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Bordeaux

Clos Saint Saveur

1993, vor über 30 Jahren war ich das erste Mal in Bordeaux. Ich war ein junger Weinhändler, Le Vingeron (Der Winzer) so hiess mein kleines Geschäftle. Mit meinem Ford Transit, kommend von Südfrankreich machte ich einen Stopp in Bordeaux und besuchte die damals größte Weinmesse „Vin Expo“. Ich schlenderte durch die großen Hallen, probierte hier und dort, war erschlagen der riesigen Auswahl. Tauchte ein in die Welt der Grand Crus Classés en 1855 , schmeckte den Unterschied zwischen Médoc und Haut Médoc, probierte die berühmten Saint Emillion und Pomerol Weine. Ein grosses Abenteuer, meine erste Weinmesse! Ein Stand ist mir noch in Erinnerung geblieben. Es waren Weine aus England. Hatte noch nie von englischen Weinen gehört. Sie waren passabel, meist deutsche Rebsorten wie Müller Thurgau, Bacchus und Ortega. Rebsorten die für das Klima in England geeignet waren. Der Verkaufsleiter machte ein Foto und erhoffte sich so in Erinnerung zu bleiben. Später rief er mich in Deutschland an, zeigte sich enttäuscht der nicht getätigten Bestellung und beschimpfte mich wüst. Ich war geschockt. Mit diesen Erinnerungen von damals fahre ich mit Miri, Elfie und Hütehundmix Chablis aus den Karpaten in unserer Ferienhaus Clos Saint Saveur ins Entre deux Mers. Zwischen den zwei Flüssen (Meeren) Dordogne und Garonne. Mit dabei auf dem Autodach, mein Merida Reacto. Über diese zwei Wochen im Mai möchte ich Euch gerne berichten.

Regen, Regen und nochmals Regen. Meine erste Tour führt mich über die Garonne an Langnon vorbei in Richtung Pondensac. Schwere 18 Tonner brausten an mir vorbei und hüllten mich in ihre Gicht ein. Man sollte keine Route National fahren. Ah, ich erreiche das Maison Lillet und ein Lied kommt mir in den Sinn.

Ich will Immos, ich will Dollars, ich will fliegen wie bei Marvel
Ich hab' Hunger, also nehm' ich mir alles vom Buffet
Will ein Haus für meine Mama an der Küste von Catania
Zum Frühstück Canapés und ein Wildberry-Lillet

Ein alter Wein Aperitif, ein kleines Haus in Pondensac begeistert wieder als Cocktail mit Schweppes Wild Berry die Welt. Durch den Einfluss vom großen Konzern Pernod Ricard sind sie zum Sommerlichen Inn – Getränk geworden. Santé.🥂 So beschwingt quere ich wieder bei Cadillac die Garonne und tauche ein in die sanft geschwungene Landschaft des Entre deux Mers. Nass, durchfrorren, aber singend und summend ….“Will für immer alles gratis
Ich will haben, haben, haben…“ erreiche ich Clos Saint Saveur 🏁

Der morgendliche Spaziergang mit Chablis entlang unendlich langer Weinberge, weite Ausblicke ins Tal de Garonne, erfreut meine Seele. Nebelbänke verhüllen den Fluss. Aus dichten hohen Graswiesen blicken mich Rehaugen an, in weiter Ferne hoppeln Feldhasen davon. Vogelgezwitscher erfüllt den Morgen. Chablis spitzt die Ohren. Ein neuer Tag im Entre deux Mers.

Chablis spitzt die Ohren 🐕

Wir freuen uns auf Château Bastor – Lamontage im Sauternes. In Sichtweite das berühmte Château d’Yquem. Jean Dulong, der Verkaufsleiter begrüßt uns herzlich und brennt förmlich uns für die Welt der grossen Süssweine zu begeistern. Der Weg geht erst nicht einmal in den Weinkeller, sondern in die Weinberge, in die Wälder zu den Bienen. Es wird ein großer Aufwand betrieben, ein besonderes Klima, einzigartige Natur, viel mühsame Handarbeit, die richtigen Rebsorten Sémillon und Sauvignon blanc, sowie ein Jahrhundert altes Wissen ergeben das flüssige Gold. Bei einer Vertikalversorgung verschiedener Jahrgänge können wir uns davon überzeugen.Meine Kaufempfehlung: Jahrgang 2015

Privilégiant la fraîcheur aux dépens de la concentration, Bastor-Lamontagne fait partie des promoteurs des sauternes « modernes », et ce 2015 en est une parfaite illustration. Le nez floral et délicatement boisé annonce une bouche harmonieuse, souple et dotée d’une fraîcheur persistante. 

Guide Hachette: Château 2015 Bastor-Lamontagne

Natürlich darf das berühmteste Weingut im Sauternes nicht fehlen. Château d’Yquem. Der Rosengarten ist frei zugänglich, so schlenderten wir genüsslich durch die sehr gepflegte Parkanlage. Ich, mit einem Taste auf der Zunge eines Bastor- Lamontagne oder war es Château Nairac ein Grand Crus Classés 1855 aus Barsac. Komme schon richtig durcheinander….

Der nächste Tag, ein Ausflug ans Meer, an den Atlantik, ein bisschen Meerluft schnuppern. Ein Spaziergang zur Dune du Pilat, Einkehrschwung zum Mittagstisch im Caston, ein paar Austern schlürfen, passend einen Graves, wir sind ja schließlich im Bordeaux. In Pessac-Léognan einen Vorort und gleichnamigen Weinbaugebiet besuchen wir Château Larrivet Haut Brion. Gutsleiter François Godichon begrüßt uns herzlich. Hier wieder die gleiche Leidenschaft, Perfektionismus gepaart mit einer klaren Weinphilosophie. Im Einklang mit der Natur. Der 12 Hektar grosse Park, mit Wälder, Bächen, Seen und Auen ist ein Paradies für seltene Pflanzen, Tiere und Insekten. Der Wissenschaftler und Naturphotograf Philipp Nadé hat das Leben von Flora und Fauna ein Jahr lang mit seiner Kamera begleitet. Eindrucksvoll. Im Keller angekommen diskutieren wir über Primeur Weine, Punktesystem und neue Ausbautechniken (Beton Ei und Wein aus der Amphore), wir reden über den Klimawandel der auch hier seine Auswirkungen zeigt. Spannend.

Der nächste Tag, mein Merida Reacto wartet schon ungeduldig, Wasser in den Trinkflaschen, Proviant in der Rückentasche. Je suis prêt. Ich überquere die Garonne, entlang des Kanal sehe kleine Hausboote in die Schleuse einfahren und erinnere mich an unsere ersten Familieurlaube am Kanal du Midi und an der Loire. Ich werde sentimental. Nun Radle ich ins Entre deux Mers auf die andere Seite, zur Dordogne. Sanfte Hügel, satte grüne Wiesen, Weinberge so weit wie das Auge reicht. Ein lyrische Landschaft. An Château & Domains vorbei, an Schlösser, Burgen und Kirchen lege ich einen kleinen Stopp im Château Toulouse Lautrec ein. Ja, der berühmte Maler, van Gogh zählte zu seinen Freunden, lebte zeitweise in diesem Château Malromé, das seiner Mutter gehörte. Heute ist es ein Museum, ein Weingut und besitzt 5 Gästezimmer. Lohnt sich. Weiter geht’s immer weiter. Oft muss ich auf mein Navi schauen, sich zu verfahren ist Recht leicht….Die Straßen endlos, erreiche ich nach Stunden unser Feriendomizil Clos Saint Saveur in Le Pian sur Garonne 🏁

Garonne Kanal 🛥️🚤🛶⛵

Wenn man vom berühmtesten Wein der Welt spricht, dann fällt oft der Name Petrus, Château Pétrus. Wir sind auf dem Weg nach Pomerol und haben eine Einladung von Château l’Evangile, Nachbar von Petrus. Das Weingut gehört zur Familie Rothschild-Lafitte. Juliette Couderc, Gutsleiterin begrüßt uns herzlich, zeigt uns mit viel Wissen und Enthusiasmus ihre Arbeit im Weinberg und Keller. Das Wissen um das beste Terroir, die Rebsorte Merlot fit zu machen in Zeiten des Klimawandel ist eine tägliche Herausforderung. Im Hof lagern noch die abgebrannten Frost Kerzen! Das Weingut befindet sich gerade zur Umstellung auf biologische Weinbereitung. So ist der Mehltau auch hier eine grosse Gefahr für die Rebe. Um den Bodendruck der schweren Landmaschinen zu verringern, nutzt man wie ano dazumal das Pferd. Hier wird nichts dem Zufall überlassen! Mit einer feinen Probe der aktuellen Primeur Weine (2023 Bloson l’Evangile & 2023 Château l’Evangile) beenden wir unseren außergewöhnlichen Besuch. Juliette überrascht uns mit einem 2014 Château l’Evangile. Einfach Gross. Santé

Der Urlaub neigt sich dem Ende, vieles hätte ich noch erzählen können, Bordeaux ist eine Reise Wert. Aber unterschätzt bitte die Distanzen nicht. Vielles kann man nicht in einem Urlaub sehen, der Wunsch ist gross, wir kommen wieder, haben noch einiges auf dem Zettel. Zum Schluss noch zwei feine Restaurant Empfehlung: Einmal im Château Guirard „La Chapelle“ und einmal „Le Manège“ im Château Léognan.Warum? Weil es Weingüter sind die spitzen Weine machen, weil es junge Menschen sind die für ihre Sache brennen, weil man auch mit einem rudimentären Französisch oder in Englisch bestens bedient wird, weil sie selbstbewusst neue Wege gehen, einfach das moderne Europa. Vive La France. Vive Europa 🇪🇺 Vive Emanuel.🍷 Santé

Bleibt mir treu,bleibt gesund

Euer Coach (Basti)

Deuxieme Cru

Clos Saint Saveur 🐇

Tetenbüll

Tetenbüll

oder

einfach mal Luft holen

Der Wind peitscht mir ins Gesicht. Der kalte Regen lässt meine Glieder erfrieren. Mit grossem Kettenblatt stürme  ich mit meinem Merida Reacto zum Westhever Leuchtturm. Ich schmecke die salzige Seeluft. Die Nordsee ist nicht mehr weit. Am Horizont entdecke ich schemenhaft den Turm. Er ragt 40 Meter in die Höhe. Ich durchquere den Tümler Koog. Geh in den Wiegetritt. Gebe alles. Ich spüre die Gewalt der Gezeiten. Ich brauche es, ich will in die Fresse.

Seid Jahren verbringen wir unseren Familien Urlaub an der Nordsee. Jetzt schon zum 2. Mal in Tetenbüll, ein kleines Dorf auf der Halbinsel Eiderstedt. Haus Friesenfinca ist unsere Residenz für 2 Wochen. Schön liegt das Haus, eingebettet in der Dorfmitte, im Schatten der  Kirche St. Anna aus dem 1400 Jahrhundert, historischen Kolonialwarenladen Peters und dem Kirchspielkrug. Eine Institution. Hier ist mein kein Gast, hier ist man Mensch.

ST. ANNA

Es wird schlimmer. Ein Sturm braut sich über der Nordsee zusammen. Blitz und Donner, ich zähle die Sekunden. 21,22,23…Noch weit weg. Wie im Wahn trete ich in die Pedale. Umkehren, keine Option. Ich bin im Tunnel. Auf der Deichkuppe sehe ich die ersten Schafe. Dicht an dicht, um sich Schutz zu geben gegen die Gewalten der Nordsee. Flimmernt meine ich auch Personen zu entdecken. Vielleicht der Deichgraf Hauke Haien auf seinem Schimmel?

Man sagt, der Schimmelreiter hätt‘ den Teufel wohl im Bund,
kein Keuchen seines Pferdes, kein Hufschlag ward je kund.
Die Augen, sagt man, funkeln bei Ross und Reiter gleich
und wie Dämonen fliegen sie über Koog und Deich.

Es wird Mystisch. Ich denke an Papa, ich denke an Herbie, ich denke an   Emilia. Sind sie heute meine Schutzengel, die mich auf meinem Höllentrip begleiten? Ich meine sie schemenhaft in der Nebelnacht zu entdecken. Den Deich erklommen, sind es nur wenige hundert Meter  zum Westhever Leuchtturm. Mein Merida Reacto pflügt sich durch die aufkommende Flut. Ich stärke mich mit einem Schoko Riegel. Nur nicht in den Hungerast. Energie auffüllen. Geschafft, der Gigant in weiss und rot steht vor mir. Erbaut 1906, leuchtet sein Licht 21 Seemeilen tief in die schwarze Nordsee.

Westhever Leuchtturm

Ein letzter Blick. Endorphine, kleines lächeln auf den Lippen. Ich wende meine Maschine und stürme mit orkanartigen Böen an Wasserkoog, einem ehemaliges Fischerdorf, vorbei und erreiche in nie gekannter Schnelligkeit unser Ferienhaus. Die Friesenfinca in Tetenbüll. Miri, Elfie und Chablis erwarten mich sehnsüchtig und bei einem heissen Friesen Tee taue ich auf. Ungläubig berichte ich ihnen von meiner Fata Morgana auf dem Deich, auf der Tour zum Westhever Leuchtturm

Der Schimmelreiter reitet weiter durch Sturm und Nebelnacht,
ein Irrlicht zwischen Tod und Teufel, der Deichgraf hält die Wacht,
Hauke Haien hält die Wacht, Hauke Haien hält die Wacht.

Der Kuckuck weckt meinen wohligen Schlaf. Chablis schaut vorbei, stupst mich mit seiner nassen Schnauze. Auf in den Tag, auf in ein Abenteuer im Katinger Watt. Chablis, ein Hütehundmix aus den Karpaten ist seit 8 Jahren unser bester Begleiter, ein Freund fürs Leben. Er hat es uns nicht leicht gemacht. Wir mussten viel lernen. Sich sein vertrauen erarbeiten. Jeden Tag aufs Neue. Aber er gibt uns so viel zurück.

Das Katinger Watt ist ein Naturparadies für unzählige Tiere und Pflanzen. Enstanden durch den Bau des Eider Sperrwerk. Und eine Bürgerinitiative hat gekämpft. Gekämpft für die Natur, gegen den Kommerz eines Tourismuskonzeptes mit mehr als 20. 000 Betten. Jetzt leben dort zeitweise 30. 000 Nonnengänse. Ist das nicht schön.

Wir sind schon tief im Katinger Watt, laufen auf ehemaligem Meeresboden und hören gebannt dem Zwitschern der Vögel. Erreichen einen Siel, legen uns beide auf die Lauer. Ein Eisvogelmann taucht vor uns gekonnt ins Wasser, eine Entenschar (Säbelschnäbler) mit ihren Küken verstecken sich im Schilf. Eine Bisam Ratte, ein Einwanderer aus Amerika, nähert sich bedrohlich, wird aber mutig und erfolgreich vertrieben. Es ist spannend. Mit vielen Eindrücken schlendern wir an der Minister Eiche vorbei und gelangen zu unserem Parkplatz. Miri und Elfie warten mit einem leckeren Frühstück auf uns. So kann der Tag beginnen.

Auf der Lauer

Es war unser Revier. Jeden Morgen stand Chablis mit der Leine schon parat. Wir wurden zu richtigen Vogelkundler. Gerne haben wir auch das Eider Sperrwerk besucht. Seid Jahren haben sich Küstenseeschwalben, Flussseeschwalben und Lachmöven an den Mauern ihre Nester gebaut. Es ist eine aufregende Zeit im Mai diese Kolonien bei der Aufzucht ihrer Küken zu beobachten. Lohnt sich, auch gut mit dem Auto zu erreichen. Einen guten Espresso und wer will ein Fischbrötchen gibt`s auch. Lecker. Gute Infos bekommt man nicht unweit im NABU Zentrum. Die jungen Praktikanten sind mit Freude und Eifer dabei. Erklären gerne die Tier und Pflanzenwelt im Naturpark Wattenmeer.

Auch die Natur vermag uns nichts zu geben, als was wir selber ihr entgegenbringen.

Mein Merida Reacto wartet ungeduldig auf eine gemeinsame Ausfahrt. Das Wetter wurde sonnig bis heiter. Es blies eine leichte Brise. Beste Bedingungen. Mein erstes Ziel sollte die Hamburger Hallig sein.

sonnig bis heiter

Mein Rennrad schnurrt wie ein Kätzchen. Leicht fahr ich die endlos weite Strassen der friesischen Küste entlang. Land so weit das Auge reicht. Schafe mit ihren neugeborenen Lämmern säumen meinen Weg. Über einen kleinen 4 km langen Damm erreiche ich die Hallig. Hungrig steige ich vom Rad. Gut das ich ein Tisch reserviert habe. Erik Brak ist ein wirklich guter Koch und hat aus seinem Restaurant Hallig Kog ein lohnendes Ziel gemacht. Ich gönne mir ein Glas Riesling aus dem Rheingau. Mit einer Husumer Krabbensuppe werden meine müden Geister wieder zum Leben erweckt. Ein Lamm über Wiesengras geräuchert verführt mir meine Sinne. Mit Miri und Elfie, die schnöde mit dem Auto mir nach gereist sind, stoße ich auf dieses kulinarische Highlight an.

Hamburger Hallig
Am grauen Strand, am grauen Meer und seitab liegt die Stadt; der Nebel drückt die Dächer schwer, und durch die Stille braust das Meer eintönig um die Stadt.

Ein wichtiger Grund warum wir unseren Urlaub auf Eiderstedt verbringen ist der Strand von St. Peter Ording. Wir wollen doch das Meer. Es ist oft nicht da. Ebbe und Flut im Rhythmus der Gezeiten. Die Deiche versperren den Blick. Und so ist es eine feine Sache mit dem Auto auf den Strandparkplatz zu fahren. Chablis ist immer ganz aufgeregt. Er kennt den Weg zum Hundestrand auswendig. Dort stürmt er auf Artgenossen, tobt, checkt ab und die Hundeseele ist glücklich. Der Strand ist weitläufig. Reiter, Wave Boarder, Muschelsucher und Sonnenanbeter: jeder hat seinen Raum. Die Pfahlbauten am Strand sind das berühmte Markenzeichen von St. Peter. In der Strandbar 54° Nord, bei einem vitalisierenden Cappuccino lasse ich meine Blicke und Gedanken über die Nordsee schweifen. Herrlich.

SPO

Bleibt gesund, bleibt mir treu. LG EUER COACH

Auf dem hohen Küstensande

Auf dem hohen Küstensande
Wandre ich im Sonnenstrahl;
Über die beglänzten Lande
Bald zum Meere, bald zum Strande
Irrt mein Auge tausendmal.

Aber die Gedanken tragen
Durch des Himmels ewig Blau
Weiter, als die Wellen schlagen,
Als der kühnsten Augen Wagen,
Mich zur heißgeliebten Frau.

Und an ihre Türe klink ich,
Und es rufr so süß: Herein!
Und in ihre Arme sink ich,
Und von ihren Lippen trink ich,
Und aufs neue ist sie mein.

Theodor Storm (1817 – 1888)

DIE WINDKANTE

oder unser Urlaub in Ostfriesland

Dicke Luft, bevor wir die Autobahn erreichten. Was war passiert? Ich spielte mit dem Gedanken mein Rennrad, mit in den Urlaub zu nehmen. NEIN, kommt gar nicht in die Tüte! Dann war´s das mit unserem gemeinsamen Urlaub. „Du sitzt nur auf deinem Rad und wir gucken in die Röhre“ !

Klamm heimlich baute ich mein Rad auseinander, packte es in die Radtasche und quetschte es zwischen Koffer und Schwiegermutter. Geht doch! Mein Merida Reacto oder meine Schwiegermutter, so weit wollte ich es doch nicht kommen lassen. So saßen wir wohlgemut, freudig, nach dem der erste Ärger verflogen war, im Auto auf der Fahrt zu unserem Ferienhaus nach Ihlowerfehn in Ostfriesland. Wir das sind: Hütehundmix Chablis, hatte im Kofferraum den meisten Platz, meine Schwiegermutter Elfie, hinten auf der Rückbank, zwischen Rennrad und dem Proviant, mein Frau Miri als guter Beifahrer und meine Wenigkeit, Der Coach.

Wir machen in den letzten Jahren immer an der Nordsee Urlaub. Angefangen von Ladelund an der Dänischen Grenze auf einem Reiterhof, dann auf der Halbinsel Eiderstedt in Tetenbüll und nun hat uns Booking.com nach Ostfriesland verschlagen. In einem Blog Beitrag „Wat ein Watt“ hab ich schon mal die Nordsee und Ebbe und Flut beschrieben. Ihlowerfehn eine Dörfchen, künstlich an einem Kanal erbaut. Ein Mix aus Ferienhäusern und festen Wohnsitzen. Nett, beschaulich würde man sagen.

Ein Häuschen, ein Gärtchen, ein Bötchen und Schietwetter , super hier im Norden…So waren die ersten Ausflüge nach Aurich, Moormuseum, Norden Seehundeauffanstation und Emden, das Ottohuus unsere ersten Highlights…

Bötchen Tour

Ich hatte mein Merida Reacto ja mitgenommen gegen jeden Widerstand! Und wie alle drei faul im Garten poften und die Sonnenstrahlen genossen, baute ich mein Rad zusammen und freute mich auf meine ersten Kilometern auf den Straßen Ostfriesland.

Auf STRAVA hab ich schon mal nach Routen geschaut. Es gab auch eine Segment Challenge Zeitfahren 2020 Sprinter Emden 0% Steigung!

Die ersten Kilometer auf Schnur geraden Straßen liefen nicht schlecht, an Windrädern vorbei in Richtung Ems Kanal. Der Wind bliess direkt von vorne. Ich machte mich so klein wie möglich, aber der Gegenwind kostet Körner. Ich wünschte mir mein Radbande im Stromberg herbei. Als Capitano würde ich die starken Jungs in den Wind schicken, so gewinnt man Etappen! Das Ems Sperrwerk als Ziel erreicht und mit Rückenwind und viel Tempo an Nebenstraßen (gut ausgeschildert) ging es wieder zurück nach Ihlowerfehn. Hatte nichts verpasst, lagen alle noch im Garten und genossen die letzte Abendsonne!

der Garten vor dem Kanal

Wir wollten natürlich die Nordsee sehen und auch mal eine Wattwanderung unternehmen. Nach Baltrum wandern und mit dem Schiff zurück. Das wäre fein. Nun traf ich zufällig den Nachbar nach so einer Wattwanderung, oh je, sind wir kaputt, so anstrengend riet er mir davon ab. Aber mal das Watt spüren ohne Zeitdruck und der Gefahr nicht von der Flut überrascht zu werden. Die ersten  Schritte waren schwierig, Barfuß, scharfe Muscheln machte jeden Schritt zu tortour. Nach paar Hundert Metern kehrten wir zurück und alle waren Dankbar inclusive Chablis das Feste Land zu erreichen.

immer Kette rechts

Das Wetter wurde immer besser, im Fernsehen lief die Tour de France, Lennard Kämna gewinnt die 16.Etappe, die Lust auf Radfahren war geweckt. So schnappte ich mir am Abend mein Merida Reacto und  fuhr im Sinne eines Einzelzeitfahrers entlang der kleinen Ostfriesischen Dörfer, Kanäle und Moorlandschaften. Teilweise auch auf Kopfsteinpflaster, ein kleiner Vorgeschmack auf #Paris-Roubaix!

Ich machte einen kleinen kleinen Abstecher zur Familie Krebs. Mein Nachbar vom „Weissen Haus“ in Rottenberg aus Jugendtagen. Martin Krebs lebt mit seiner Familie schon seid 20 Jahren in Ihlow. DANKE  für den herzlichen Empfang nach so vielen Jahren und leckeren Kuchen. Gestärkt und ausgeruht mit alten Erinnerung im Gepäck ging es die letzten Metern in unser Ferienhaus im Juisterweg 15 zurück.

Stürmische Begrüßung,Cleo in Aktion

Es ist mal schön keinen Anstieg, Hügel oder Berge bei einer Radtour zuhaben. Keinen einzigen Schaltvorgang, immer Kette rechts. Die einzige Herausforderung – der Wind. Aber auf Dauer merke ich wie mir der Stromberg-Kraichgau fehlt. Kurze knackige Anstiege, Serpentinen, kurvige Routen, schnelle Abfahrten, offene Landschaften, Abwechslung fürs Auge, all das hat mir gefehlt.

Die Radbande im Stromberg untetwegs

2020 in Ihlowerfehn war erholsam für uns Vier. Für jeden war was geboten.

ABSCHIED AM KANAL AURICH

Uns fehlte das Meer. So wird der nächste Sommerurlaub auf eine Insel gehen, Juist, Langeoog oder Borkum und mein Merida Reacto wird wieder an Bord sein. 😉Versprochen!

Bleibt Gesund, bleibt mir Treu, LG, Euer Coach

Nachspann

Pilgern auf der Alb

Pilgern

auf der Alb

#aufderschwäbischeneisenbahn

#trullatrullatrullala

Bei der Vorbereitung unserer kleinen Etappenwanderung entlang der schwäbischen Eisenbahn hatte ich einen Anruf bei der Bahngesellschaft und folgendes Kinderlied wurde in der Leitung gespielt….

ein Historisches Kinderlied begleitet uns auf unserer Wanderung

Diese historische Bahnlinie von Engstingen nach Ulm über Münsingen, Schelklingen und Blaubeuren sollte unsere Raststationen auf unserer Pilger Etappenwanderung hoch auf der schwäbischen Alb sein.

Wir, das sind: Der Coach, Miri und Hütehundmix Chablis aus den Kaparten.

Pilgern auf der schwäbischen Alb

Die Rucksäcke gepackt, Proviant für Chablis, die Wanderschuhe geschnürt, das Auto geparkt in Engstingen am Bahnhof, den Routenplaner #Komoot eingeschaltet, so starteten wir frohgemut in das Abenteuer „Pilgern auf der Schwäbischen Alb“.

der Bahnhof in Engstingen

Entlang der Bahnlinie wanderten wir aus dem Ort Engstingen in Richtung Münsingen unserem 1. Etappenziel. Es war heiss, kein Schatten in Sicht, vor uns lagen ca. 20 km. Die ersten 4 km bis Kohlstetten waren schon mal launig, der neue Rucksack von Miri passte wie angegossen, kein Schuh drückte und Chablis hatte stets ein Auge auf uns. Seine kleine persönliche Schafsherde! In Kohlstetten sahen wir das restaurierte Bahnhäußchen welches ein kleines feines Restaurant nun beherbergt. Leider an diesem Tag noch geschlossen so musste ein Schluck aus der Trinkflache reichen.

Nach Kohlstetten verliessen wir das Tal, unser Weg führte jetzt durch Wiesen und Wälder. Dankbar für den Schatten der Bäume und der leichte kühlende Wind. In weiter Ferne hörten wir immer mal wieder das Signalton der schwäbischen Eisenbahn. Wir waren auf dem richtigen Weg. Ein Picknick an einem Bachlauf, kurz die nackten Füsse erfrischen, keine Eile, einfach mal in sich ruhen.

Der Segelflugplatz von Münsingen kündigte unser heutiges Etappenziel an. Von weitem konnte mann den Kirchturm und die ersten Häuser von Münsingen erkennen. Es ist dann nochmal eine Motivation wenn man sein Ziel schon im Blick hat, obwohl es noch einige Kilometer zu gehen sind. Geruht und Gestärkt auf einer Parkbank am Wegesrande liefen wir in das alte Stadtzentrum von Münsingen zum #Biosphären 4* Wohlfühl-Hotel Herrmann | Münsingen | Schwäbische Alb, unsere Bleibe für die Nacht.

Ich sollte noch erwähnen das wir in der Coronazeit unsere Wanderung unternommen haben. Nach einem harten #lockdown, wurden die ersten vorsichtigen Lockerungen ermöglicht. So auch Hotels und Restaurant mit restriktiven Hygiene Maßnahmen geöffnet. Wir waren froh, trotz der harten Einschränkungen, unsere Reise zu unternehmen und konnten um so mehr die Gastfreundschaft und die Herzlichkeit der Gastgeber schätzen. Aber dazu später mehr.

Biosphärenhotel Herrmann

Eine heisse Dusche, ein @Berg Märzen, ein guter Rotstbraten und ein Schlummertrunk Cuvée Jura vom #Biosphärenweingut Dolde. Einfach herrlich. Wie haben wir das vermisst.Und jetzt: Süsse Träume

Am nächsten Tag standen 30 km Wanderung im Roadbook. Puh….Der Wetterbericht kündigte Dauerregen und Windböen an. So gab es kurzerhand eine Planänderung: von Münsingen nach Schelklingen mit der schwäbischen Eisenbahn und die letzten 10 km nach Blaubeuern wieder auf Schusters Rappen. Nach einem reichhaltigen Frühstück verließen wir unser kleines Hotel in Richtung Bahnhof Münsingen und warteten auf die Einfahrt der Traditionsbahn. Nirgends konnte man eine Fahrkarte lösen. Alles geschlossen. Der Zugführer hatte ein Herz für uns drei, besonders Chablis fand er süss, so nahm er uns kurzerhand auch ohne gültige Fahrkarte mit nach Schelklingen. Auch das ist Deutschland. Danke.

Angekommen in Schelklingen tigerten wir erst einmal in die Innenstadt auf einen feinen Cappuccino. Ein obligatorisches Foto von der #Venus vom Hohle Fels musste sein.

Die Venus vom Hohle Fels ist die bisher älteste bekannte, von Menschenhand geschaffene Frauenfigur.
Die Statuette ist 40 000 Jahre alt und wurde aus einem Mammutstoßzahn geschnitzt. Sie zerbrach im Laufe der Zeit im Erdreich. Sechs Fragmente konnten zu einer fast vollständigen Figur zusammengefügt werden. Anstatt des Kopfes befindet sich im Halsbereich eine Öse. Die Venus vom Hohle Fels wurde einst als Amulett oder Schmuckstück getragen.
Die überdeutlichen Geschlechtsmerkmale fallen sofort ins Auge. Die Brüste sind üppig und ragen weit nach vorne. Das Schamdreieck mit der offenen Vulva ist deutlich zu erkennen. Die Taille ist im Verhältnis relativ schmal. Die Darstellung zeigt damit keine Schwangere. Im Gegensatz zu den Füßen sind die Arme und Hände fein ausgearbeitet. Die sorgfältigen Kerben, Linien und Markierungen sind zweifellos von symbolischer Bedeutung.
Eine abschließende Erklärung zur Venus vom Hohle Fels kann die Wissenschaft noch nicht geben. Das Geschlecht scheint die zentrale Aussage der Figur zu sein. Die Figurine signalisiert Weiblichkeit und Sexualität an sich, und zwar in einer Weise, die von der Identität einer real existierenden Frau losgelöst ist.

Der Regen kündigte sich mit dunklen Wolken an, so wollten wir keine Zeit verlieren und wanderten zügig zu unserem 2 Etappenziel: Der Blautopf in Blaubeuren. Unsere Herberge Zum Ochsen.

Aber der Regen wurde immer heftiger. Wir retteten uns unter einer alten Linde. So verharrten wir der Dinge, wurden immer Nasser und froren wie Espenlaub, machten uns aber warme Gedanken. Jetzt eine warme Mahlzeit, das wäre fein. Also, auf in den Regen auf der Suche nach einer Gaststätte. Ein Schild, ein Wegweiser, der Forellenhof hörte sich verlockend an. Es brannte Licht, rein in die wohlig warme Gaststube. Ein herzlicher Empfang, auch Chablis war willkommen. Gleich mit einem Willkommensschmankerl huschte er unter den Tisch. Forelle Müllerin und weisser Spargel mit Sauce Hollandaise, ein passender Riesling aus Württemberg. So werden die müden Glieder wieder zum leben erweckt. Lecker.

Die letzten Meter nach Blaubeuren waren dann nicht mehr schwer. Herzlich begrüßt in unserer Herberge Zum Ochsen. Eine heiße Dusche und ein gutes Bier. Wandern für Fortgeschrittene…Am Abend die guten schwäbischen Maultaschen Wie Gott auf der Schwäbischen Alb“. Der Blautopf war gesperrt, aber auch so hatte Miri sich die Quelle der Blau anders vorgestellt.

Entstehung des Blautopf

Die berühmteste Karsterscheinung Blaubeurens ist der Blautopf. Der Blautopf ist nach dem Aachtopf die größte Karstquelle Deutschlands.

Seine Entstehung verdankt der Blautopf verschiedenen Umständen. Die Albhochfläche besteht aus klüftigem und durchlässigem Kalkgestein. Die Regenfälle auf der Alb sammeln sich nicht in Flüssen, sondern versickern sofort in den Untergrund. Innerhalb des Bergmassivs sind weitverzweigte Höhlensysteme entstanden, die je nach Wasserspiegel unterirdische Höhlenflüsse führen oder zwischenzeitlich Trockenhöhlen sind. 

Tief und wasserreich

In dem Gebirge um den Blautopf herum befindet sich ein großes weitverzweigtes Höhlensystem, in dem große Wassermassen gesammelt werden und am Blautopf an die Oberfläche drängen.

Das Wetter wurde schöner die letzte Etappe stand im Roadbook. Der Ulmer Münster und unser kleines feines Hotel Reblaus im Fischerviertel sind das letzte Ziel unserer kleinen Pilgerwanderung auf der schwäbischen Alb. Wir verabschiedeten uns herzlich von unserer Herbergsmutter, der Chefin vom Hotel Zum Ochsen. Viel haben wir über die Probleme der Gastronomie in der Coronazeit gelernt und darüber rege diskutiert. Wir wünschen ein gutes gelingen im Restart nach dem Lockdown. Wir fühlten uns sicher und jederzeit gut betreut. Danke.

Über einen Höhenwanderweg der sehr gut beschildert ist nahmen wir die letzten 20 km in Angriff. Wir wurden immer besser. Dunkle Waldwege über freie offene Lichtungen, Wiesen und Felder wanderten wir im Gleichschritt. Vorbei an kleinen Ortschaften tauchte in der Ferne der Ulmer Münster am Horizont auf. Grosse Freude.

Ulmer Münster by night

Über 200 Jahre wurde am Ulmer Münster gebaut: von 1377 bis 1543 und dann nach einer langen Pause wieder von 1844 bis 1890. Heute ist das Ulmer Münster die größte evangelische Kirche in Deutschland und die Kirche mit dem höchsten Kirchturm der Welt. Das Münster ist kein Dom: In Ulm gab es nie einen Bischof oder einen Landesfürsten. Das Münster ist eine Bürgerkirche: Allein die Bürgerinnen und Bürger der Stadt bauten es, bis heute ist es das Wahrzeichen von Ulm.

Ankommen, über kleine Vorstädte der Blau entlang. Einblicke in Gärten, Höfen und Wohnzimmer. Das Leben einer Stadt mit seinen kleinen Gassen, Plätzen, Restaurants und Geschäften zu entdecken gelingt nur auf Schusters Rappen. Ulm ist eine Reise Wert. Zu Fuss sehr zu empfehlen.

Nach einer entspannten ruhigen Nacht wachten wir vom bezaubernden Vogelgezwitscher auf. Und das in der Innenstadt, nicht unweit des Ulmer Münster entfernt. Klasse.

Um 9:15 Uhr wartete auf Gleis 5a unser Zug der Schwäbischen Eisenbahn. Der Lokführer begrüßte uns herzlich und wünschte uns eine gute Bahnfahrt. Jetzt, bei der Fahrt mit der Bahn durch das Tal an den Ortschaften die wir alle schon bei unserer Wanderung streiften kamen die Erinnerungen und die Begeisterung für die schwäbische Landschaft der Alb.

Das war unser Pilgern auf der Alb, entlang der schwäbischen Eisenbahn. Wir sagen Danke: an die Menschen die wir auf unserem Weg begegnet sind! Herzlich, authentisch, hilfsbereit!

Bleibt gesund, bleibt mir treu. lg. Euer Coach

Die Tradition

Die Tradition

ein Skiurlaub mit der ganzen Familie

An den ersten Schnee kann ich mich noch gut erinnern. Wir fuhren über eine Passstrasse in Richtung Italien, wir schrien im Auto, mein Vater musste sofort auf die Bremse und in einer Nothaltebucht anhalten. Mit voller Freude stürzten wir Kinder uns in den Schnee am Wegesrande. Wir kamen damals gerade aus Kenia. Die ersten sieben Jahre meines Lebens verbrachte ich in Afrika. Der schneebedeckte Kilimandscharo war in weiter Ferne. Einmal eine Schneeballschlacht, ein Iglu oder eine Schlittenfahrt. Das wäre toll.

Kilimandscharo

Einen Skiurlaub – das konnten sich meine Eltern nicht leisten. Manchmal fiel der Schnee bei uns auch im Vorspessart, so unternahmen wir spannende Rodeltouren, Schneeballschlachten und spielten Eishockey auf unserem zugefrorenen Dorfteich bis die Mama zum essen rief. Aber ein richtigen Skiurlaub in den Bergen blieb ein Traum.

Ischgl – mein Traum! jedes Jahr fuhren meine Freunde nach Ischgl, erlebten die tollsten Geschichten. Und Ich war nie dabei. Blieb immer Zuhause. Hatte mir in jungen Jahren beim Fussball einen Kreuzbandriss zugezogen und fand das Skifahren für mich als zu gefährlich. Schade.

Erst die Bekanntschaft meines Schwiegervaters Herbie änderte sich mein Leben. Er war ein richtiger Tiroler durch und durch. Gebürtig aus Schwaz in Tirol. Im Sommer ging er in die Berge zum Pilze sammeln und im Winter war Skifahren angesagt. Zum Ausgleich spielte er auf dem zugefrorenen See mit Freunden Eisstock schießen. Meinen ersten Vogelbeeren Brand hab ich mit ihm gekippt. Lecker. Viel über Österreich 🇦🇹und seine Berge gelernt. Danke.

ein Mann aus Tirol

Er ist natürlich jedes Jahr mit seiner Familie in den Skiurlaub gefahren. Ihm war es wichtig das sein beiden Töchter gut Ski fahren lernen. Und das konnten sie besser als Lindsey Vonn.⛷️

So war es Tradition das er immer zu den Faschingsferien zum Skiurlaub einlud. Nun auch mich. Es ging nach Brigels in die Schweiz. Mein Traum wurde war. Schnee so weit das Auge reichte, eine unglaublich schöne und beeindruckende Landschaft.

Brigels / Schweiz
Traum

So, was macht einer ohne Skierfahrung auf dem Berg? Erst mal sich Langlauf Ski ausleihen. Es gab gleich eine gespurte Loipe nahe der Hütte. Das lief nicht so schlecht. Jetzt wollte ich wie die grossen Biathleten auch mal Skaten. Merkte aber schnell das ich nicht vorwärts kam. Erst mein Schwiegervater Herbie erklärte mir den Unterschied. Die Ski sind anders aufgebaut.Die Skating Ski haben ein Kante mit der man sich abstösst. Um so mittels Skatingschritt an Tempo zu gewinnen. Logisch…

fehlt nur das Gewehr…

Ich wollte natürlich nicht hinten an stehen. Alle waren so gute Skifahrer, selbst schon die kleinsten Enkelkinder Samu und Levi fuhren wie wild die Pisten herunter. So durfte ich mir mal die Abfahrtsski von meinem Schwiegervater Herbie ausleihen. Fiasko will ich es nicht nennen, aber erst einmal in den Schlepplift reinstolpern war eine Herausforderung. Steht man erst oben auf der Bergstation werden die Knie weich. So steil sieht das von unten doch gar nicht aus! Allen Mut zusammen genommen, Augen zu und Abflug in den Schnee. Gut, mit paar Ratschlägen und like Schneepflug mehr als recht und schlecht die Talstation erreicht. Nichts gebrochen, alles heil, darauf einen Schnaps! (am besten eine Vogelbeere)

Pistenschreck oder doch Franz Klammer

Aus diesen ersten Erfahrungen hab ich gelernt und mich auf das Langlauf fahren in den nächsten Urlauben konzentriert. Auch lange Schneewanderungen mit Hund Chablis🐕 habe ich stattdessen unternommen. Oft war das Ziel eine Après Ski Hütte in der sich dann die ganze Familie traf. Es hat mich schon geärgert das ich nicht den berühmten Einkehrschwung konnte. Aber das Bier🍻 und die Jause🍳 hab ich mir doch schmecken lassen.

Chablis aus den Karpaten

Eine Tradition vom Schwiegervater Herbie in den Faschingsferien zum Ski fahren einzuladen haben wir übernommen und fortgeführt. Eine Tradition. Es ist nicht immer leicht alle unter einem Hut zu bekommen. Es jeden Recht zu machen. Die Kinder werden größer und es nicht mehr so spannend mit den „Alten“ in den Urlaub zu fahren. Skiurlaub ist teuer. Eine Unterkunft für uns alle mit Hund Chablis zu finden ist nicht so leicht. Dieses Jahr waren wir in den Nockbergen,🏔️ Kärnten.150 Meter von der Bergstation entfernt. Im Tal gab es zwei Thermen und für mich eine Skating Loipe. Hurra! Die Klimaveränderung hat auch die Skigebiete erreicht. Mit viel Aufwand wird versucht mittels Beschneiungsanlagen den fehlenden Schnee entgegenzuwirken. Schneesicherheit ist ein wichtiger Erfolgsgarant für die Urlaubsregionen. Auf einer weissen gespurten #Römerloipe konnte ich meine Runden drehen. Sehr bizarr, aber gut!

global warming

Das Klima ändert sich, global warming ist auch in den Skigebieten angekommen. Mit einer großen Anstrengung stemmt man sich gegen den fehlenden Schnee. Wir wollen auf den Gipfel, Ski fahren, mit einem feinen Einkehrschwung in die Après Ski Hütte und feiern bis die sich die Balken biegen. Ist das noch Zeitgemäß?

Einkehrschwung wie Anno dazumal

Ich glaube schon. Nachhaltigkeit ist das Schlagwort. Die Berge in ihrer vollkommenden Schönheit verstehen und spüren. Wanderungen, gerne auch Bäume umarmen sich entschleunigen, der Natur bewusst werden. Gut Einkehren, mal ohne Einkehrschwung! Menschen, Sprache und Regionale Produkte kennenlernen. Viele Angebote werden schon gemacht.

in der Panoramahütte

Fasching 2020 🤡in den Nockbergen war wieder ein Traum. Ich freue mich schon auf unseren nächsten Familienurlaub. Wo wird er sein? Das weiss ich nicht, aber ich weiss, er endet mit einem gepflegten Einkehrschwung.

Nockberge 2020

Bleibt mir treu. LG. Euer Coach

Nachspann

https://www.youtube.com/watch?v=4v1pZ_MAQ-c
auf den Weg ins Watt

Wat ein Watt

Chablis auf den Weg ins Watt

Das Wattenmeer – Küstenlandschaft der Nordsee

Das Watt wird zweimal am Tag während des Hochwassers überflutet und fällt bei Niedrigwasser wieder trocken, wobei das Wasser durch tiefe Ströme (Priele) abfließt. (Quelle Wikipedia)

Und dieses Watten Meer wollten wir bewandern. Wir sind: Chablis ein Hütehundmix aus Rumänien, Miri, Naturverbunden und Basti der Coach. Der erste Blick führte auf die Gezeitentabelle. 2 Stunden vor Niedrigwasser ist der Beste Zeitpunkt um zu starten. So hat man gute 4 Stunden um sicher das Wattenmeer zu erkunden und nicht von der Flut überrascht zu werden!

endlose Weiten

Der Einstieg in das Wattenmeer ist oft schwierig, weil sich viel Schlick im Mündungsbereich gebildet hat. Man sinkt tief bis auf Kniehöhe ein und hat Angst zu versinken. Nach einigen Metern allerdings zeigt sich das Wattwandern von der schönsten Seite und man kann Barfuss hervorragend laufen! Einige Priele sind auf dem Weg zu durchwandern. Die Strömungsgewalt von Ebbe und Flut ist gut zu spüren.

Freiheit?

Auf der Suche nach den small five

Gemeint ist der Wattwurm, die Nordseegarnele, die Herzmuschel, die Strandkrabbe und die Wattschnecke. Die fünf bedeutsamsten Tiere und Werbe Symbol für das Weltnaturerbe Wattenmeer.

Vor allem dienen sie für die vielen Vögel und Fische als Nahrungsquelle!

Es gibt keine Ablenkung, keinen Baum, keinen Strauch. Das Meer hört man rauschen in der Ferne. Die Vögel sind auf Sichtweite in 200 Metern. Wo ist das Ende, wo ist der Anfang? Die Angst sitzt einem im Nacken .Wann kommt die Flut?. An welchem Punkt sollte man kehrt machen. Die Lust zu laufen, das Ende zu erreichen. Aber Miri quängelt und man spürt die Unsicherheit bei jedem Schritt. Sieht man das Rettende Ufer nicht, läuft man schnell ohne Kompass in die falsche Richtung. Also, nie ohne Wattführer!

unsere Spuren im Watt

Barfuss laufen – wann macht man das noch? Es braucht Überwindung, aber ein geiles Gefühl. Klar, kann man Gummischuhe benutzen, aber gerade dieses elementare Laufen ist Freiheit für unsere geschundenen Füße. Am Abend, den Dreck noch unter den Fußnägeln, gut durchblutet, wohlig warm, einfach herrlich!

Es gibt nichts schlimmeres als mit kalten Füssen einschlafen zu müssen!

zeigt her Eure Füße

Wir als „Südländer“ sind fasziniert vom Watt. Wir wissen nur einen Bruchteil und haben auch nur einen kleinen Bruchteil vom Weltkulturerbe der UNESCO erkundet. 1 Million Hektar, Sandbänke, Priele, Dünen und Salzwiesen. Für Millionen Watt – und Wasservögel, Seehunde, Kegelrobben und Schweinswale ist das Wattenmeer ein wichtiger Lebensraum.

happy, das Ufer in Sicht

Am Schluss noch eine feine Buch Empfehlung.

Wie könnte es anders sein als: Theodor Storm „Der Schimmelreiter“

LG.Euer Coach

Fangopackung, wollte einen vertrockneten Priel durchlaufen…

Nachspann

What für ein Watt

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