Autor: Sebastian Holler Seite 1 von 7

Tour de France oder Gold aus Valréas 🏅

2025

Gold aus Valréas 🏅 🇫🇷

Anfang des Jahres stand der Postbote mit einem unerwarteten Päckchen vor der Tür. Eine Überraschung von einem Freund aus alten Jugendtagen. Gemeinsam haben wir einen gepflegten Doppelpass beim TSV Rottenberg gespielt. Er hat mich nicht vergessen, auch nach so vielen Jahren nicht. Wir waren jung und schön. Wir waren “Die Buwe”. Ein neues Standard Werk über die Tour de France von Stephan Klemm war in dem Päckchen mit einer Widmung: Für Boom – Basti, Vive le Tour. Ich war gerührt, unwissend hat Erik mir eine große Freude bereitet. Im Sommer stand meine ureigene Tour nach Valréas an. Jeden Tag 200 Kilometer zur Partnerstadt von Sachsenheim in die Haut Provence, zum Gipfel des Mont Ventoux, zu meinen französischen Freunden, zu meinen Rad Helden, zur Tour de France. Davon und noch vieles mehr möchte ich Euch in meinem persönlichen Jahresrückblick erzählen

Micha bist du dabei, ich brauche Dich, ich brauche deine Motorrad Begleitung? Wie die Eskorte bei der Tour de France. “Ja klar, mit meiner BMW kann ich sogar dein Gepäck transportieren und dir Geleitschutz geben.” Stephan von der Radbande hat auch zugesagt. Er fährt 20.000 Kilometer im Jahr und hat einen großen Motor. Mein Edelhelfer, mein Wasserträger, wie man in der Radsprache sagt. Diese Hilfe war wohl auch bitter notwendig, aber davon wusste ich in der Vorbereitung Gott sei Dank noch Nichts.

Dominik, Max habt ihr Lust mit mir einen Podcast aufzunehmen? Hatte ich sie mal an einen Samstag angequascht. Ja cool, wir hören selbst gerne. Um was soll es gehen? Wir probieren Wein und reden darüber, jeder mit seiner Erfahrung, jeder mit seiner ureigenen Meinung . Dominik du bist der Getränke Profi, Max du bist der Leergut Junge mit der feinen Zunge und ich bin der, der in der Weinabteilung kruschtelt….So sind mittlerweile über 20 Podcast Episoden entstanden! Es ist mir immer eine grosse Freude mit den Jungs einen Podcast aufzunehmen. Auf allen Streamingdiensten zu hören 🎧 Wein hat kein MHD

Einer unserer ersten Podcast 🎙️ Aus dem Ochsen Schorle Glas mit Roland von den Winzer vom Weinsberger Tal

Die beste Vorbereitung für die Tour de France sind die Frühjahrs Klassiker wie Mailand San Remo, Amstel Gold Race oder Paris Roubaix. Und für mich stand La Corima, das Radrennen in Montélimar im Kalender. Wie es mir und meinen Rad Freunden von der Radbande im Stromberg erging könnt ihr im Blogbeitrag “Wind of Change” nachlesen

Valréas 🇫🇷

Das Frühjahr war auch geprägt von vielen schönen Arbeiten im Weinberg. Wie ihr wisst bin ich wieder Winzer geworden. Nun, kein fränkischer Winzer mit Rebsorten Riesling & Silvaner, sondern ein Steillagen Winzer in Kleiningersheim mit den typischen Rebsorten Trollinger & Lemberger. Ein Rosé wurde abgefüllt, verkorkt, etikettiert und mit einem Siegel verschlossen. Natürlich habe ich die Rosa Rote Winzer Brille auf, aber für Euch habe ich eine Wein Kritik von meinem Chef Gerhard Kiesel herausgesucht.

Ich bin Winzer🍷
Instagram:Mission.Grand.Cru

Feiner Frühlingsduft in der Nase
Angenehm zu trinken feine Saüre leicht Mineralisch Weinberg Boden im Abgang trockenes Flussbett
Gutes Trinkgefühl verlangt nach mehr

Gerhard Kiesel

Eine Auszeit mit der Familie musste natürlich auch sein. Einen kleinen Blogbeitrag habe über diese Erholung in den Tiroler Bergen mit dem Titel Mei.Auszeit geschrieben

So frisch wie der Rosé🍷Santé

Der Sommer kam in grossen Schritten und meine Tour de France mit 1600 Kilometer immer näher. Ich war gut drauf, bis an diesem verhängnisvollen Morgen als ich mich bei einer Euro Palette verhob. Der Rücken blockierte und ich konnte mich keinen Meter mehr bewegen. Ich landete auf der Couch, nichts ging mehr. Nur durch einige gute Tipps von meiner persönlichen Heilpraktikerin Miriam machte ich kleine Fortschritte. Aber ich brauchte Geduld.

Brauchte Geduld ☘️

Die Tour de France 2025 war die 112. Austragung. Sie führte die Fahrer über eine Strecke von 3302 Kilometer Länge und 51.550 Höhenmeter von Lille bis nach Paris und beinhaltet zwei Ruhetage. Meine 1. Tour hatte eine Länge 1600 Kilometer & 12000 Höhenmeter von Bietigheim 🇩🇪über Schaffhausen, 🇨🇭 Yvonand, Aix les Bains, Valréas, 🇫🇷 Lyon, Arc et Senans, Müllheim 🇩🇪 und beinhaltete 3 Ruhetage. Mein persönliches Etappenrennen mit meinem Edelhelfer Stephan und Motorrad Begleitung Micha.

Radbande 🚴🏻🏍️

Der Start am 17. Juli war ein sonniger Morgen. Stephan pumpte die Reifen auf 8 bar, Miri stopfte mir noch ne Banane in die Rückentasche und wünschte uns beiden eine Unfallfreie Tour. Das Tempo war hoch, zu hoch für die ersten Stunden, wir passierten Sindelfingen und Böblingen und kamen der Schweizer Grenze immer Näher. Stephan sah mich nach 130 Kilometer besorgt an, ich pumpte wie ein Maikäfer mit einem schmerzverzerten Gesicht. Ein kleiner Espresso Stopp war jetzt lebenswichtig. Hab’ ich die Beine für diese Tour? Ich kämpfte, machte mich klein im Windschatten, die Schweizer Grenze in Sichtweite, ein letzter kleiner Anstieg, dann rollten wir mit großem Kettenblatt nach Schaffhausen unsere 1. Destination. Micha auf seiner BMW 6 Zylinder K1600 GTL hatte das Gepäck und war verwundert über unsere Geschwindigkeit. “Man Jungs, seid ihr stark,” da wusste er nicht wie ich leiden musste.War ich froh ihn zu sehen.🚴🏻🚴🏻🏍️🇨🇭🏁

Bei der Tour gewinnt nicht der Beste Fahrer, sondern der mit dem besten Team, mit der besten Verpflegung und mit der besten Erholung. Essen, gut schlafen das sind mitunter entscheidende Vorteile. So schlenderten wir in Schaffhausen am Rhein, kehrten direkt am Wasser in einen Restaurant ein, tranken guten Sauvignon Blanc, hörten coole live Musik, diskutierten angeregt über Europa, offene Grenzen, über Freundschaft und fielen hundemüde in unsere Betten, schliefen tief und fest.

Rheinfall 🤩

Ich bin schon so oft mit dem Auto nach Südfrankreich gefahren, wenn ich eine Vignette hatte, auch Mal über die Schweiz. Auf der Autobahn Raststätte maximal einen Toiletten Stopp. Mit dem Rad nahm ich zum ersten Mal die Landschaft, Berge, Flüsse, Schluchten, Städte, Häuser, Kirchen, Tiere und Menschen in mich bewusst auf. Bei jeder Steigung, bei jeder Abfahrt bekam ich ein Gefühl für das Land. Raus aus Schaffhausen am nächsten Morgen ging es gleich die Hügel hoch, meine Oberschenkel brannten, schon jetzt kein gutes Zeichen. Stephan war in seinem Element und spornte mich an nicht zu schwächeln. Immer am Hinterrad, immer im Windschatten. Das nächste Ziel war ein kleines Hotel de la Gare in Yvonand am Neuenburgersee. Bei einem kleinen gemeinsamen Spaziergang am Abend zum Restaurant Colvert erzählte uns Micha von seiner Motorrad Tour. Spannend. Gut schlafen gut frühstücken, die sympathische Chefin verwöhnte uns, wir waren verliebt in Yvonand. Der morgen strahlend blauer Himmel, aber es zogen dunkele Regenwolken über den Genfer See auf. Genau in das Epizentrum des Gewitter führte uns die Tour. Jetzt wurde es gefährlich. Blitz und Donner, wir suchten Schutz. Die nächste Destination wartete, Aix les Bains in den französischen Savoien. Micha hat mit seiner Maschine kurzerhand die Aussichtsplattform Belvedere du Revard besucht und schwärmte von der einmalige Aussicht auf Aix und den Lac du Bourget. Natürlich mussten wir zum Abendessen darauf mit einen Rousette de Savoien anstoßen.🥂Der nächste morgen stopfte ich mir am Frühstücksbuffett alles rein was ich bekommen konnte. Die Königsetappe stand am 4. Tag im Roadbook. Ich fühlte mich gut, erstaunlich gut. Bei jeder Kurbelumdrehung wurde ich stärker

Tour de France 2025

Die Königsetappe, jetzt wurde es heiß, Südwind direkt von vorne, giftige kleine Steigungen der Drôme Provencal, die Sonne brannte, die Trinkflaschen leer…kein Brunnen weit und breit. Wie ein abgehängter Sprinter am Berg. Jetzt nicht aufgeben, das Ziel so nah, Valréas, der Mont Ventoux, die Tour, meine Familie Christa et Hubert, unsere französischen Freunde. Das Smartphone klingelt: “Sebastien, où êtes-vous tous ? Nous vous attendons tous sur la place de l’hôtel de ville. Allez, Allez, Allez, Vive les Radbande,” so motivierte mich Bruno vom Radsport Club aus Valréas auf den letzten Metern😊

Alle so herzlich, alle im Tour Fieber, könnte nicht jeder Tag ein Tour Tag sein? Valentin Paret- Peintre, ein Franzose gewinnt am Mont Ventoux. Derweil besuchte ich mit Micha Domaine Lauribert in der Nähe und probierten uns durch den Keller. Vergleiche von Weinqualitäten zu Automarken wurden uns vom Alten Monsieur Sourdon erläutert. Dieser Rotwein ist ein VW, der eine ein Mercedes und der aller letzte und Beste ein Rotwein aus Alten Grenache und Syrah Reben, gereift in gebrauchten Barrique’s, natürlich ein Rolls Royce🍷😊

Ein Mercedes im Glas🍷

Die Ruhe Tage verflogen wie im Winde. Mistral kündigte sich an. Jetzt aber schnell, ein Abschied, ein Au revoir, die Tour wird in den Alpen entschieden. Wir hatten Lyon vor der Brust. Über die Hügel, ein letzter Blick zurück, der Mont Ventoux in Wolken. Immer an der Rhône lang, der mächtige Fluss, ein Blick auf Tain l’ Hermitage, berühmte Granitfelsen auf den die Rebsorte Syrah so grosse Weine hervorbringt. In Lyon rasen wir mit großem Kettenblatt in das Alte Stadtzentrum, an Staus und parkenden Autos vorbei erreichen wir unser Hôtel Académie. Im Augenwinkel sehe ich die schöne BMW von Micha am Place Vieux Lyon parkend. Er ist schon da. Wir freuen uns. Wir sind vereint. Lyon, die Vorratskammer Frankreich. Paul Bocuse hat die Novelle Cuisine erfunden, sein Restaurant nicht weit. Wir schlendern entlang der Fußgängerzone, lassen uns treiben in diesem Viertel voller Geschichte. Ein kleines Restaurant, ein witziger Typ, keine Sterneküche. Aber ein Crozes Hermitage im Glas.🍷 Was will man mehr. Am nächsten Tag, ich muss nicht mehr erwähnen das wir ein feines Frühstück hatten! Jetzt musste es auch Mal schnell gehen. So rasten wir die Route National entlang ohne Espresso Stop in das Jura hinein. Zu den königlichen Salinen. Nach Arc et Senans, Hotel Restaurant Vertteiulle. Ein köstliches Bresse Huhn und ein Vin Jaune von Chateau Chalon feierten wir die französischen Küche und waren uns einig: besser geht’s nimmer 😉

Wie bei der Tour de France nach Paris – die letzte Etappe. Ein Nichtangriffspakt. Die Trikots Farben sind verteilt. Pogacar gewinnt gelb, das gepunktete Bergtrikot geht auch an Tadej Pogacar, das Grüne für den besten Sprinter an Jonathan Milan und erstaunlich, das Weiße für den besten Nachwuchsfahrer an den jungen Deutschen Florian Lipowitz. Wir haben nach Jahren, nach dem großen Jan Ullrich wieder einen Rennfahrer für den Gesamtsieg. 💪🏻Wir querten den Rhein, ein Grenzsoldat mit Maschinengewehr im Anschlag begrüßte mich mit Augenzwinkern, wir waren wieder in Deutschland. Ein letzter Abend im Restaurant Zur Post in Müllheim, ein gutes Glas Rotwein vom Martin Wassmer aus dem Markgräfler Land. Ein letztes Glas, ein Santé auf unsere gemeinsame Reise, eine kleine Rede vom Micha, Worte die mich sehr berührten, ich hatte Tränen in den Augen 🚴🏻🚴🏻🏍️🏁

Tränen in den Augen 💞

Wie soll man nach so einer Reise wieder den Alltag leben ….Das Geschäft wartet, Montag morgen stand ich im Leergut und sotierte Flaschen. Nur nicht abheben. Mein Weinberg sollte auch Mal den Winzer sehen. Meine Lemberger Trauben in der Steillage Kleiningersheimer Schlossberg sahen gut aus. 2025 wird ein guter Jahrgang. Felix Csicsai der junge Winzer zeigte mir noch die letzten Kniffs um daraus einen großen Wein zu machen. Lemberger Papst Rainer Wachtstetter hatte noch ein gutes Barrique Fass und gab mir spannende Einblicke in seinen Keller

Das Jahr neigt sich dem Ende, der Frost kam über Nacht, die Reben haben die Blätter abgeworfen, Zeit wieder in den Weinberg zu gehen. Die Reben brauchen wieder den Winzer. Mit der Felco Schere in der Hand lege ich den Grundstein für den nächsten Jahrgang 2026. Was wird sein, was wird passieren, das weiss ich nicht, aber ich weiß, es wird gut.

Bleibt gesund, bleibt mir treu. Frohe Weihnachten🎄 und einen Guten Rutsch 🎆

Eurer Basti (Der Coach)

Zweitwein

Steillagen Retter⛑️

Fotogalerie 2025 auf meinem Smartphone

Reims

Mei. Auszeit

Mei.Auszeit

“Um wirklich zu leben, kann man nicht sitzen bleiben. Leben heißt immer: sich in Bewegung setzen, auf den Weg machen, träumen, planen, offen für die Zukunft sein.

Predigt im Petersdom 2024

Der Papst ist tot. Ostermontag tickerte die Nachricht in mein Handy. Am Ostersonntag hat Papst Franziskus den Segen Urbi et Orbit mit letzten Kräften ins Mikrofon über den Petersplatz in Rom gehaucht. Bis zum letzten Atemzug war er für die 1, 3 Milliarden Gläubige in aller Welt ihr Papst. Ich bin beim Frühstück, löffele mein Müsli in mich rein. Energie für die bevorstehende Radtour “Rund um den Starnberger See”. Levi, 20 Jahre will versuchen in meinem Windschatten zu bleiben und seine ersten 100 Kilometer auf dem Rennrad zu bestreiten. Kinder werden gross.

Stuttgardia Radhose, Trikot von dem VCV Valréas, eine Windweste und einen schicken roten Radhelm von ABUS, so war Levi gut ausgestattet mit mir seinen ersten 💯 Radkilometer zu fahren. Reifen auf 8 bar die Trinkflaschen gefüllt, Proviant in der Rückentasche. Nous sommes prêt.

Flott ging es aus München, die Berge im Blick. Mit Druck auf der Pedale. Levi, wie ein Profi, Zentimeter am Hinterrad klebend, im Windschatten locker pedalierend.Oh, er ist clever und hat Talent, denk ich mir. Starnberg schnell erreicht, jetzt nehmen wir die ersten sanften Hügeln und mit Tempo über die Kuppen rollen wir schnell in die kurzen knackigen Abfahrten hinnein. Levi, weiter an meinem Hinterrad 💪🏻. Wir passieren Seeshaupt den nördlichsten Punkt, rechter Hand erkenne ich das Buchheim Museum und wir stürmen nach Tutzing und Feldafing rein. Nach Possehofen kurz vor dem Steg 1 bereite ich den Sprint vor. Und wie ein Greipel, ein Cavendish, ein Zabel zu seinen besten Zeiten stürmt Levi aus dem Windschatten und gewinnt den Zielsprint am Steg 1. Oma Elfie, Tante Miri und Mama Sandra stehen applaudierend am Straßenrand. Ein Espresso Stop der besonderen Art. Die Liegestühle laden zu einer kurzen Rast ein. Der See, die schneebedeckten Berge, uns geht das Herz auf. Nach einem Espresso, einer Paulaner Spezi erheben wir uns schwer aus den Liegestühlen. Mit Gegenwind an der Würm entlang, ein Flüsschen die in Amper und später in die Isar fließt begleitet unseren Weg nach München. Weiter geht’s, immer weiter 🚴🏻🚴🏻

Der kurze Stopp in München war schön, die Kinder gross, gehen ihren Weg. Der nächste Stopp : Tirol 🇦🇹 Alpenrelaxhütte im Voldertal auf 1300 Höhenmeter. 5 Tage die Seele baumeln lassen. Mein Merida Reacto wartet ungeduldig auf die erste Ausfahrt. Die muss warten, am Vormittag verfolgen wir gebannt im Fernsehen die Beerdigung von Papst Franziskus. Alle Staatschef ‘s dieser Welt, 100 Tausende am Straßenrand nehmen Abschied. Mit dem Papamobile wird der Sarg vom Petersdom quer durch die Stadt zu seiner letzten Ruhestätte in die Basilika Santa Maria Maggiore überführt. VIVA PAPA.

Die Seele baumeln lassen

Ein kleinen Spaziergang am Nachmittag, tief in die Tiroler Berge, tief in das Voldertal. Genießen die Ruhe, die weiten Ausblicke, die letzten Schneefelder laden Chablis zu einem Bad ein. Er kann nicht genug bekommen und wälzt sich ausgelassen im kühlen Nass. Wir erfrischen uns an einem selbst gemachten Eis, frisch vom Bauernhof an dem wir zufällig vorbei schlendern. Lecker, Zimmerhof’ s Eislandschaft.🍦 Am Abend eine schöne Brotzeit, mit Speck & Bergkäse, ein Grüner Veltliner von Weingut & Heuriger Dworzak rundet den Abend ab. Ein letzter Blick in den Sternen klaren Himmel. Guten Nacht Tirol.✨

Die Bremsen quietschen, rasant fahre ich den Kreppelerhütten Weg herunter, eine Passage mit Schotter braucht meine volle Aufmerksamkeit. Ich werde durchgeschüttelt. Schnell erreiche ich Volders, Quere die Inn Autobahn, eine kleine Fußgänger Brücke bringt mich über den Inn nach Mils und Hall in Tirol, eine der schönsten Städte Tirol ‘s. Ein kurzer Schauer lässt meine Glieder frieren, ich hab Puls, hab Druck auf der Pedale. Mein Merida Reacto ist in seinem Element. Passiere Volderwald, stürme nach Tulfels zur Glungezerbahn. Jetzt wird es steil, schalte hoch, vermisse einen weiteren Gang. Ist die Übersetzung zu schwer für dieses Terrain? Oben auf dem Tulferberg schnaufe ich durch, ein Schluck aus der Trinkflasche. Ein kurzer Blick auf eine schöne Kapelle mit Holzschindeln verkleidet. Die Hofkapelle Windegg erbaut 1911 steht unter Denkmalschutz. Ein Schotterweg braucht wieder mein volle Konzentration. Schnell erreiche ich den Voldertalbach, ein kleiner Gebirgsbach auf 1000 Höhenmeter. So geht es nochmal steil, mit 12 % gehe ich in den Wiegetritt, für die letzten 300 Höhenmeter geht es nicht über die Kraft, sondern den inneren Schweinehund, der Wille kann mehr als wir denken…

Eisbaden🥶

Entspannt gehen die Tage dahin. Zu kurz, wie man so schön sagt. Mit einem guten Honig vom Bauernhof Schweighof im Gepäck. Die Bienen fliegen hoch bis zu der höchsten Alpe im Voldertal. 🐝 Eine schöne geschmackliche Erinnerung. Mein Merida Reacto auf dem Dach, Chablis nimmt auf der Rückbank Platz. Ein letzter tiefer Atemzug, ein letzter Blick ins Karwendel, über den Fernpass verlassen wir unsere kurze Mei.Auszeit.

Bleibt gesund, bleibt mir treu.

Der Coach (Basti)

Verlängerung (Impressionen 📸)

Wind of Change 🚴🏻🇫🇷🌬️

Wind of Change 🔆

I follow the Moskva
Down to Gorky Park
Listening to the wind of change
An August summer night
Soldiers passing by
Listening to the wind of change

Wie ein grosser Fischschwarm gleitet mein Peloton die kurvigen Straßen der Drôme Provecal entlang. Hochkonzentriert, den Lenker fest im Griff trete ich in Pedale. Der Mistral weht in Sturm Böen über unseren Köpfen. Gefährliche Seitenwinde, ich kämpfe, nutze die ganze Breite der Straße. Fühle mich wie ein alter Kahn auf Hoher See, die Wellen bestimmen mein Rythmus. Nur nicht abreißen lassen, der Kalte Wind frisst sich in meine Glieder, jetzt kommt er direkt von Vorne, mach mich klein, sehr klein auf meinem Merida Reacto. Das Rennen ist eröffnet, La Corima ist gestartet und ich bin Mitten drin, im Zentrum des Orkan.

La Corima, das Rennen, jedes Jahr Ende März in Montélimar ist der erste Höhepunkt der Radbande, genannt: die #strombergbuben. An meiner Seite Michel (The Legend), Thomas, Jugendleiter der Stuttgardia und Marco, (Porthos) uns noch gut in Erinnerung vom letzten Jahr, dort hat er unseren Rookie Wilhelm über die Berge gezogen. Ein unvergessenes Wochenende steht uns bevor. Die 4 Räder auf dem Fahrradträger verstaut, im Kofferraum hat Thomas, seine schnelle Rennmaschine versteckt, er ist für jedes Terrain gerüstet. Mit Marco wird er sich auch an der 100 km langen Gravel Tour beteiligen, eine neue Herausforderung im Programm der Organisatoren der Kultveranstaltung “La Corima.” Über dieses Wochenende möchte ich euch gerne berichten.

Vieles nehmen wir für  selbstverständlich, vieles ist verfügbar, wir haben alles. Uns geht es gut. Wir haben Reisefreiheit, Meinungsfreiheit. Eine ganze Generation hat dafür gekämpft. Und doch ist der Mensch unzufrieden. Eine neue Generation weiss nicht, was es bedeutet, nicht Frei zu sein. Es gab eine Zeit, die ist noch nicht lange her, die jeder von uns erlebt hat, da gab es noch unerfüllte Träume. Ost und West war geteilt, eine Mauer mit Stacheldraht und Selbstschutz Anlage trennte Deutschland. Der junge Thomas diente in der Nationalen Volksarmee (NVA). Einmal Hamburg sehen, einmal unterm Eifelturm, Sehnsuchtsorte, einer ganzen Generation. Eines Morgens kam er zum Dienst. “Die Grenze ist offen,” rief ein Feldwebel. “Ihr spinnt doch alle,” murmelte er ungläubig in sich hinein. Wenige Wochen später machte Thomas sich mit Freundin in seinem alten Lada ohne Geld auf den Weg die neue Welt, die neue Freiheit zu erobern. Seine Träume zu leben. Kurz vor Paris ging das Benzin zu neige. Mit einem Liter Spiritus vom Camping Kocher fing der Lada wieder an zu laufen und unter grossem Applaus wildfremder Menschen fuhr er unterm Eifelturm. Was war das für eine schöne Zeit.

Alle, die von Freiheit träumen
Sollen's feiern nicht versäumen
Sollen tanzen auch auf Gräbern
Freiheit, Freiheit
Ist das Einzige was zählt

Heute ist uns der Applaus von Mama Christa und Anthrosoph Hubert sicher. Sie begrüßen uns freudig, die provencalische Sonne lacht, Fritzie der Familienhund wedelt, die Pinien wehen sanft im Wind. Bienvenue á Valréas 🇫🇷.Nach einem Petit Café gehen wir Vier auf eine kleine Willkommen’s Runde. Die Beine lockern, die klare Provencalische Luft einatmen, die letzten Sonnenstrahlen genießen. Herrlich.

Ich war noch nie auf dem Mont Ventoux, murmelt Marco am Abendessen und schlürft weiter die leckeren Metzger Maultaschen. Ich muss da hoch. Ja, aber wir haben März, der ist Schneebedeckt und Mistral kündigt sich an, erwidere ich Kopfschüttelnd. Von Sault, die Ostseite hoch ist sicherlich möglich, ergänzt Thomas. OK, dann entlang im Tal der Toulourenc und die Nordseite nach Malaucène herunter. Wird sportlich, aber jeder muss Mal den Berg der Winde bezwingen, auch wenn der Pass gesperrt ist und der Gipfel Schneebedeckt.

Tal de Toulourenc

Wir sind gut drauf, nach Baguette, Croissants und Petit Café und freuen uns auf die Tour zum Giganten, zum Mont Ventoux. Die Reifen auf 8 bar, die Trinkflaschen gefüllt, rollen wir entlang kleiner Straßen in das das Tal der Toulourenc, die ersten kleineren Cols ist ein kleiner Vorgeschmack was noch auf uns wartet. Die Ausblicke erfreuen unser Herz, der Blick zum Gipfel Kreuz zeigt uns den Weg. In Sault beginnt der Anstieg, jeder fährt sein eigenes Tempo, jeder ist jetzt auf sich allein gestellt. Schnell erreichen wir Chalet Renard, huschen unter der  Passsperre durch und haben noch die berühmten 6 km in der offenen Steinwüste des Mont Ventoux zu bewältigen. Der Berg der Winde wird seinen Namen gerecht. Mit Böen von Spitzengeschwindigkeiten über 80 Stundenkilometern ist der Wind der Gegner an diesem Tag im März. Mit jeder Kurbel Umdrehung kommen wir dem Gipfel näher, er ist schon zum greifen nah. Noch ein, zwei Kehren, am Denkmal von Simpson 🕊️vorbei (Put me Back on my Bike) holen wir unsere letzten Kraftreserven heraus, ein letzter Schluck aus der Trinkflasche. 1909 Meter hohe Gigant ist bezwungen. Von der Bucket Liste gestrichen! Ein schnelles Foto und mit dem Wissen, die Nordseite ist unpassierbar, der Schnee noch Meter hoch, geht die rasante Abfahrt die Südseite nach Bedoin im atemberaubenden Tempo herunter 🚀.

In Valréas warten schon unsere Freunde vom Radsportclub VCV bei Käse und Wein.  Michel (The Legend) hat die Betreuung übernommen. Ausführlich wird unsere  Tour erzählt, die ein oder andere Anekdote hinzugefügt, eigene Erfahrungen und Erlebnisse jedes einzelnen Radrennfahrer bereichert den geselligen Abend. Mit dem Versprechen im Mai 2026 mit der Radbande nach Valréas zum Jumelage Austausch zwischen den befreundeten Städten Sachsenheim und Valréas zu kommen geht ein fröhliches Radsport Treffen zu Ende.

Gravel

100 Kilometer Gravel. Das Wort kommt aus dem englischen und heißt übersetzt: Schotter. Eine neue Sportart, abseits befahrener Straßen besonders im Winter sehr beliebt. Thomas kommt aus dem Cyclo Sport und hat das nötige Talent und Können. Er hat sich auch schon für die kommende WM qualifiziert. Marco auch ein leidenschaftlicher Gravelfahrer ist mit ihm an seiner Seite und so gehen sie auf unbekanntes Terrain, über Stock und Stein, über kleine Hügel, tiefe Schluchten entlang der Rhône. Ich bin derweil mit Michel in die kulinarischen Köstlichkeiten Frankreichs eingetaucht, schlenderten gemütlich  entlang feiner Marktstände und machten auf unsere weiße einen feinen Espresso Stop.

Am Renntag, der Mistral hat nochmal an Geschwindigkeit zugenommen. Die Organisatoren sind kurz davor das Rennen abzusagen. Ich hol mir meine Startnummer, 1477 so meine Nummer, rolle zu meiner vorgesehenen Startposition, hunderte Rennradfahrer stehen schon vor mir in  ihrem Startblock, können es nicht erwarten, Nervosität liegt in der Luft. Thomas verabschiedet sich, wünscht mir Glück, ist im grossen Rennen über 150 km gemeldet und startet 15 Minuten früher. Mein Rennen nennt sich Gobik, hat eine Distanz von 120 km und ist nach einem französischen Trikot Hersteller benannt. Nach mir Startet  Sesam, ein Rennen über 92 km. Der Stadionsprecher begrüßt Lorant Jalabert, der berühmte Rennradfahrer aus den Neunziger Jahren, Gewinner Mailand – San Remo, Vuelta und unzählige Tour Etappen. Jalabert warnt vor den Böen, besonders von der Seite mit 90 Stundenkilometern können sie selbst erfahrene Rennradfahrer gefährlich werden!

Ich muss eine gute Gruppe erwischen, nur im Peloton kann ich dieses Rennen überleben. Die ersten 50 km sind geprägt von starken Seitenwinde, teilweise direkt von Vorne. Starke Jungs übernehmen die Führung, müssen im Mittel 100 Watt mehr treten. Ich hab Mühe mich zu behaupten, am Hinterrad zu bleiben. Erst in den Bergen sind wir geschützt, ich muss dem Tempo der ersten 2 Stunden Tribut zollen, oder war die Tour zum Mont Ventoux nicht die beste Vorbereitung, nicht die beste Idee? Nach einer kleinen Verpflegungspause nehme ich gestärkt mein Tempo wieder auf, von hinten schließen sich starke Jungs auf und im Sinne des belgischen Kreisels rasen wir jetzt teilweise mit Rückenwind dem Ziel entgegen.Ein höllisches Tempo wird angeschlagen, auf gerader Strecke zeigt mein Rad Computer annähernd 60 Km/h an. Ungläubiges staunen. Auf der Zielgeraden in Montélimar bereite ich mich auf den Zielsprint vor. Wie einst ein Greipel, wie ein Zabel lege ich einen dicken Gang ein und Stürme aus dem Windschatten dem Ziel entgegen. Gagné🏁🇫🇷

Verpflegung Station

Im Salle de Fête kommen alle Helfer, alle Polizisten, Streckenposten, alle Rennradfahrer zusammen. Ich genieße die Atmosphäre, ich genieße mein Menü und wie soll es anderes sein in Frankreich 🇫🇷gibt es auch ein Gläschen Rouge 🍷 Santé

Am Abend kommen wir alle zusammen kochen ein zartes französisches Landhuhn, trinken ein Glas 2020 amitie. von Domaine Maximilian 🍷reden über Gott und die Welt. 4 Tage mit guten Freunden, mit guten Radsportlern, mit guten Gastgebern, in einem Land wo die Zitrone blühen oder das Leuchten des Lavendels uns blendet. Wir haben unsere Träume gelebt. Merci

Bleib mir treu, bleibt gesund

Der Coach (Basti)

Au revoir

Die Zweite Luft

Musik an der Strecke 🎙️🎶
Freunde🇩🇪🇫🇷

Das Mädchen muss an die frische Luft 💋

Das Mädchen

muss an die frische Luft

Liebe Mama,lieber Hubert, liebe Festtagsgäste, wir freuen uns sehr das ihr hier Heute beim Eberhard’s am Wasser zusammen gekommen seid. Wir feiern Deinen 80 Geburtstag, liebe Mama.

Eines Nachts bin ich aufgewacht und habe deine Festagsrede im Kopf. Dein Leben hat den Stoff für einen Hollywood Film! Wie “Out of Africa”, wie “Falcon Crest”, oder wie “Einer flog übers Kuckucksnest”. Diese Rede muss dir würdig sein, sie muss die Menschen zum lachen bringen, sie muss uns zu tränen rühren.

Ich bin dein Sohn, dein Ältester, dein Schönster wie du mich früher nanntest. Ich muss heute tief gehen, wie ein guter Schriftsteller, tief in meine Seele blicken, ins Eingemachte, wie man so schön sagt. Du warst schon im Mutterleib ein Glück für die Familie. Geboren 1945, kurz vor dem Ende des Krieges, Berlin zerbombt, die Russen vor den Toren, verhinderst du die Vergewaltigung deiner Mutter Gerda, Behütet aufgewachsen ohne Vater nur von Frauen umgeben, aus dir soll was werden, du solltest die Beste sein, die Beste werden. Abitur und Studium der Soziologie an der Freien Universität zu Berlin. Weniger als Regierungspräsidentin ist für dich nicht vorgesehen. Die Liebe kreuzt deinen Weg, ein Bauer aus einem kleinen Kaff im Spessart. Eine romantische Liebeserklärung: Du hast die schönsten Kuhaugen, flüstert ein gewisser junger “Hans im Glück” dir ins Ohr. Eine unbeschwerte Studiums Zeit beginnt. Eine Stadtrundfahrt, der erste Kuss unterm Fernsehturm, eine aufregende Studenten Zeit, gemeinsame Reisen, mit einer Ente, bis hinein in die junge Türkei. Finanziert durch Wochenenden am Berliner Flughafen Tempelhof. Dein Verkäufer Talent blitzte damals schon auf. Bilder auf Leinwand in Öl ( Röhrender Hirsch) für die Amerikanischen Offiziere brachte eine ordentliche Urlaubskasse.

Du kamst gut an, bei Menschen im Spessart, sie mochten Dich, du wolltest gefallen ein Leben lang. Du weißt wie man auf Menschen zugeht, wie man sie für sich begeistert. Neid und Missgunst in der eigenen Familie war ein hartes Los. Der blanke ausgestreckte Popo. “Ihr könnt mich alle am Arsche lecken” geht in die Familien Historie ein. Du bist belesen, du kennst das Zitat aus Götz von Berlichingen, du warst immer mein erster Telefon Joker bei “Wer wird Millionär”. Holler – Nikolaus, die erste Frau die einen Doppelnamen trug, deine Kaffeekränzchen mit Freundinnen aus Rottenberg waren legendär. Das erste Schulfest, die erste Tombola für einen guten Zweck. So was kannte man bis dahin nicht, in dem 500 Seelen Dorf. Mit List und Schliche hast du Tombola Preise eingesammelt. “Ha, das Grüne Tal spendiert auch ein Sonntagsessen.” “Ja,” hast du Maria vom Restaurant Löwen angeflunkert. “Dann spendiere ich auch ein Essen für 4 Personen.” Geschafft, wie so vieles im Leben. 5 Jahre Afrika, ich sehe dich Heute noch auf der Barre, zittrig , fiebrig, mit Malaria aus dem Haus getragen. Du stirbst. So schnell stirbt man nicht, würdest du jetzt antworten. Urvertrauen das hast du Kindern uns mitgegeben. Der lange Schulweg, den ich alleine laufen durfte, der kleine blonde Max unter fremdem Männern auf einer Dhou (Segelschiff), die junge Henni, allein mit ihren Pferden. Das tat uns gut, bis zum heutigen Tag profitieren wir von deinem Vertrauen in uns.

Der Boppengraben, ein Paradies für uns Kinder, offenes liberales Haus mit vielen schönen Freundschaften, die bis Heute anhalten. Freunde fürs Leben. Heidi und Bernd, ihr könnt stolz sein, es ist nicht jedem vergönnt solch gute Freunde zu haben ♥️

Auf zu neuen Ufern! Du wurdest Gemeinderätin, du gründest die Hösbacher Buchhandlung. Von dir habe ich gelernt das man nicht alles Wissen muss, manchmal reicht der Klappentext. Deine Mitarbeiter schwärmen Heute noch. Legendäre Zitate gehen einher: “Gestorben wird immer” oder “nu aba ran an die Buletten”, da kam dein Berliner Dialekt hervor.

Valréas ( La Refuge) war bestimmt nicht von Anfang an dein Traum, aber es war Papa wichtig. Und du hast es getragen. Wieder mit deinen Sprachkenntnissen, wieder mit deinem Talent auf Menschen zuzugehen. Papa war glücklich mit seinem Whisky in der Hand unter dem sternenklaren Provencalischen Nachthimmel an seinem Schwimmteich. Und du hast einen großen Anteil daran. Danke. Jetzt schreibst du mit Hubert eine weitere Geschichte, eine Liebesgeschichte. Das ist schön. Ich werde euch von Ferne begleiten und gegebenfalls nach dem Rechten schauen. Dein Sohn.

Bleibt mir treu.Bleibt gesund

Der Coach (Basti)

292 Staeffele

292 Staeffele

Es war das Jahr 1994. Ein Samstag morgen im Oktober, meine erste Weinlese am Rottenberger Gräfenstein stand mir bevor. Ich war aufgeregt. Alle Buwe sind gekommen, alle Fußball Kumpels vom TSV Rottenberg waren früh morgens um 9:00 Uhr mit Gummistiefel und Scheren bestens vorbereitet. Der steile Weinberg war prazzelt voll mit Müller-Thurgau Trauben. Motiviert mit viel Spass lief die Ernte, naja dem ein oder anderen schmerzte der Rücken und die Beine wurden schwer wie Blei. Der Hänger voll bis Oberkante, knappe 60 Oechsle konnte ich vermelden. Immerhin ein Qualitatswein geerntet! Der Rübenzucker billig, so kam der ein oder andere Sack hinzu und vermehrte meine Weinmenge. (Chaptalisation). Am nächsten Tag war der Spieltag in der Kreisklasse. Müde Beine, Muskelkater von der ungewohnten Arbeit. Wir spielten grotten schlecht. Der Trainer stink sauer. Der Schuldige schnell gefunden. Meine Müller Thurgau Trauben. Mit einem feucht fröhlichen Helferfest konnte ich die Gemüter besänftigen. Trainer Herbert, kannst du dich noch erinnern?

Im Sinne des Belgischen Kreisels fahr ich mit den #stromberbuben mit Tempo an der Neckarschleife entlang. Wir passieren Mundelsheim, Hessigheim und steuern auf Besigheim zu. Mit großem Kettenblatt trete ich hinter dem alten Haudegen Charlie.(60 geworden 🎂und Opa von Oskar und Ivo, die Radsport Zukunft ist gesichert 🚴🏻💪🏻) Der Windschatten schützt mich. Mit einer kleinen Ellbogenbewegung signalisiert er mir das ich in wenigen Sekunden  im Wind fahren muss. Er schärt aus, der Wind blässt mir voll ins Gesicht. Mit  aller Kraft versuch ich das Tempo für die nächsten 200 Meter zu halten. Meine Oberschenkel brennen. Ich fahr ins Laktat. Beisse Coach, Beisse. Ich zucke mit meinem rechten Ellbogen, steure mit einer kleinen Bewegung meine Maschine nach links und  lasse mich  fallen. Benni, Thomas, Marc, Felix und Jannik rauschen an mir vorbei. Jetzt, den Anschluss nicht verlieren. In den Wiegetritt suche ich verzweifelt das Hinterrad vom Charlie, dem alten Haudegen zu erhaschen. Ja, geschafft, ich mach mich klein auf meinem Merida Reacto und nutze die Erholung wieder im Qualitätswindschatten. Meine Beine lockern. Ich schnaufe durch. Ich schaue links, der liebliche Neckar, ich schaue rechts, die Terrassenlagen vom Wurmberg. Ich denke an Wein, an Trollinger, an Lemberger und an einen Satz in der Bietigheimer Zeitung vom jungen Winzer Felix: “Wenn ich keine Hilfe bekomme Hacke ich die Reben raus!”

Belgischer Kreisel 🫣

Die Abkehr von den Steillagen zeigt sich in den Schrannen selbst. Viele sind verbuscht oder liegen brach. Der Auslöser für die Aktion, so die Bürgermeisterin, war dann ein Wengerter, der damit gedroht habe, er werde die Reben umhacken, falls er keine Hilfe finde.

Jörg Palitzsch, Bietigheimer Zeitung

Ich möchte Euch mitnehmen, mein Jahr 2024 als Winzer. Ja, mit einem Handschlag war unser Freundschaftsprojekt besiegelt. @Mission.Grand.Cru. Wir machen Wein. Wir retten die Steillage Kleiningersheimer Schlossberg. 292 Kleine Stäffele (Treppen) muss man erklimmen. 3 Rebsorten (Lemberger, Trollinger & Acolon) sind in den Schrannen vor mehr als 30 Jahren gepflanzt worden. Der Rebschnitt war unsere erste gemeinsame Tat. 💪

Unsere erster Arbeitseinsatz ✂️

Nach dem Rebschnitt stand unser Familien Urlaub in den Österreichischen Bergen an. Wir waren wieder am Reinthaler See. Nachzulesen im Blogbeitrag: Der Bergbauernhof

Reinthaler 🎿

La Corima, die Radsport Saison startet in Montélimar.🏁Donnerstag Mittag ging es auf die Autobahn A8 mit 2 coolen Jungs von den #strombergbuben und frische Metzger Maultaschen im Gepäck. Nachzulesen unter: Wilhelm

3 Musketiere 🤺

Wieder einen “eigenen Weinberg”, wieder das gleiche Gefühl, die gleiche Anspannung, die gleiche Verantwortung. Warme Tage im April, der Austrieb früh. Zu Früh? Die Nächte kühl, zu kühl? Frostgefahr! Aber die Schrannen, die Jahrzehnte alten Stäffele speicherten die Sonnenwärme und schützen so die Reben. Trotzdem war die Nacht vom 23. auf den 24. April bibbernd kalt. Bis zu 60 % sind die Reben in Württemberg erfroren, aber nicht bei uns in der Steillage. Die Rebsorten Acolon, Trollinger und Lemberger haben die kalte Nacht überlebt.

Schlossberg

Im Wonne Monat Mai führte unser Familien Urlaub in das Entre deux Mers. Zwischen den zwei Flüssen Garonne und Dordogne. Die Begeisterung für diese grüne Hügellandschaft halt noch immer nach. In dem Blogbeitrag mit dem Titel “Bordeaux” habe ich unsere schönsten Tage im Jahr festgehalten.

Bordeaux 🍷
Olympia 🔥

Das leichte hauchen mit zittriger Stimme in das Micro: “Céline Dion” vom französischen Kommentator machte mir eine Gänsehaut am ganzen Körper. Die Olympischen Spiele in Paris lösten bei mir eine noch tiefere Bewunderung für Frankreich aus. Ich war beseelt. Wenige Wochen vorher konnten wir unsere Französischen Freunde aus Valréas begrüßen. Ich war sehr stolz auf “meine” #strombergbuben. Die 4 Tage von Sachsenheim habe ich in einem Blogbeitrag festgehalten. Gerne zum nachlesen: Jumelage

Tief bewegt: Liberté, Égalité, Fraternité 🇨🇵

Und was macht unser Weinberg? Der Sommer ließ auf sich warten, viele Regenfälle, Überschwemmungen und Hagel setzen unseren Trollinger Reben schwer zu. Mit der Hacke in der Hand kontrollieren wir das Unkraut und Felix kämpfte gegen den Mehltau. Oft hörte man früh am Morgen die Rotorblätter des Hubschrauber über Kleiningersheim fliegen. Der August heiss, zu heiss?

Der August: zu heiss☀️
Hubschrauber über Kleiningersheim 🚁

Mein sportlicher Höhepunkt im Jahr 2024 war der Drei Länder Giro in Nauders, Tirol. Der Stelvio, das Stilfser Joch 2757 über NN, der höchste Gebiergspass Italiens, meine größte Herausforderung als Radsportler. Jannik von den #strombergbuben gab mir den nötigen Windschatten, die nötige Unterstützung am Berg. Nachzulesen im Blogbeitrag: Girodays🏔️🚴🏻‍♂️🏁

Drei Länder Giro

Ein Anruf von Felix löste Aufregung bei den Schlossgeistern aus. “Wir müssen den Acolon eine Woche früher holen als geplant, die Kirschessigfliege bedroht unsere Ernte, rief Felix uns zu. Gesagt, getan. Sonntag den 8.September trafen wir uns pünktlich um 8:30 Uhr am Neckar Ufer. Viele Helfende Hände wurden gebraucht, viele Freunde sind gekommen. Mischa, Christian, Mela, Miri, Max, Sven, Dari, Jonas begrüßte ich freudig. Ein sonniger Morgen, genau wie vor 30 Jahren. In weiter Ferne hörte ich Felix mit seinem Trecker. Mit seinem Freund Jonathan brachte er Butten, Eimer und Scheren. Lese 2024 konnte beginnen!

Der Acolon im Keller, es warteten noch die Rebsorten Trollinger und Lemberger in der Steillage. Ja, der Trollinger war unser Sorgenkind. Die wichtigste Rebsorte Württembergs. Als Trollinger mit Lemberger (TL) wurde sie zum Brot – und Butterwein des täglichen Genuss, zum Begleiter vieler schwäbischen Leckereien. Gesetzt auf jeder Restaurantkarte. Die starken Regenfälle, die heißen Tage, die starke Sonneneinstrahlung haben ihm zugesetzt. Peronospora an den Weinblätter, später Oidium Befall an Beeren, zusätzliche Stilfäule verhindern einen schönen Reifeverlauf. Viele faulige, aufgeplatzte Trauben musste ich rausschneiden, es tat weh. Hat die Rebsorte noch eine Zukunft? Bei uns in der Steillage nicht! Das war seine letztes Jahr. Ein Rosé mit 68 Oechsle haben wir noch geerntet. Mehr gab’s nicht. Nicht das ihr mich falsch versteht, der Trollinger, in Südtirol Vernatsch genannt, hat seine Berechtigung, seine Zukunft, aber eben nicht bei uns in der Steillage Kleiningersheimer Schlossberg. Dagegen erfreuten wir uns an reifen Lemberger Trauben. Das wird gross.🍷

Reife Trauben zu ernten ist das eine, daraus guten Wein zu machen das andere. Zwei Fässer mussten her. Ein Anruf beim Weingut Herzog von Württemberg. “Klar unterstützen wir Euch Nachwuchswinzer, ihr Steillagen Retter,” rief Gutsleiter Joachim Fischer uns zu. Kommt vorbei, ich suche euch gute Barrique’s aus. Gesagt getan. Mit einem VW Busschen fuhren wir beim Schloß Monrepos vor. Einen kleinen Winzer Crashkurs, einen Blick in den Keller, eine anregende Diskussion auf Augenhöhe mit Kellermeister Fischer über die Zukunft des Trollinger in Württemberg wurde uns geboten. Mit zwei wunderbaren Barrique’s im Gepäck machten wir uns, mit einem Lächeln auf den Lippen, auf den Weg nach Kleiningersheim. Und mit der Gewissheit jetzt schon mit den großen VDP Weinen mithalten zu können 😉🍷

Wir sind die Schlossgeister, wir sind Freunde, wir retten die Steillage, wir machen einen Wein, wir machen einen Grand Cru. Eine Jahrhundert alte Kulturlandschaft ist bedroht. Die schwere Arbeit in den Schrannen lohnt sich nicht mehr. 292 Staeffele sind zu bewältigen, eine schweißtreibende Arbeit. Lemberger, Acolon und Trollinger sind zu pflegen und zu hegen. Naturnah mit Hacke und Schere bewirtschaften wir die Steillage. Nur aus den besten Trauben, ausgebaut in schwäbischer Eiche, entsteht unser Rotwein.

Die Schlossgeister, Kleiningersheim

Es wurde ruhig im November. Die Blätter vielen von den Bäumen, die erste zaghaften Schneeflocken wirbelten umher. Ich pustete durch und freute mich auf drei erholsame Tage in Straßburg mit Mama Christa, Hubert, Miri und natürlich mit Hütehundmix Chablis aus den Karpaten. Nachzulesen im Blogbeitrag: Straßburg

Les Haras

Seid ihr auch so neugierig wie ich? Was ist aus unseren Lemberger, Acolon und Trollinger Trauben geworden? Immer am 3. Donnerstag im November wird der Primeur Wein vorgestellt. Das schon seid Jahrzehnten. In den Bars und Kneipen in Paris ein großes Happening, ein großes Fest. Leider ist dieser Brauch ein Stück weit verloren gegangen. Schade. Felix zapfte eine Kostprobe für uns aus den Fässern und wir trafen uns in der Weinbar Agora am Fräuleinsbrunnen. Und was soll ich Euch sagen? Die Weine haben geschmeckt! Klar, sie brauchen noch Zeit, aber die Tendenz geht in die richtige Richtung.

Rubinrot. Ein Hauch von Reduktion in der Nase. Dann öffnet er sich. Cassis-Heidelbeer-Joghurt, Vanillepudding, saftige Frucht, jugendlich. Unkomplizierter Wein. Die Säure ist sehr präsent, verleiht Frische und Animation. Alles hat Zug. Gut gemacht.

So, meine kurze Beurteilung vom 2024 Lemberger Kleiningersheimer Schlossberg. Fast schon ein Grand Cru.😉 Santé
Experten Gespräch

Es gibt viel zu schnüffeln, es gibt viel zu entdecken. Hier eine hingeworfene Serviette, dort eine halbe Bratwurst, unterm Tannenbaum ein leerer Pizzakarton, ein weggeworfener Döner. Die Mülltonnen quillen über. Ein Schlachtfeld. Chablis ist in seinem Glück, ich werde von ihm an der Leine herumgescheucht. Der letzte Abend, der Sternlesemark von Bietigheim schließt seine Buden. Die Glocken der Stadtkirche schlagen 10. Leise rieselt der Schnee. Chris ruft mir aus dem Kiesel Glühweinstand zu: “Coach, noch einen letzten Glühwein mit Schuss?” “Oh gerne, mit Amaretto.” Die Tasse heiß, weihnachtliche Gewürze mit einem Hauch von Vanille und Marzipan in der Nase, schön süß, tut gut. Danke Chris. “Coach, wo feierst du Silvester,” fragt mich Chris. “Am Stuttgarter Flughafen, im Mövenpick, dort darf nicht geböllert werden und die Fenster haben Schallschutz”, entgegne ich schnell. “Du weißt, wenn Chablis glücklich ist, bin ich auch glücklich.”Chris schmunzelt! “Frohe Weihnachten, Coach, ich schließe die Bude, ich mach das Licht aus!”

Das Jahr neigt sich dem Ende. Der Weihnachtsbaum geschmückt.🎄 Eine friedvolle Zeit, eine Zeit des füreinander und miteinander. Eine Zeit für Freunde und Familie. Eine Zeit mit vielen Wünschen im Gepäck, eine Zeit mit vielen Erwartungen. Ich bin dankbar, 2024 war mir ein Fest. Hoch über den Dächern von Stuttgart feiern wir “unsere” Silvesterparty. Dort lassen wir es krachen, dort verabschieden wir das Alte Jahr, begrüßen das Neue. Dort denke ich an die vielen lieben Menschen die mein Weg kreuzten und freue mich wieder auf spannende Abenteuer im Jahr der Schlange 🐍. Und ihr wisst: Der letzte macht das Licht aus. Bleibt gesund, bleibt mir treu. Besinnliche, vor allem friedvolle Weihnachtstage. 🎄 Ein gutes Neues Jahr 2025🎉🪅🧨

Euer Coach (Basti)🙋🏻

Zugabe

Ein Dankeschön an die Buwe 🫂
Legenden🏁3 mal 50🎂
1 Mal 50🎂danke Rod

*1993 habe ich den Weinberg von Wolfgang Jung gekauft, ein Freund meines Vaters und auch habe ich seine Weinernte von 1993 im Fass gekauft🍷

Sebastian Holler
🍷🏁

Straßburg

Straßburg

Es ist kalt, nasskalt im November. Mit meinem Merida Reacto bin ich mutterseelenallein auf der Passerelle des deux rives unterwegs. Unter mir der deutsch französische Grenzfluss Rhein, vor mir im Abendrot die Vogesen und schon in Sichtweite der Straßburger Münster. Ich gehe in den Wiegetritt. Ich erinnere mich. Schon einmal, vor dreißig Jahren, fuhr ich mit meinem Bianchi aus Stahl nach Straßburg. Unter dem Titel “Radeln für Europa” mit meiner Schulklasse aus Aschaffenburg. Damals existierte diese Brücke nicht. Europa wächst zusammen.

Als Symbol für das zusammenwachsende Europa überspannt sie den Grenzfluss Rhein. Am 4. April 2009 trafen sich anlässlich des 60-jährigen Bestehens der NATO die Staats- und Regierungschefs der NATO-Staaten auf der Rheinbrücke zum symbolischen Handschlag.

Ah, linker Hand sehe ich meine Jugendherberge von damals, Auberge de Jeunesse Strasbourg 2 Rives. Welch eine schöne Erinnerung. 20 junge Männer auf den Drahtesseln nach Strassburg. Waren wir glücklich nach 150 km auf zwei Etappen unsere Jugendherberge erreicht zu haben. Das Bier lief in strömen. Zaghafte anbahnungsversuche mit den hübschen Mädels aus Lyon ohne Sprachkenntnisse nur mit Händen und Füssen wurde von Erfolg gekrönt. War ich stolz und glücklich. Und damit reifte die Überzeugung: wir müssen den Mut haben Grenzen zu überwinden!

Europa wird sein früheres Ansehen nur wiedererlangen, wenn es wieder zu einem Maßstab für Gewissen, Lebenseinstellung und Recht wird.

Louise Weiss

Drei Tage von Straßburg, drei Tage im Herzen Europas, drei Tage mit Mama Christa, Hubert, gebürtig aus dem Jura, mit Kräuterfee Miri und natürlich darf unser Hütehundmix Chablis aus den Karpaten nicht fehlen. Drei Tage voller spannender Einblicke in die Region Elsass Lothringen. Im Schatten vom Straßburger Münster überquere ich die kleinen Kanäle der Ill, passiere das Quartier Petit France und biege scharf in die Rue de Glacières ein. Unser Hotel Les Hara für drei Nächte. Ich werde erwartet. Küsschen links, Küsschen rechts.

Küsschen links, Küsschen rechts 😘
Freude, schöner Götterfunken,
Tochter aus Elisium,
Wir betreten feuertrunken,
Himmlische, dein Heiligthum.
Deine Zauber binden wieder,
Was die Mode streng getheilt,
Alle Menschen werden Brüder,
Wo dein sanfter Flügel weilt.
Europa wächst zusammen

Das Hotel fein, von Ludwig XV. als Nationalgestüt erbaut und 1922 unter Denkmalschutz gestellt. Die königlichen Stallungen standen jahrelang leer und drohten zu verfallen, bis der Chirurg Jacques Marescaux die Initiative ergriff und sie sanierte. Ich spring in den hauseigenen Pool, mach mich frisch. Bereit für die gute elsässische Küche. Das Finkstuebel erwartet uns. Urig, gemütlich und köstlich. Wir treten ein in die warme Stube, ein kleiner Tisch in der Nische, bunte Tischdecke, eingedeckt mit Messer, Gabel, rote Servietten, Römer Weingläser aus den 70er, eine Zeitreise. Hubert im Jura geboren, kennt sich aus. La choucroute garnie ruft er heraus ou Tourte briochée au foie gras de canard, est délicieuse. Bibeleskaes et ses herbes, bon plat végétarien, ihr seid heute meine Gäste, in meiner Heimat. Ich schau schon Mal in die Weinkarte hinein. Ein Wein aus dem Cave Historique des Hospices de Strasbourg, ein Kaefferkopf Alsace Grand Cru vom Weingut Kuehn könnte ich mir gut vorstellen, sage ich in die Runde. Wir sind in einer Winstub, nicht in einem Gourmet Tempel, schüttelt Mama Christa den Kopf. Hier gibt es einfache, ehrliche Weine. Recht hat sie. So viel die Wahl auf einen Riesling aus “Alten Reben”vom Weingut Ruhlmann-Dirringer. Sehr zu empfehlen 😋

La passion des vins et l’amour des vignes

Domaine Ruhlmann-Dirringer, Dambach la Ville

Der nächste Morgen. Der Nebel wabert die Ill entlang. Ein Fluss, entsprungen im Jura, auf den Weg in den Rhein. Mit der Leine in der Hand trotte ich im Morgengrauen durch die Altstadt. Gerüche der vergangenen Nacht, Chablis erobert Straßburg, erobert sein Revier. Quartier Petit France gehört jetzt ihm! Die Ausflugsboote vertäut, schunkeln im Wind. Überqueren den Kanal, Müde Kirchgänger queren unseren Weg. Die Cathédrale Notre Dame taucht in der Morgendämmerung auf. Imposant. Aus Vogesensandstein. Bis in die Neuzeit das größte Bauwerk der Erde.

Der Nebel wabert die Ill entlang 🦢

prodige du gigantesque et du délicat »

Victor Hugo

Auf dem Rückweg treffen wir auf die Bronze Statue von Albert Schweitzer, Friedensnobelpreisträger, der verträumt, mit übereinander geschlagenen Beinen auf einer Bank weilt. Ein Satz in 13 Sprachen steht dort geschrieben: “Ehrfurcht vor dem Leben”

Albert Schweitzer

Zurück im Hotel, ein Grand Café, ein Croissant mit ordentlich Butter. Das Frühstücksbuffet lässt keine Wünsche offen. Später eine Sightseeing Tour auf der Ill ,schlage ich vor. “Oh ja”, sagt Mama Christa, “Straßburg per Boot erobern, das macht Laune, das wird lustig” und wirft ihren Krückstock in die Ecke.

Das Gefühl ist unbeschreiblich. Du gehst an Bord eines sanft schaukelnden Ausflugsschiffes und schon öffnet sich dein Herz. Du sitzt einfach gemütlich da, atmest tief durch und lässt dich ab jetzt über’s Wasser schippern. Du guckst links und rechts, trinkst deinen Kaffee, und die historischen Altstadtfassaden, Kirchtürme, Brücken und Boote ziehen langsam und freundlich wie alte Bekannte an dir vorüber. Straßburg geht dir direkt unter die Haut.

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Claude-Joseph Rouget de Lisle komponierte 1892 in Straßburg die “Marseillaise”

Ihre Besichtigung beginnt an der nur 150 m vom Straßbürger Münster entfernt gelegenen Anlegestelle zwischen Rohan-Palast und Alter Fleischerei, in der heute das Historische Stadtmuseum untergebracht ist. Kaum dass die Leinen los sind, erkunden Sie bereits das Alte Zollhaus und das vor den Toren der Petite France gelegene Stadtviertel Finkwiller. Die erste Schleuse führt Sie in das Herz dieses Fachwerkviertels, das noch jeden restlos verzauberte. Ein Stück weiter warten die Gedeckten Brücken und der Vauban-Damm auf Sie, allesamt Überreste der unter Ludwig XIV. errichteten Befestigungsanlagen der Stadt. Bevor Sie die zweite Schleuse überqueren, führt Sie Ihr Weg entlang der Mauern der Commanderie Saint-Jean, deren renovierte Gemäuer seit 1991 die Ecole Nationale d’Administration (ENA, Nationale Hochschule für Verwaltung) beherbergen.

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Der Nachmittag, ein Spaziergang im angrenzenden Park, die Blätter fallen leicht im Wind. Der Himmel grau über Straßburg. Novemberfeeling. Ein Bad im Hamam verspricht die müden kalten Glieder aufzuwärmen.Ein Besuch im Spa zeigt seine wohltuende Wirkung🧖🏻

Am Abend ein Besuch wieder in einer Winstub.Diesmal sind wir im Tire Bouchon zu Gast. Im Schatten von der Kathedrale Notre Dame gelegen. Sieben Schläge erklingen. Die Messe ist zu Ende, der Organist spielt die letzten Akkorde.Wir treten ein. Der Weihrauch in der Luft, diffuses Kerzenlicht erfüllt den Raum. Gottesfürchtig.

Notre Dame

Der nächste Tag stand im Zeichen der Elsässer Weinstraße. Mein Merida Reacto auf 8 bar aufgepumpt, Proviant in der Rückentasche,Wasser in den Trinkflaschen. Je suis prêt. Strassburg wird zu Fahrradstadt, breite Fahrrad Straßen, mit schneller Ampel Führung geht mein Weg am Canal de la Bruche entlang. Ich passiere Obernai steuere auf Barr zu. In Heiligenstein lege ich einen Sprint ein, wie damals 2019 bei der 5. Etappe der Tour de France. In Barr lege ich einen Stopp ein und lasse mir die guten Weine von Domaine Klipfel schmecken. Besonders der Crémant Rosé weckt meine müden Geister (Beine). Ein Clos Zisser aus dem Kirchenstück von Barr ist Doping für die Sinne. Weiter geht’s immer weiter. Mein nächster Ort Dambach la Ville, die Riesling Hochburg. Für eine Kostprobe bleibt keine Zeit. Ich trete in die Pedale, schnell, die Hügel hoch und runter, erstürmen ich die Haut-Königsbourg und hole mir die ersten Bergpunkte. Nach einem Schluck aus der Trinkflasche und einem Powergel, rase ich die Serpentinen der Vogesen wieder runter, passiere Ribeauville und Riquewihr. Nehme noch Kaysersberg in Angriff, dem Geburtsort von Albert Schweitzer und nach wenigen Kilometern habe ich Ammerschwihr erreicht. Mein Ziel an diesem Tag. Dort, im Weingut Kuehn erwartet mich Mama Christa, Hubert aus dem Jura, Miri die Kräuterfee und Chablis der Hütehundmix aus den Karpaten. Wir steigen tief in die Gewölbekeller, die schon im zweiten Weltkrieg Schutz boten. So geht ein ungewöhnlicher Rennradtag im Elsass am Feiertag 11. November feucht fröhlich zu Ende. (Waffenstillstand in Compiègne zwischen dem siegreichen Frankreich und dem Deutschen Reich auf einer Waldlichtung bei Rethondes.1.Weltkrieg )

Kuehn, Ammerschwihr 🍷

Das Elsass ist so nah und uns doch so fern. Straßburg besitzt eine spannende 2000 jährige Geschichte. Sie ist zu Recht Europa’s Hauptstadt. Davon konnten wir uns überzeugen. In der Brasserie “Les Haras” lassen wir die Tage, die Intensiven Stunden Revue passieren. Noch einmal bekommen wir die deutsch französische Freundschaft zu spüren. Speisekarten in Deutsch oder Französisch werden ausgelegt. Die Speisekarte strotzt vor internationalen Kreationen, aber auch von einer feine “Haut Cuisine” Handschrift. Die Weinkarte geprägt vom Stolz der Elsässischen Grand Cru Weine. Und ja, zu Recht.Santé 🥂

Geprägt vom Stolz der Elsässischen Weine🍷

Garder intact :

Le bruissement de la terre, la couleur du temps, l’éclat du raisin, l’énergie du vivant,
Cette part d’inconnu, la précision et l’élan,
L’émotion d’un vin, tel un poème au vent.

Celine Meyer

Bleibt gesund, bleibt mir treu.

Der Coach (Basti)

Deuxième Cru

Pipapils

Pipapils

Liebe Biggi, lieber Mischa, ein freudiger Tag, ein Abend im Sand mit Euch allen die Rente zu feiern, vielen Dank Mischa für die Einladung. Danke das wir dabei sein dürfen. Und hier kommt dein Wunsch, lieber Pipapils.

Dein Wunsch

Ich, beim Getränkemarkt Kiesel an der Kasse. Mit einem voll gepackten Einkaufswagen fährt Mischa heran. “Ich soll ne Rede halten? Wirklich, du wünschst Dir eine Rede zu deinem Fest! Ja, halt was über den Wein…Nur über den Wein oder allgemein, auch was über Dich ? Ja, ein Schwank kann auch dabei sein. OK, ich mach mir Gedanken.”

der Vater weiß alles…

Ich schwenke einen Lemberger Weissherbst Spätlese von Konvent aus Dürrenzimmern im Glas, Mischa’s Festwein. Weissherbst, der Rosé Württemberg’s. 1963 wurde er zum ersten Mal in die Flasche gefüllt, das Geburtsjahr vom Mischa. Das Interessiert doch niemanden!, sagt Miri. Aber Mischa kenne ich erst seid einigen Monaten, was soll ich sagen? Wen kann ich noch schnell befragen: den Vater, Mutter, Biggi, der Schulfreund, wer weiss mehr als ich? Einiges hat mir Pipapils, sein Spitznamen aus Jugend Tagen, an Abenden mit Rotwein am Kaminfeuer persönlich aus seinem Leben erzählt. Am Ende schön betrunken und Miri meinte nur am nächsten Morgen, am nächsten Tag : “hast schon alles wieder vergessen, ist ja super,du bist ein held”….. Ich glaube er hatte die ein oder andere Lebenskrise, ich glaube, er dachte er wird nicht alt, er stirbt jung. Darum geniesst er jeden Tag, das spürt man, cooler Typ, meint Miri. Er ist auch so begeisterungsfähig, er packt mit an. In der Steillage konnte ich ihn gar nicht mehr bremsen. Mit Feuer und Flamme ist er bei unserem Freundschaftsprojekt MISSION.GRAND.CRU dabei. Neulich habe ich ihm den Gin “Illusionist” empfohlen, der seine Farbe verändert von Lila zu zart Rosa…das glaubst du nicht, wie ein kleines Kind auf Entdeckungsreise, beim mixen ist er schier ausgeflippt “von Lila zu zart Rosa” OK. Er ist aus unserer Generation, liberal aufgewachsen, ein Demokrat, ein Anthroprosoph, ein Gutmensch! Nein, einer der die Freiheit genießt, liebt, ” leben und leben lassen,” ein “easy Rider”, für ihn gibt es keine Grenzen.

Easy Rider 🏍️

Nach Italien, den Motorrad Helm runter, die Motorrad Jacke ausgezogen, das Hemd aufgeknöpft, die Nase in den Wind. Das ist sein Leben. Französisch kann er auch!, sagt Miri! Was kann er nicht? Die Kindheit hat er in Belgien verbracht und dann ins Schwabenländle, echt hart…meinte Miri suffisant. Gut das wir ihn kennengelernt haben. Ja, wir sind einer der späten Freunde in seinem Leben. Aber für neue Freunde ist man nie zu alt, Ja, hast Recht, aber es wird schwierig im Leben. Was wird schwierig?, bohrt Miri nach. Sich einlassen, unvoreingenommen, auf Menschen zu gehen, das wird schwierig, erwidere ich. Der Mischa kann das, ja er hat sich im Herzen ein Stück Kindheit bewahrt. Ja, Miri, das ist ein schöner Satz. ein schöner Schlusssatz.

Man sieht nur mit dem Herzen 💓 gut..

Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist unsichtbar für die Augen.

Antoine de Saint-Exupéry (1900-44)

So will ich auch Mal in Rente gehen….

Bleibt gesund, bleibt mir treu.

Der Coach (Basti)

Verlängerung

Girodays

Girodays 🇦🇹🇨🇭🇮🇹

Ich lass mich in den Liegestuhl fallen wie ein nasser Sack. In der linken Hand ein Zwetschgen Datschi und der rechten ein Becher Tirola Kola, ich nehm ein Schluck, spüle die Energie in meinen Körper. Genieße die Sonnenstrahlen auf meiner ausgezehrten Haut. Eine innere Ruhe erfüllt meinen Körper. Ein Glücksgefühl stellt sich ein. Beobachte Menschen, spielende Kinder, verschwitzte Radfahrer die sich umarmen, abklatschen, sich mit einem frisch gezapften Gösser Bier zu prosten. Der Stadion sprecher kündigt die nächsten Finisher lautstark an. Tobender Applaus halt herüber über die grüne Liege Wiese. Ich schließe die Augen, genieße den Augenblick, genieße den Triumph.

Genieße die Sonnenstrahlen, genieße den Triumph 🏁

Mit einem Anruf von Jannik von den #strombergbuben hat alles angefangen: “Bist du dabei, oder bist du dabei, beim Drei Länder Giro Ende Juni, geht über den Stelvio und Ofenpass 160 Kilometer mit 3000 Höhenmeter? Ah, das Stilfser Joch, das ist doch der berühmte Anstieg mit den 48 Kehren auf über 2700 Meter NN? Ja richtig, in Österreich im Skiort Nauders ist der Start geht nach Italien und führt in den Vinschgau, Schweiz, cooles Rennen”, erläutert Jannik. Oh la la la, soviele Höhenmeter bin ich noch nie gefahren, aber einmal auf dem Dach Europas stehen reizt mich schon. OK, bin dabei! “Heute Nacht werden die Startplätze freigeschaltet, melde dich schnell an, das Rennen ist auf 3000 Teilnehmer begrenzt und oft schnell ausgebucht,”ruft mir Jannik noch schnell zu. In der Nacht, hab ich mich noch schnell angemeldet, am Morgen waren die Startplätze schon vergeben… Über dieses Rennen möchte ich euch erzählen, seid gespannt.

Stelvio🏔️

Der Morgen des 30. Juni ist gekommen, der Start des Drei Länder Giro in Nauders am Reschenpass um 6:30⏰ nur noch wenige Minuten. Regen am Morgen, Schnee an Stilfser Joch? Ich renn noch schnell in unsere Ferienwohnung “Haus Mondschein”….. schnapp mir Überschuhe, Handschuhe und Regenjacke, kalt verfroren stehen wir beide im letzten Startblock. 3000 Rennfahrer vor uns. Wie zwei begossene Pudel, stehen wir in der Menschenmenge, was machen wir hier eigentlich?

6:30⏰ Start Drei Länder Giro

Es gibt mehrere Startblöcke. Wir waren im Startblock 4, im Letzten, so keine Chance auf eine gute Platzierung. Unser Motto: dabei sein ist alles und ab und zu kleine Nadelstiche setzen! Oder anders formuliert: Ab und zu in die Fresse! Es dauerte eine gefühlte Ewigkeit bis wir uns langsam in Bewegung setzten. Ich höre den Stadionsprecher, ich höre laute Musik, ich höre die Anfeuerung Rufe und den Applaus der vielen Menschen am Straßen Rand. Das Race kann beginnen.

Das Race kann beginnen 🚴🚀

Es ist ein junges Team. Sie machen es gut. Sie lieben die Natur, sie lieben die Berge, sie lieben den Radsport. Nachhaltigkeit, Fair Play, die Girodays sind ein Green Event. Jeder der Fahrrad fährt möchte seinen CO 2 Abdruck verringern. Es ist eine RTF, es ist kein Rennen. Die Straßen werden nicht gesperrt, es wird nach der Straßenverkehrsordnung gefahren. Österreich, Italien und die Schweiz, drei Länder, drei Polizeibehörden, drei Grenzübergänge, eine verdammt schwierige Herkules Aufgabe. Mein Respekt.

Die erste Stunde war klar zu langsam, aber vor uns viele unsichere Rennradfahrer, hier im Pulk, im Peleton zu überholen wäre ein Risiko für die ganze Gruppe, für den Drei Länder Giro. Wir passieren einige Tunnel, vor uns stürzt eine Rennradfahrerin schwer, schnell ist Hilfe da, es wird gesichert und den Notarzt gerufen. Safety first. Wir passieren den Reschen See mit dem versunkenen Kirchturm von Altgraun, am Haidersee vorbei erreichen wir Glurns, Mals und schlussendlich Prad am Stilfser Joch. Dort ist der Einstieg in die berühmten 48 Kehren. 25 Kilometer und 1850 Höhenmeter sind zu überwinden.

Kirchturm von Altgraun

Jeder muß sein eigenes Tempo am Berg finden. Jannik ist mal schon auf und davon, nur sein Hinterrad bekomme ich zu sehen. Den Berg lesen, sich auf Steigungen, Kurven, Kehren einstellen, seinen Puls beobachten. Gut das ich mein Pulsmesser nicht dabei habe. 😉 In Trafoi gibt es eine Labestation. Im vorbeifahren wirft mir eine junge Volontärin ein Power Bar Riegel zu. Der Zucker strömt in meine Adern. Notwendig. Ich erreiche die ersten Kehren, es wird heruntergezählt 48, 47, 46, jetzt fahren wir im dichten Wald, unter uns der brausende Wildwasserfluss, vor uns die Franzenhöhe, ein Berg Hotel, auf 2188 Meter über NN erbaut. Jetzt ein Espresso Stopp, vielleicht ein leckeren Kuchen mit Schlag Oberst? Nein, bin im Rennmodus bin im Tunnel, im Wiegetritt hole ich mir eine Kehre nach der anderen. Die Sonne brennt in den Berg, lautstarke Anfeuerung Rufe mit coolen Beats aus Musikboxen einer jungen Gruppe des Orga Teams in Kurve 14 verleiht mir Flügel. Ich fliege.

Ich fliege 🚀

Souvenirs Shop, ein Spalier von Motorrad Fahrern, von Touristen begrüßt mich auf der Passhöhe. Welch ein Empfang. Weiter geht’s immer weiter. Windjacke zu, Handschuhe an, die gefährliche Abfahrt beginnt. Der Umbrail Pass, Grenzgebiet zwischen Italien und der Schweiz. Den Bremspunkt an Limit, mit quietschenden Carbon Felgen lege ich mich in jede Kurve, rase ich im Stile eines Tom Pidcock die Serpentinen runter. Schnell habe ich Santa Maria Val Müstair auf 1375 Meter ü. M. erreicht. Hier teilt sich die Strecke. Die große Runde geht hoch zum Ofenpass über das Engadin, die kleine Runde passiert die Schweizer Grenze und führt über das Vinschgau zurück. Vor Jahren gab es auf Schweizer Seite mehrere schwere Unfälle so das die Schweizer Behörden die Grenzen für diese Radrennen schlossen. Das aus für den Drei Länder Giro. Nach langen Verhandlungen mit dem Kanton Graubünden konnte man sich auf eine Deckelung der Radfahrer einigen und auf zwei Streckenführungen, so dass der legendäre Drei Länder Giro zum 31. Mal mittlerweile ausgetragen werden konnte. Aber nach wie vor schauen sich die Schweizer Polizeibehörden das Verhalten der Rennradfahrer mit Argusaugen an. Bloß nicht über eine Rote Ampel!

Jannik quält sich den Ofenpass hoch, ich nehme die schöne Strecke durch das Vinschgau, passiere die Grenze bei Taufers im Münstertal, nicke dem Grenzpolizisten nett zu, und erhole mich im Windschatten einer frisch zusammen gewürfelten Sechser Radgruppe. Kilometer 94 erreiche ich Burgeis in Südtirol, biege scharf in die Via Claudia Augusta ein, die Etsch ist jetzt mein ständiger Begleiter, ein wilder Fluss. “Jetzt nur noch hoch zum Rechensee,” ruft mir ein Radfahrer motivierend zu, “dann haben wir es gepackt.” Er sieht meinen gequälten Gesichtsausdruck, mein Tank ist leer, der Stecker gezogen. Aus der Rückentasche hole ich schnell ein Powergel raus. Ich schalte runter, gehe vom Gas, muss mich erholen. Eine taffe Frauengruppe überholt mich, ein letztes Aufbäumen, ich bleib dran, lutsch im Windschatten, genieße die Blicke in den türkis blauen Reschen See. Kitesurfer begleiten unser Runde. Das Finale wird eingeläutet. Die Österreichische Grenze, unser Ziel Nauders am Reschenpass nicht mehr weit. Grosses Kettenblatt.

Haidersee 🇮🇹

Bleibt gesund, bleibt mir treu.

Der Coach (Basti)

Recovery 🇨🇭🇮🇹🇦🇹🏁

Kleine Runde🚴😉
If You collapse,i will Pause your Garmin 🤣
Franzenhöhe 🏨
Für meine Buwe ❤️

Und was ist aus Jannik, dem Strombergbub geworden? Am Ofenpass musste er leiden, oben angekommen gönnte er sich eine kleine Pause, wartete auf starke Jungs. Mit einer großen Gruppe, teilweise bis zu 100 Rennradfahrer fuhr er durch das Engadin, nie langsamer als 40 km/h. Die Norbertshöhe auf 1405 Meter ü. M. seine letzte Herausforderung, sein Finale. Stark. Gratulation 💪🏆👏

Grosse Runde 🇮🇹🇨🇭🇦🇹🏁
Jannik der Strombergbub🚴💪🏁

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