrüßte mich wie einen verlorenen Sohn und Elfie, die Mama schloss mich in ihr Herz. So wurde der Start in mein neues Leben mir sehr leicht gemacht.

eine Familie aus Kleinsachsenheim

In Häfnerhaslach der erste Verpflegung Stopp. Wasser zum auffüllen der leeren Trinkflaschen, Bananen, Äpfel, Müsliriegel für den schnellen Hunger. Lars und Christian von den Alpentretern kreuzten unseren Weg und fuhren ein paar Meter mit. Sie waren der Anfang meiner Radsport Leidenschaft . Die Allstars nahmen mich damals als Rookie in ihr Team auf. Eine gemeinsame Reise nach Valréas mit dem Angriff auf den Mont Ventoux bleibt eine schöne Erinnerung.

Die Alpentreter💪

Herbie war im Dorf gut vernetzt und stellte mich seinen Freunden vor. Er war Gründungsmitglied und Vorstand der Stockschützen aus Hohenhaslach. So versuchte ich mich auch mal bei diesem Stockschiessen. Grosses Talent hatte ich nicht. Machte auch nichts, der gesellschaftliche Teil bei einem Glas Hohenhaslacher Kirchberg mit seinen Freunden war der Grund unseres Spieles. Ab und an lief er kurzerhand in die Küche und bruzzelte uns allen ein leckers Steak. Darin war er ein Meister. Lecker.

Wir passieren den Ottilienberg, ein alte Kultstätte. Uns überholten genervte Boschler: eine Radsportverein der Firma Bosch. Was für eine komische Radbande wir wohl seien und ihnen nicht gleich den Weg frei machen? Wir sind die Radbande aus dem Stromberg, genannt die Strombergbuben, riefen wir ihnen locker nach😉 Später sahen wir sie wieder, hatten sich verfahren! 😜

Das berühmte Kloster Maulbronn war unsere letzte Verpflegungsstation. Nochmal Trinkflaschen füllen, ein Apfel sollte reichen für die letzten 30 km. Der Anstieg von Sternenfels hoch nach Häfnerhaslach war die letzte ultimative Challenge. Links und rechts entlang der Serpentinen sah ich erschöpfte Radsportler. Ja, mit 1800 Höhenmeter hat diese RTF, geplant und durchgeführt von den Schülern des Lichtensterngymnasium, es ganz schön in sich. Nur mit einer starken Mannschaft, mit Edelhelfern und Wasserträgern kommt man entspannt ans Ziel. 🏁 Marc, genannt 20Mille (fährt 20.000 km Rad im Jahr) zog mit grossem Kettenblatt noch locker an mir vorbei. Er hatte noch nicht genug. Er wollte mehr. Über welliges Terrain hielten wir Kurs auf Sachsenheim. Felix, genannt Ganna (nach Filippo Ganna von Ineos Grenadier) pedalierte abwechselnd mit Marc im Wind. Ich, luschend am Hinterrad. 😜

Das ich jemals diesen Blogeintrag über eine TOUR Lichtenstern in Sachsenheim schreiben werde, verdanke ich Herbie, Elfie und Miri. Sie gaben mir den Halt im Leben den ich damals brauchte. Sie nahmen mich in ihre Familie auf. Eine Familie aus Kleinsachsenheim. DANKE.

Bleibt gesund, bleibt mir treu. Euer Coach.

Verlängerung

die Tour zum nachfahren
1800 Höhenmeter

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