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Tour de France oder Gold aus Valréas 🏅

2025

Gold aus Valréas 🏅 🇫🇷

Anfang des Jahres stand der Postbote mit einem unerwarteten Päckchen vor der Tür. Eine Überraschung von einem Freund aus alten Jugendtagen. Gemeinsam haben wir einen gepflegten Doppelpass beim TSV Rottenberg gespielt. Er hat mich nicht vergessen, auch nach so vielen Jahren nicht. Wir waren jung und schön. Wir waren „Die Buwe“. Ein neues Standard Werk über die Tour de France von Stephan Klemm war in dem Päckchen mit einer Widmung: Für Boom – Basti, Vive le Tour. Ich war gerührt, unwissend hat Erik mir eine große Freude bereitet. Im Sommer stand meine ureigene Tour nach Valréas an. Jeden Tag 200 Kilometer zur Partnerstadt von Sachsenheim in die Haut Provence, zum Gipfel des Mont Ventoux, zu meinen französischen Freunden, zu meinen Rad Helden, zur Tour de France. Davon und noch vieles mehr möchte ich Euch in meinem persönlichen Jahresrückblick erzählen

Micha bist du dabei, ich brauche Dich, ich brauche deine Motorrad Begleitung? Wie die Eskorte bei der Tour de France. „Ja klar, mit meiner BMW kann ich sogar dein Gepäck transportieren und dir Geleitschutz geben.“ Stephan von der Radbande hat auch zugesagt. Er fährt 20.000 Kilometer im Jahr und hat einen großen Motor. Mein Edelhelfer, mein Wasserträger, wie man in der Radsprache sagt. Diese Hilfe war wohl auch bitter notwendig, aber davon wusste ich in der Vorbereitung Gott sei Dank noch Nichts.

Dominik, Max habt ihr Lust mit mir einen Podcast aufzunehmen? Hatte ich sie mal an einen Samstag angequascht. Ja cool, wir hören selbst gerne. Um was soll es gehen? Wir probieren Wein und reden darüber, jeder mit seiner Erfahrung, jeder mit seiner ureigenen Meinung . Dominik du bist der Getränke Profi, Max du bist der Leergut Junge mit der feinen Zunge und ich bin der, der in der Weinabteilung kruschtelt….So sind mittlerweile über 20 Podcast Episoden entstanden! Es ist mir immer eine grosse Freude mit den Jungs einen Podcast aufzunehmen. Auf allen Streamingdiensten zu hören 🎧 Wein hat kein MHD

Einer unserer ersten Podcast 🎙️ Aus dem Ochsen Schorle Glas mit Roland von den Winzer vom Weinsberger Tal

Die beste Vorbereitung für die Tour de France sind die Frühjahrs Klassiker wie Mailand San Remo, Amstel Gold Race oder Paris Roubaix. Und für mich stand La Corima, das Radrennen in Montélimar im Kalender. Wie es mir und meinen Rad Freunden von der Radbande im Stromberg erging könnt ihr im Blogbeitrag „Wind of Change“ nachlesen

Valréas 🇫🇷

Das Frühjahr war auch geprägt von vielen schönen Arbeiten im Weinberg. Wie ihr wisst bin ich wieder Winzer geworden. Nun, kein fränkischer Winzer mit Rebsorten Riesling & Silvaner, sondern ein Steillagen Winzer in Kleiningersheim mit den typischen Rebsorten Trollinger & Lemberger. Ein Rosé wurde abgefüllt, verkorkt, etikettiert und mit einem Siegel verschlossen. Natürlich habe ich die Rosa Rote Winzer Brille auf, aber für Euch habe ich eine Wein Kritik von meinem Chef Gerhard Kiesel herausgesucht.

Ich bin Winzer🍷
Instagram:Mission.Grand.Cru

Feiner Frühlingsduft in der Nase
Angenehm zu trinken feine Saüre leicht Mineralisch Weinberg Boden im Abgang trockenes Flussbett
Gutes Trinkgefühl verlangt nach mehr

Gerhard Kiesel

Eine Auszeit mit der Familie musste natürlich auch sein. Einen kleinen Blogbeitrag habe über diese Erholung in den Tiroler Bergen mit dem Titel Mei.Auszeit geschrieben

So frisch wie der Rosé🍷Santé

Der Sommer kam in grossen Schritten und meine Tour de France mit 1600 Kilometer immer näher. Ich war gut drauf, bis an diesem verhängnisvollen Morgen als ich mich bei einer Euro Palette verhob. Der Rücken blockierte und ich konnte mich keinen Meter mehr bewegen. Ich landete auf der Couch, nichts ging mehr. Nur durch einige gute Tipps von meiner persönlichen Heilpraktikerin Miriam machte ich kleine Fortschritte. Aber ich brauchte Geduld.

Brauchte Geduld ☘️

Die Tour de France 2025 war die 112. Austragung. Sie führte die Fahrer über eine Strecke von 3302 Kilometer Länge und 51.550 Höhenmeter von Lille bis nach Paris und beinhaltet zwei Ruhetage. Meine 1. Tour hatte eine Länge 1600 Kilometer & 12000 Höhenmeter von Bietigheim 🇩🇪über Schaffhausen, 🇨🇭 Yvonand, Aix les Bains, Valréas, 🇫🇷 Lyon, Arc et Senans, Müllheim 🇩🇪 und beinhaltete 3 Ruhetage. Mein persönliches Etappenrennen mit meinem Edelhelfer Stephan und Motorrad Begleitung Micha.

Radbande 🚴🏻🏍️

Der Start am 17. Juli war ein sonniger Morgen. Stephan pumpte die Reifen auf 8 bar, Miri stopfte mir noch ne Banane in die Rückentasche und wünschte uns beiden eine Unfallfreie Tour. Das Tempo war hoch, zu hoch für die ersten Stunden, wir passierten Sindelfingen und Böblingen und kamen der Schweizer Grenze immer Näher. Stephan sah mich nach 130 Kilometer besorgt an, ich pumpte wie ein Maikäfer mit einem schmerzverzerten Gesicht. Ein kleiner Espresso Stopp war jetzt lebenswichtig. Hab‘ ich die Beine für diese Tour? Ich kämpfte, machte mich klein im Windschatten, die Schweizer Grenze in Sichtweite, ein letzter kleiner Anstieg, dann rollten wir mit großem Kettenblatt nach Schaffhausen unsere 1. Destination. Micha auf seiner BMW 6 Zylinder K1600 GTL hatte das Gepäck und war verwundert über unsere Geschwindigkeit. „Man Jungs, seid ihr stark,“ da wusste er nicht wie ich leiden musste.War ich froh ihn zu sehen.🚴🏻🚴🏻🏍️🇨🇭🏁

Bei der Tour gewinnt nicht der Beste Fahrer, sondern der mit dem besten Team, mit der besten Verpflegung und mit der besten Erholung. Essen, gut schlafen das sind mitunter entscheidende Vorteile. So schlenderten wir in Schaffhausen am Rhein, kehrten direkt am Wasser in einen Restaurant ein, tranken guten Sauvignon Blanc, hörten coole live Musik, diskutierten angeregt über Europa, offene Grenzen, über Freundschaft und fielen hundemüde in unsere Betten, schliefen tief und fest.

Rheinfall 🤩

Ich bin schon so oft mit dem Auto nach Südfrankreich gefahren, wenn ich eine Vignette hatte, auch Mal über die Schweiz. Auf der Autobahn Raststätte maximal einen Toiletten Stopp. Mit dem Rad nahm ich zum ersten Mal die Landschaft, Berge, Flüsse, Schluchten, Städte, Häuser, Kirchen, Tiere und Menschen in mich bewusst auf. Bei jeder Steigung, bei jeder Abfahrt bekam ich ein Gefühl für das Land. Raus aus Schaffhausen am nächsten Morgen ging es gleich die Hügel hoch, meine Oberschenkel brannten, schon jetzt kein gutes Zeichen. Stephan war in seinem Element und spornte mich an nicht zu schwächeln. Immer am Hinterrad, immer im Windschatten. Das nächste Ziel war ein kleines Hotel de la Gare in Yvonand am Neuenburgersee. Bei einem kleinen gemeinsamen Spaziergang am Abend zum Restaurant Colvert erzählte uns Micha von seiner Motorrad Tour. Spannend. Gut schlafen gut frühstücken, die sympathische Chefin verwöhnte uns, wir waren verliebt in Yvonand. Der morgen strahlend blauer Himmel, aber es zogen dunkele Regenwolken über den Genfer See auf. Genau in das Epizentrum des Gewitter führte uns die Tour. Jetzt wurde es gefährlich. Blitz und Donner, wir suchten Schutz. Die nächste Destination wartete, Aix les Bains in den französischen Savoien. Micha hat mit seiner Maschine kurzerhand die Aussichtsplattform Belvedere du Revard besucht und schwärmte von der einmalige Aussicht auf Aix und den Lac du Bourget. Natürlich mussten wir zum Abendessen darauf mit einen Rousette de Savoien anstoßen.🥂Der nächste morgen stopfte ich mir am Frühstücksbuffett alles rein was ich bekommen konnte. Die Königsetappe stand am 4. Tag im Roadbook. Ich fühlte mich gut, erstaunlich gut. Bei jeder Kurbelumdrehung wurde ich stärker

Tour de France 2025

Die Königsetappe, jetzt wurde es heiß, Südwind direkt von vorne, giftige kleine Steigungen der Drôme Provencal, die Sonne brannte, die Trinkflaschen leer…kein Brunnen weit und breit. Wie ein abgehängter Sprinter am Berg. Jetzt nicht aufgeben, das Ziel so nah, Valréas, der Mont Ventoux, die Tour, meine Familie Christa et Hubert, unsere französischen Freunde. Das Smartphone klingelt: „Sebastien, où êtes-vous tous ? Nous vous attendons tous sur la place de l’hôtel de ville. Allez, Allez, Allez, Vive les Radbande,“ so motivierte mich Bruno vom Radsport Club aus Valréas auf den letzten Metern😊

Alle so herzlich, alle im Tour Fieber, könnte nicht jeder Tag ein Tour Tag sein? Valentin Paret- Peintre, ein Franzose gewinnt am Mont Ventoux. Derweil besuchte ich mit Micha Domaine Lauribert in der Nähe und probierten uns durch den Keller. Vergleiche von Weinqualitäten zu Automarken wurden uns vom Alten Monsieur Sourdon erläutert. Dieser Rotwein ist ein VW, der eine ein Mercedes und der aller letzte und Beste ein Rotwein aus Alten Grenache und Syrah Reben, gereift in gebrauchten Barrique’s, natürlich ein Rolls Royce🍷😊

Ein Mercedes im Glas🍷

Die Ruhe Tage verflogen wie im Winde. Mistral kündigte sich an. Jetzt aber schnell, ein Abschied, ein Au revoir, die Tour wird in den Alpen entschieden. Wir hatten Lyon vor der Brust. Über die Hügel, ein letzter Blick zurück, der Mont Ventoux in Wolken. Immer an der Rhône lang, der mächtige Fluss, ein Blick auf Tain l‘ Hermitage, berühmte Granitfelsen auf den die Rebsorte Syrah so grosse Weine hervorbringt. In Lyon rasen wir mit großem Kettenblatt in das Alte Stadtzentrum, an Staus und parkenden Autos vorbei erreichen wir unser Hôtel Académie. Im Augenwinkel sehe ich die schöne BMW von Micha am Place Vieux Lyon parkend. Er ist schon da. Wir freuen uns. Wir sind vereint. Lyon, die Vorratskammer Frankreich. Paul Bocuse hat die Novelle Cuisine erfunden, sein Restaurant nicht weit. Wir schlendern entlang der Fußgängerzone, lassen uns treiben in diesem Viertel voller Geschichte. Ein kleines Restaurant, ein witziger Typ, keine Sterneküche. Aber ein Crozes Hermitage im Glas.🍷 Was will man mehr. Am nächsten Tag, ich muss nicht mehr erwähnen das wir ein feines Frühstück hatten! Jetzt musste es auch Mal schnell gehen. So rasten wir die Route National entlang ohne Espresso Stop in das Jura hinein. Zu den königlichen Salinen. Nach Arc et Senans, Hotel Restaurant Vertteiulle. Ein köstliches Bresse Huhn und ein Vin Jaune von Chateau Chalon feierten wir die französischen Küche und waren uns einig: besser geht’s nimmer 😉

Wie bei der Tour de France nach Paris – die letzte Etappe. Ein Nichtangriffspakt. Die Trikots Farben sind verteilt. Pogacar gewinnt gelb, das gepunktete Bergtrikot geht auch an Tadej Pogacar, das Grüne für den besten Sprinter an Jonathan Milan und erstaunlich, das Weiße für den besten Nachwuchsfahrer an den jungen Deutschen Florian Lipowitz. Wir haben nach Jahren, nach dem großen Jan Ullrich wieder einen Rennfahrer für den Gesamtsieg. 💪🏻Wir querten den Rhein, ein Grenzsoldat mit Maschinengewehr im Anschlag begrüßte mich mit Augenzwinkern, wir waren wieder in Deutschland. Ein letzter Abend im Restaurant Zur Post in Müllheim, ein gutes Glas Rotwein vom Martin Wassmer aus dem Markgräfler Land. Ein letztes Glas, ein Santé auf unsere gemeinsame Reise, eine kleine Rede vom Micha, Worte die mich sehr berührten, ich hatte Tränen in den Augen 🚴🏻🚴🏻🏍️🏁

Tränen in den Augen 💞

Wie soll man nach so einer Reise wieder den Alltag leben ….Das Geschäft wartet, Montag morgen stand ich im Leergut und sotierte Flaschen. Nur nicht abheben. Mein Weinberg sollte auch Mal den Winzer sehen. Meine Lemberger Trauben in der Steillage Kleiningersheimer Schlossberg sahen gut aus. 2025 wird ein guter Jahrgang. Felix Csicsai der junge Winzer zeigte mir noch die letzten Kniffs um daraus einen großen Wein zu machen. Lemberger Papst Rainer Wachtstetter hatte noch ein gutes Barrique Fass und gab mir spannende Einblicke in seinen Keller

Das Jahr neigt sich dem Ende, der Frost kam über Nacht, die Reben haben die Blätter abgeworfen, Zeit wieder in den Weinberg zu gehen. Die Reben brauchen wieder den Winzer. Mit der Felco Schere in der Hand lege ich den Grundstein für den nächsten Jahrgang 2026. Was wird sein, was wird passieren, das weiss ich nicht, aber ich weiß, es wird gut.

Bleibt gesund, bleibt mir treu. Frohe Weihnachten🎄 und einen Guten Rutsch 🎆

Eurer Basti (Der Coach)

Zweitwein

Steillagen Retter⛑️

Fotogalerie 2025 auf meinem Smartphone

Reims

Alpe d‘ Huez

Alpe d’Huez

Ich fahr mit meinem Merida Reacto in die 10 % steile Rampe von Alpe d’Huez rein. Meine Muskeln sind auf diese Belastung noch nicht vorbereitet. Die Sonne brennt mir ins Genick, der Schweiß läuft mir in die Augen. Ich nehme die Trinkflasche und spritz mir den Schweiß von Stirn und Nacken. Langsam finde ich mein Tempo, langsam find ich meinen Rhythmus. 21 Kehren, 1132 Höhenmeter sind zu bewältigen hoch in das Skigebiet von Alpe d’Huez 🇲🇫 auf 1850 Meter. Die legendäre Auffahrt der Tour de France. 1952 war Fausto Coppi der erste Triumphator. Jede der 21 Kehren ist einem Rad Champion gewidmet. Die erste Kehre trägt den Namen: Fausto Coppi 🏆

Auigilles d’Arves

Les Sybelles, so wird das Skigebiet in den französischen Alpen genannt. Eingerahmt von den über 3500er Hohen Gipfel der Auigilles d‘ Arves liegt das Dorf Saint Sorrin d’Arves. Unsere Destination. Unser Kurzurlaub im Juni. Es zieht sich, erst hoch zum Col du Glandon, dann noch höher auf den Col de la Croix de Fer (2067 Meter), die untergehende Sonne über den Gipfeln. Ein schönes Panorama. Wir hatten dafür keinen Blick, wir waren gestresst, genervt, wollten nur ankommen. Jetzt noch die steile Abfahrt, das Dorf im Blick, unsere Châlet nicht mehr weit. Endlich nach Stunden im Auto, aussteigen, luftholen, die Tür des Châlet sperrangelweit offen. Ein klopfen, ein zaghaften Bonjour, niemand antwortet. Hinter dem Haus entdecke ich eine ältere Frau beim Gärtnern. Könnte die Dame unsere Vermieterin sein? Ein Salut, ein herzliches Bonjour. Sie warte auf Brokkoli, auf Salatpflanzen für ihren Garten, wie sie uns erzählte. Ein einfaches Haus, in die Jahre gekommen, très francaise würde meine Mutter sagen. WiFi fragte Miri, Oui biensûr! OK, auf meinem Handy hatte ich kein Netz, das französische Fernsehen bekam ich auch nicht zum laufen, die Leselampe nur eine billige Funzel, der rauschende Gebirgsfluss – wir verstanden unser eigenes Wort nicht. Nach Linsen mit Würstchen und einem Glas Rotwein gingen wir müde, gestresst enttäuscht ins Bett. Was sollten wir auch anders tun….

Nach Kehre 20, 19 und 18 finde ich immer besser meinen Rhythmus. Sie sind nach Lance Amstrong (21,19) benannt, der den größten Bluff der Radsportgeschichte schrieb. Mit schmerzverzertem Gesicht das sich zu einer hässlichen Fraze entwickelte fuhr er in den Berg. Er gaukelte Jan Ulrich und Team Telekom eine Schwächephase vor, die den ganzen Tag Tempo machten. Mit seinem kurzen, stakkato artigem Wiegetritt stürmte Armstrong den Gipfel entgegen, gewann überlegen. Ulrich geschlagen und noch schlimmer: gedemütigt!

Der nächste Morgen, auf den alten Betten so recht als schlecht geschlafen. Chablis, ein Mischlingshund aus den Kaparten steht mit der Leine vor mein Bett und will seine neue Umgebung erkunden. Ich muss raus, kein wenn und aber…wir laufen runter zum tosenden Fluss, rauf auf einen Hügel, dort wo die Sonne über den Gipfel aufgeht. Holen uns nasse Füße an einem Bergsee. Auf einem Stein nehm ich Platz, wir genießen das morgendliche Erwachen der Fauna und Flora von Saint Sorrin d’Arves. Herrlich. Nach dieser entspannenden Gassi Runde erreichen wir die Käserei Beaufort. Ich entdecke einen Käse Automaten und ziehe mir kurzerhand einen leckeren gereiften Beaufort. Stolz bringen wir unseren Fang zum Frühstück mit. Elfie und Miri sind begeistert, er wird gleich aufgeschnitten und ratzeputz verspeist. Nach dem Frühstück ins Dorf. Touristenbüro, Souvenir Shop und Tante Emma Laden abgeklappert. (Spüli, Müllsäcke, Toilettenpapier, nichts im Haus, très francaise halt…) Kurzer halt an der vereinsamten Skistation, ein Abstecher zur Kirche Saint Saturnin,jetzt waren wir im Bilde.

Kehre 18, 16 und 15 tragen den Namen Hennie Kuiper, Joop Zoetemelk und Jan Winnen aus den Niederlanden. Sie trugen mit ihren Siegen zum Ruhm und Mythos von Alpe d‘ Huez bei. So das man heute noch vom Holländer Berg spricht.

Gedanken von Jan Winnen

Post aus Alpe d’Huez“ (Covadonga Verlag, 303 S.) auf Deutsch. Es ist keine Biografie im herkömmlichen Format, sondern die philosophische Betrachtung der eigenen Karriere in Briefen. Zweimal siegte Winnen in den 80er-Jahren am mythischsten aller Tour-Berge, darunter als Debütant.

Nun denn“, schreibt er über diesen Julitag 1981, „diese Etappe brachte mich als Rennfahrer dahin, wo ich als Radrennfahrer noch nie gewesen bin.“ Was den Triumph betraf – aber auch die physische Erfahrung. Über seinen (letztlich erfolgreichen) Ausreißversuch etwa sieben Kilometer vor dem Ziel schreibt er: in mir war nichts als eine unendliche Leere. Ehrlich gesagt, hatte ich auch die Lust verloren. Einfach absteigen und in der Menge verstecken, das schien mir die beste Lösung. Meine Muskeln fühlten sich an wie verhedderte Schnüre. Etwa an diesem Punkt endeten alle konkreten Gedanken.“

Das größte Event steigt jedoch in Kehre Sieben. Die nach Gianni Bugnio 🇮🇹 benannt ist. Etappensieger von 1990. Als der niederländische Pfarrer Jaap Reuten 1964 dort zum Skifahren war, konnte er nicht glauben, dass es dort keine Kirche gab. Also ließ er eine errichten, ging dort selbst seinem Beruf nach und läutete beim Sieg seines Landsmanns Joop Zoetemelk 1976 die Glocken. Fortan tat er das bei jedem niederländischen Sieg, acht sind es bis heute. Kristian von der Radbande sendet mir ein motivierendes Video,schaut selbst!

Der nächste Tag stand im Zeichen der Dauphiné. Ein 7 Tage Radrennen, eine gute Vorbereitung für die Tour de France. Fast alle Tour Favoriten waren am Start. Jumbo Visma mit Jonas Vingegaard, Bora Hansgrohe mit Jai Hindley, UAE mit Adam Yates und Bahrain Victorious mit Jack Haig.Und viele weitere Top Team der UCI Rangliste. Start in Port de Savoie führte das Rennen über den Col de la Madeleine, Col du Mollard, an unserem Dorf Saint Sorrin d’Arves vorbei. Dort sollte das Finale eingeläutet werden. Es folgte der 5 km harte Anstieg hoch zum Gipfel, hoch zum Col de la Croix de Fer. Ein Episches Finale.🏁

Ziel 🏁 auf 2067 🏔️ Meter

Nach dem Frühstück schnappte ich mir mein Merida Reacto und stürmte mal kurzer Hand hoch zum Gipfel Croix de Fer. Oben war schon der Teufel los. Die Flame Rouge, der letzte Kilometer, Abspeergitter säumten meinen Weg. Ich ging in den Wiegetritt, meine Hände am Unterlenker wie Pantani zu seiner Besten Zeit raste ich über die Ziellinie. Ich hab schon Mal vorgelegt. Ich gönnte mir einen guten Espresso in der Gipfel Bar, Doping für die Seele.

Col de la Croix de Fer 🏁

Kehre 3 und 2 sind nach Marco Pantani benannt. Er hält den Streckenrekord mit einer Fabelzeit von 37:35 Minuten. Eine Zeit unter der Hochzeit des EPO Dopings! Ich nehm mir noch Mal einen Schluck aus meiner Trinkflasche mit reinsten Gebirgswasser, geh in den Wiegetritt, stelle mir in Gedanken das Finale der Tour de France vor. Hinter mir das Begleitmotorrad mit Kameramann, über mir der kreisende Hubschrauber und vor mir ein Spalier aus tausenden Tifosis. Bernard Hinault, Greg LeMond, Jan Ulrich, Eddy Merckx, Guerini ( nach ihm ist die letzte Kehre 1 benannt) sind an meiner Seite. Hoffentlich werde ich nicht von einem Amateur Fotografen zu Boden gerissen, wie damals 1999 bei Giuseppe Guerini ’s Sieg kurz vor dem Ziel von Alpe d’Huez, denk ich mir. Nein es läuft, vereint im Kampf gegen seine inneren Dämonen, vereint im Kampf gegen seinen inneren Schweinehund, begleitet vom tosenden Jubel der Menschenmassen. Hand in Hand erreichen wir das Ziel.🏁Schön war’s

Bleibt gesund,bleibt mir treu

Der Coach (Basti)

Besenwagen

Ein Kurzurlaub in die französischen Alpen, in ein Hochgebirge von unglaublicher Schönheit. In eine Welt in der Radsportgeschichte geschrieben worden ist, aber auch in einer Welt von satten grünen Wiesen, schneebedeckte Berge, Alpenglöckchen, blau blühender Enzian und weiße Teppiche von Dichter Narzissen. An den Berghängen süße verspielte Murmeltiere, kreisende Steinadler 🦅 hoch über unseren Köpfen. Es pustet den Kopf frei, frei vom Stress unserer Zivilisation.

Ich hab schon Mal vorgelegt …

Meine Zeit am Col de Croix Fer🏁

Der Besenwagen

oder

der dunkle Berg soll leuchten

Die Tour hatte nach Jahren der Abstinenz den Mont Ventoux wieder im Programm. Diesmal noch schwieriger, noch mörderischer, zweimal auf der gleichen Etappe muss dieser Berg, dieser weiße Gigant, dieser Mythos bezwungen werden. Dort, auf dem Gipfel, wird die Tour de France entschieden, so sind sich alle Experten einig. Ich bin dabei, im Windschatten meiner Radbande im Stromberg schlagen wir unsere Zelte wieder in Valréas auf.

Benni Thomas L. Felix Thomas F. Sebastian

Es war das Jahr 2002 mit meiner damaligen Freundin Elli und Igga, ein Kumpel von den Buwe aus Rottenberg, mit denen ich hautnah den legendären Kampf am Mont Ventoux verfolgen konnte. Wir standen noch auf Höhe der Waldgrenze im Schatten der Bäume und warteten gebannt auf das Peloton. Zu Fuß haben wir damals uns, kommend von Bedoin, auf den langen Weg zum Gipfel gemacht. Links und rechts am Straßenrand picknickten ganze Familien mit Oma, Opa, samt Kindern und Hunden und freuten sich auf die Tour am Nationalfeiertag. Elli sah in dieser Wanderung überhaupt keinen Sinn. Legen wir uns hier ins Gras, dort ist ein schöner Baum der Schatten spendete, sagte sie. Ich wollte doch auf dem Gipfel, zumindest am Memorial von Simpson auf meine damaligen Helden warten. Sie anfeuern, sie anschreien, vielleicht ein Stück mitrennen, ihnen den letzten Pusch geben. Lasst uns bis zu dem steilen Stück dort vorne laufen, dort sehe ich auch schöne schattige Bäume, meinte Igga. Ok, ich war überstimmt und musste insgeheim eingestehen, ich hab das alles unterschätzt. Elli breitete die Picknick Decke aus, Igga schnitt das Baguette und den Käse sowie leckere Tomaten aus Papas Garten. Ich holte eine Flasche Domaine Maximilian aus dem Korb. Gegenüber feierten Holländer schon lautstark und nicht weit weg hörte ich die Tifosi grölen. Ganz Europa war auf diesem Berg. 

Igga Mama Elli Sebastian

Die Radbande im Stromberg ist in den Löwensteiner Bergen unterwegs. Und ich versuche kämpferisch das Hinterrad vom Thomas zu halten. Beißen Coach beißen, brüllt er mir zu. Es geht in die Steile Rampe von Jux hoch. Ich geh in den Wiegetritt.17%. Ich denk an die Verrückten von Jux. Von drei verschiedenen Seiten hoch nach Jux und du wirst im erlauchten Kreis aufgenommen. Genauso wie die Verrückten vom Mont Ventoux, sinniere ich. An einem Tag von drei verschiedenen Seiten den Berg der Winde erklimmen. Das ist die ultimative Challenge. Marc, Benni und Felix rauschen locker an mir vorbei. Nochmal 20 sein. 

Löwensteiner Berge

Klar wussten alle, die sind voll bis unter die Haubitzen. Ohne Doping, ohne verbotene Substanzen schafft man diese Leistung nicht. Es war ein offenes Geheimnis. Selbst der erste Doping Tote Simpson, der mit einem Cocktail aus Amphetaminen, Alkohol kurz vor dem Gipfel zusammenbrach, dem wird heute noch gehuldigt. Es war mir damals egal, der Tour Funk kündigte die Spitzenreiter an. Die Spannung stieg, eine Spitzengruppe bestehend aus Virenque, Ulrich und Armstrong hatten 3 Minuten Vorsprung vor dem Hauptfeld. Lance Armstrong, der große Dominator, eine Krebserkrankung überwunden kam er so stark wieder auf die internationale Rad Bühne. Man konnte ihm nie was verbotenes nachweisen. Wir glaubten einfach an seinen unmenschlichen Kräften, an seinen Fahrstil mit kurzen kleinen Übersetzungen, mit seinem eisernen amerikanischen Willen. Sein Buch: “Tour des Lebens, wie ich den Krebs besiegte und die Tour de France gewann” war damals ein Bestseller. Meinem Schulfreund Olli aus Kindheitstagen habe ich immer gerne einige Passagen daraus vorgelesen. Die Zeilen haben ihm damals Mut gemacht. Er hatte Krebs im Endstadium. Aber am Ende waren seine Siege nur Lug und Trug! Es waren meine Idole aus dem Fernsehen. Richard Virenque konnte sich kurz vor dem Ziel in der Steinwüste am Mont Ventoux von der Spitzengruppe lösen und gewann als Franzose am Nationalfeiertag die Etappe am Gipfel überragend. Gemütlich schlendernden wir Drei von diesem Berg wieder gen Heimat. Ich, noch ganz aufgeregt meine Idole hautnah gesehen und angefeuert zu haben. Igga, der sich mit Holländern und Tifosis verbrüderte. Elli, die gemütlich auf der Picknick Decke nach einem Glas Wein mit Baguette und Käse unter den Schatten spendenden Eichen gedöst und geruht hatte. Es war schön. 

Lance

Ich höre gerne einen Podcast, der heißt: Besenwagen. Drei Jungs, sehr unterschiedlicher Natur plaudern locker über Radsport. Mag ich. Ich hab auch ein schickes Trikot von der Marke Rapha mit den Motiven und Schrift ”Der Besenwagen”. Sehr klar, sehr stylisch. Ab und an ziehe ich es zu unseren sonntäglichen Ausfahrten der Radbande im Stromberg an. Thomas schaut ein bisschen kritisch von der Seite. Basti, bist du schon einmal im Besenwagen gesessen, fragt er mich ein bisschen spöttisch. Nein nie, antworte ich ehrlich. Thomas, ein ehemaliger Radprofi, berichtet mir von seinen Erlebnissen. Es war kalt, ich war am Ende, abgeschlagen, konnte nicht mehr. Zum Ziel war noch weit. Ich stieg ein, erzählte er mir mit brüchiger Stimme. 

Besenwagen

Brauchen wir nicht alle im Leben mal einen Besenwagen, denke ich nach. Eine Familie die einen auffängt, wenn man am Boden liegt. Ein guter Freund, der da ist, wenn man ihn braucht? Ich mag den Begriff. Er hat was Beschützendes. Etwas heimeliges. Und das im Profi Sport, in dem es nur um Gewinnen und Verlieren geht. 

Der Tag ist gekommen. Die Radbande im Stromberg ist wieder zu Gast bei Mama Christa in Valréas. Die Sonne brennt, die Butter schmilzt am Frühstücks Tisch. Es wird ein heißer Tag in der Provence. Nur der Mistral mit einer leichten Brise, verspricht eine kleine Abkühlung. Wir sind gut vorbereitet. Die Touren in den Löwensteiner Bergen, im Stromberg und im Black Forest haben unsere Körper gestählt für diesen Tag im Juli hoch zum Gipfel des Mont Ventoux. Das Peloton der Tour de France erwartet unsere lautstarke Unterstützung. 23 Teams mit insgesamt 184 Fahrer gehen auf die französische Schleife. Bora Hansgrohe, mit Nils Polit und Emu Buchmann, das Ineos Grenadiers Team mit Richie Porte und Geraint Thomas, Jumbo Visma mit Roglic und Tony Martin, Israel Start-up Nation mit Sprinter Greipel und Rick Zabel, nur um einige zu nennen. Es ist das Who is Who des internationalen spitzen Radsportes am Start. Wir werden da sein. Wir werden alles geben. 

Wer möchte ein 5 Minuten Ei von glücklichen Hühnern? ruft uns Mama Christa aus der Küche zu. Die Radbande im Stromberg ist am Frühstückstisch versammelt. Lavendelhonig, verschiedene Marmeladen, Wurst und Käse stehen auf dem Tisch. Baguette wird frisch aufgeschnitten. Ich schnapp mir schon mal ein warmes Croissant mit ordentlich Butter drauf. Lecker. Große Schlagzeile in der Tribüne, die Tageszeitung aus der Region: Kampf um das gelbe Trikot am Mont Ventoux, liest uns Felix vor. Gleich wird gefachsimpelt, diskutiert, jeder hat einen eigenen Favoriten. Carapaz, Pogajar, ich tippe auf Wout van Aert. Richard Carapaz hat die besten Helfer an seiner Seite, meint Benni. Und er hat nicht unrecht. Du brauchst Wasserträger Edelhelfer, nur mit einer starken Mannschaft ist der Sieg möglich. Ja, Geld schießt bekanntlich die meisten Tore und Geld macht Tour Gewinner, meint Thomas lakonisch. Ineos Grenadier hat einen 50 Millionen Etat fügt er noch bekräftigend hinterher.

Die Reifen auf 8 bar, Wasser in den Trinkflaschen. Die Kette geölt. Wir rollen aus Valréas über schmale Landstraßen, passieren wir die kleinen, pittoresken Dörfer Vinsobres und Mirabell de Barronies. Tief atmen wir die Lavendel geschwängerte Luft ein. Herrlich. Immer im Blick: Der Mont Ventoux. 

Autos fahren freudig, hupend an uns vorbei. Fenster werden heruntergekurbelt.  Allez, allez, werden wir auf Französisch angefeuert. Die ersten Schriftzüge auf den Straßen, die ersten französischen Flaggen am Straßenrand zeigen die Tour an. Der Zielort Malaucène hat sich hübsch gemacht. Wir halten an, auf einen obligatorischen Espresso. Schnell kommen wir mit Belgier, mit Tifosi, mit Radsportverrückte ins Gespräch. Es ist eine ausgelassene freudige Stimmung. Wir ziehen weiter bevor die Straßen komplett dicht gemacht werden. Wir wollen ja auf den Gipfel, dort in der Steinwüste auf unsere Idole warten. Zweimal werden sie uns passieren müssen, das ist einzigartig in der Geschichte der Tour de France. Es macht Spaß mit den Jungs, es ist keine Strapaze, es ist pure Freude. Wir sind gut trainiert, sind nicht im Wettkampf, plaudern viel, werden motiviert der schönen Landschaft, der ungewohnt schönen Ausblicke ins Rhonetal, von weitem kann man das Mittelmeer erahnen. Links und rechts ein Spalier von Wohnmobilen. Wir hören die Live Übertragungen, aus den Lautsprechern in den verschiedensten Sprachen, das Peloton ist schon auf Höhe von Sault, eine Spitzengruppe von 6 Fahren führt das Feld an. Darunter auch mein Favorit, der Belgische Meister Wout van Aert von Jumbo Visma Die Spannung steigt. Mit einem Lächeln im Gesicht erreichen wir den Gipfel. 

Wout van Aert in der Abfahrt zum Sieg!

Hubschrauber kreisen über unseren Köpfen, die ersten Polizeimotorräder sichern die Strecke. Es wird laut, der Berg erwacht zum Leben. Eine erste Spitzengruppe rauscht an uns vorbei, bin so aufgeregt wie damals mit Elli und Igga, ich konnte nicht mal die Fahrer erkennen. Felix, der verrückte Hund, rennt wenige Meter seinem Idol von Ineos Grenadier hinterher. So kommt man ins Fernsehen, denk ich bei mir. Wir klatschen uns ab, feiern uns und die Tour de France. Nach der halsbrecherischen Abfahrt nach Malaucène geht es nach Bedoin von dort nochmal 22 km die Südrampe, besonders steil, besonders selektiv! Wird Wout van Aert, aktueller Belgischer Meister, mein Favorit, den Attacken der Konkurrenz standhalten? Und noch wichtiger: hat er seine Edelhelfer vom Team Jumbo Visma noch an seiner Seite? Ich höre den Tour Funk, es wird spannend. Ja er ist noch dabei, jetzt noch die gefährliche Abfahrt überstehen, nicht stürzen, gesund bleiben. Wir jubeln jedem Fahrer zu, jeder hat den Respekt verdient. Eine kleine Gruppe von schwergewichtigen Sprintern mit gequälten schmerzverzerrten Gesichtern kommt an uns vorbei. Hauptsache ankommen und in der Karenzzeit bleiben! Nun sichern einige Polizeimotorräder den Schluss der Tour. Ein Fahrzeug kommt noch, es ist der Besenwagen. Er ist leer, keiner ist eingestiegen, er wurde nicht gebraucht. Gut so. 

Bleibt mir treu, bleibt gesund. EUER COACH

Nachspann

Hobby-Radfahrer aus der Region fahren zur Tour de FranceAufbruch zum Windumbrausten

Von Walter Christ 04.07.2021

Benni Sebastian Thomas L. Felix Thomas F.
Die Radbande Stromberg posiert in Bietigheim vor der Abfahrt mit dem Auto zur Tour de France. Von links: Benni Hoffmann, Sebastian Holler, Thomas Lutz, Felix Kenk und Thomas Fischer. ⇥ Foto: Oliver Bürkle
ABSCHIED

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