Schlagwort: Mistral

Wind of Change 🚴🏻🇫🇷🌬️

Wind of Change 🔆

I follow the Moskva
Down to Gorky Park
Listening to the wind of change
An August summer night
Soldiers passing by
Listening to the wind of change

Wie ein grosser Fischschwarm gleitet mein Peloton die kurvigen Straßen der Drôme Provecal entlang. Hochkonzentriert, den Lenker fest im Griff trete ich in Pedale. Der Mistral weht in Sturm Böen über unseren Köpfen. Gefährliche Seitenwinde, ich kämpfe, nutze die ganze Breite der Straße. Fühle mich wie ein alter Kahn auf Hoher See, die Wellen bestimmen mein Rythmus. Nur nicht abreißen lassen, der Kalte Wind frisst sich in meine Glieder, jetzt kommt er direkt von Vorne, mach mich klein, sehr klein auf meinem Merida Reacto. Das Rennen ist eröffnet, La Corima ist gestartet und ich bin Mitten drin, im Zentrum des Orkan.

La Corima, das Rennen, jedes Jahr Ende März in Montélimar ist der erste Höhepunkt der Radbande, genannt: die #strombergbuben. An meiner Seite Michel (The Legend), Thomas, Jugendleiter der Stuttgardia und Marco, (Porthos) uns noch gut in Erinnerung vom letzten Jahr, dort hat er unseren Rookie Wilhelm über die Berge gezogen. Ein unvergessenes Wochenende steht uns bevor. Die 4 Räder auf dem Fahrradträger verstaut, im Kofferraum hat Thomas, seine schnelle Rennmaschine versteckt, er ist für jedes Terrain gerüstet. Mit Marco wird er sich auch an der 100 km langen Gravel Tour beteiligen, eine neue Herausforderung im Programm der Organisatoren der Kultveranstaltung „La Corima.“ Über dieses Wochenende möchte ich euch gerne berichten.

Vieles nehmen wir für  selbstverständlich, vieles ist verfügbar, wir haben alles. Uns geht es gut. Wir haben Reisefreiheit, Meinungsfreiheit. Eine ganze Generation hat dafür gekämpft. Und doch ist der Mensch unzufrieden. Eine neue Generation weiss nicht, was es bedeutet, nicht Frei zu sein. Es gab eine Zeit, die ist noch nicht lange her, die jeder von uns erlebt hat, da gab es noch unerfüllte Träume. Ost und West war geteilt, eine Mauer mit Stacheldraht und Selbstschutz Anlage trennte Deutschland. Der junge Thomas diente in der Nationalen Volksarmee (NVA). Einmal Hamburg sehen, einmal unterm Eifelturm, Sehnsuchtsorte, einer ganzen Generation. Eines Morgens kam er zum Dienst. „Die Grenze ist offen,“ rief ein Feldwebel. „Ihr spinnt doch alle,“ murmelte er ungläubig in sich hinein. Wenige Wochen später machte Thomas sich mit Freundin in seinem alten Lada ohne Geld auf den Weg die neue Welt, die neue Freiheit zu erobern. Seine Träume zu leben. Kurz vor Paris ging das Benzin zu neige. Mit einem Liter Spiritus vom Camping Kocher fing der Lada wieder an zu laufen und unter grossem Applaus wildfremder Menschen fuhr er unterm Eifelturm. Was war das für eine schöne Zeit.

Alle, die von Freiheit träumen
Sollen's feiern nicht versäumen
Sollen tanzen auch auf Gräbern
Freiheit, Freiheit
Ist das Einzige was zählt

Heute ist uns der Applaus von Mama Christa und Anthrosoph Hubert sicher. Sie begrüßen uns freudig, die provencalische Sonne lacht, Fritzie der Familienhund wedelt, die Pinien wehen sanft im Wind. Bienvenue á Valréas 🇫🇷.Nach einem Petit Café gehen wir Vier auf eine kleine Willkommen’s Runde. Die Beine lockern, die klare Provencalische Luft einatmen, die letzten Sonnenstrahlen genießen. Herrlich.

Ich war noch nie auf dem Mont Ventoux, murmelt Marco am Abendessen und schlürft weiter die leckeren Metzger Maultaschen. Ich muss da hoch. Ja, aber wir haben März, der ist Schneebedeckt und Mistral kündigt sich an, erwidere ich Kopfschüttelnd. Von Sault, die Ostseite hoch ist sicherlich möglich, ergänzt Thomas. OK, dann entlang im Tal der Toulourenc und die Nordseite nach Malaucène herunter. Wird sportlich, aber jeder muss Mal den Berg der Winde bezwingen, auch wenn der Pass gesperrt ist und der Gipfel Schneebedeckt.

Tal de Toulourenc

Wir sind gut drauf, nach Baguette, Croissants und Petit Café und freuen uns auf die Tour zum Giganten, zum Mont Ventoux. Die Reifen auf 8 bar, die Trinkflaschen gefüllt, rollen wir entlang kleiner Straßen in das das Tal der Toulourenc, die ersten kleineren Cols ist ein kleiner Vorgeschmack was noch auf uns wartet. Die Ausblicke erfreuen unser Herz, der Blick zum Gipfel Kreuz zeigt uns den Weg. In Sault beginnt der Anstieg, jeder fährt sein eigenes Tempo, jeder ist jetzt auf sich allein gestellt. Schnell erreichen wir Chalet Renard, huschen unter der  Passsperre durch und haben noch die berühmten 6 km in der offenen Steinwüste des Mont Ventoux zu bewältigen. Der Berg der Winde wird seinen Namen gerecht. Mit Böen von Spitzengeschwindigkeiten über 80 Stundenkilometern ist der Wind der Gegner an diesem Tag im März. Mit jeder Kurbel Umdrehung kommen wir dem Gipfel näher, er ist schon zum greifen nah. Noch ein, zwei Kehren, am Denkmal von Simpson 🕊️vorbei (Put me Back on my Bike) holen wir unsere letzten Kraftreserven heraus, ein letzter Schluck aus der Trinkflasche. 1909 Meter hohe Gigant ist bezwungen. Von der Bucket Liste gestrichen! Ein schnelles Foto und mit dem Wissen, die Nordseite ist unpassierbar, der Schnee noch Meter hoch, geht die rasante Abfahrt die Südseite nach Bedoin im atemberaubenden Tempo herunter 🚀.

In Valréas warten schon unsere Freunde vom Radsportclub VCV bei Käse und Wein.  Michel (The Legend) hat die Betreuung übernommen. Ausführlich wird unsere  Tour erzählt, die ein oder andere Anekdote hinzugefügt, eigene Erfahrungen und Erlebnisse jedes einzelnen Radrennfahrer bereichert den geselligen Abend. Mit dem Versprechen im Mai 2026 mit der Radbande nach Valréas zum Jumelage Austausch zwischen den befreundeten Städten Sachsenheim und Valréas zu kommen geht ein fröhliches Radsport Treffen zu Ende.

Gravel

100 Kilometer Gravel. Das Wort kommt aus dem englischen und heißt übersetzt: Schotter. Eine neue Sportart, abseits befahrener Straßen besonders im Winter sehr beliebt. Thomas kommt aus dem Cyclo Sport und hat das nötige Talent und Können. Er hat sich auch schon für die kommende WM qualifiziert. Marco auch ein leidenschaftlicher Gravelfahrer ist mit ihm an seiner Seite und so gehen sie auf unbekanntes Terrain, über Stock und Stein, über kleine Hügel, tiefe Schluchten entlang der Rhône. Ich bin derweil mit Michel in die kulinarischen Köstlichkeiten Frankreichs eingetaucht, schlenderten gemütlich  entlang feiner Marktstände und machten auf unsere weiße einen feinen Espresso Stop.

Am Renntag, der Mistral hat nochmal an Geschwindigkeit zugenommen. Die Organisatoren sind kurz davor das Rennen abzusagen. Ich hol mir meine Startnummer, 1477 so meine Nummer, rolle zu meiner vorgesehenen Startposition, hunderte Rennradfahrer stehen schon vor mir in  ihrem Startblock, können es nicht erwarten, Nervosität liegt in der Luft. Thomas verabschiedet sich, wünscht mir Glück, ist im grossen Rennen über 150 km gemeldet und startet 15 Minuten früher. Mein Rennen nennt sich Gobik, hat eine Distanz von 120 km und ist nach einem französischen Trikot Hersteller benannt. Nach mir Startet  Sesam, ein Rennen über 92 km. Der Stadionsprecher begrüßt Lorant Jalabert, der berühmte Rennradfahrer aus den Neunziger Jahren, Gewinner Mailand – San Remo, Vuelta und unzählige Tour Etappen. Jalabert warnt vor den Böen, besonders von der Seite mit 90 Stundenkilometern können sie selbst erfahrene Rennradfahrer gefährlich werden!

Ich muss eine gute Gruppe erwischen, nur im Peloton kann ich dieses Rennen überleben. Die ersten 50 km sind geprägt von starken Seitenwinde, teilweise direkt von Vorne. Starke Jungs übernehmen die Führung, müssen im Mittel 100 Watt mehr treten. Ich hab Mühe mich zu behaupten, am Hinterrad zu bleiben. Erst in den Bergen sind wir geschützt, ich muss dem Tempo der ersten 2 Stunden Tribut zollen, oder war die Tour zum Mont Ventoux nicht die beste Vorbereitung, nicht die beste Idee? Nach einer kleinen Verpflegungspause nehme ich gestärkt mein Tempo wieder auf, von hinten schließen sich starke Jungs auf und im Sinne des belgischen Kreisels rasen wir jetzt teilweise mit Rückenwind dem Ziel entgegen.Ein höllisches Tempo wird angeschlagen, auf gerader Strecke zeigt mein Rad Computer annähernd 60 Km/h an. Ungläubiges staunen. Auf der Zielgeraden in Montélimar bereite ich mich auf den Zielsprint vor. Wie einst ein Greipel, wie ein Zabel lege ich einen dicken Gang ein und Stürme aus dem Windschatten dem Ziel entgegen. Gagné🏁🇫🇷

Verpflegung Station

Im Salle de Fête kommen alle Helfer, alle Polizisten, Streckenposten, alle Rennradfahrer zusammen. Ich genieße die Atmosphäre, ich genieße mein Menü und wie soll es anderes sein in Frankreich 🇫🇷gibt es auch ein Gläschen Rouge 🍷 Santé

Am Abend kommen wir alle zusammen kochen ein zartes französisches Landhuhn, trinken ein Glas 2020 amitie. von Domaine Maximilian 🍷reden über Gott und die Welt. 4 Tage mit guten Freunden, mit guten Radsportlern, mit guten Gastgebern, in einem Land wo die Zitrone blühen oder das Leuchten des Lavendels uns blendet. Wir haben unsere Träume gelebt. Merci

Bleib mir treu, bleibt gesund

Der Coach (Basti)

Au revoir

Die Zweite Luft

Musik an der Strecke 🎙️🎶

Ich bin wieder hier

La Corima 2022

Ich bin wieder hier
In meinem Revier
War nie wirklich weg
Hab mich nur versteckt
Ich rieche den Dreck
Ich atme tief ein
Und dann bin ich mir sicher
Wieder zu hause zu sein

Was ist alles passiert! Seit 2019. Mein letztes Rennen. Traurig, melancholisch schlenderte ich damals mit meinem Merida Reacto durch die Gassen von Montélimar. Die heimliche Hauptstadt des Nougat. Das Rennen „La Corima“ war Geschichte. Nie wieder, so wollte es die Organisation. Ein kleiner Radsportverein, Le James Velo Club. Es wurde zu viel, es wurde anstrengend. 200 Leute bedarf es dieses einzigartige Rennen über 144 km der schönen Hügel der Drôme Provencal zu organisieren. Ich hatte Verständnis.

Charlie, Geronimo, könnt ihr Euch noch erinnern? Der Kampf gegen den Wind, gegegen den gefürchteten Mistral. Es war ein trauma. Wir hatten es gepackt, zusammen im Wiegetritt auf die Cols, le Vecs, de la Sausse, Col de Valouse, schnell in den Abfahrten und abwechselnd in der Führungsarbeit gegen den Mistral. Hand in Hand der Ziellinie entgegen. Einer für Alle, alle für einen, frei nach d‘ Artagnan.

14 Nationen am Start

Drei Jahre ist eine lange Zeit, eine Ewigkeit. Die Pandemie machte alle Hoffnungen für eine Rückkehr dieses einzigartige Rennen im März zu nichte. Selbst in kleinen Gruppen durfte man in Frankreich nicht mehr Rad fahren. Wie sollte man ein Rennen mit mehr als 2000 Teilnehmern organisieren? Ich war überrascht. Das Rennen sollte am 27.März 2022 stattfinden. Spontan schrieb ich mich in die Starterliste ein. Ich war dabei, konnte es aber immer noch nicht glauben.

Am 24.Februar überfiel Putin die Ukraine. Mitten in Europa tobte der Krieg, keine 2 Flugstunden von mir. Junge Männer starben im Bombenterror und Kugelhagel. Warum? Für was? Ich war schockiert. Ich stelle mich dem Kampf in einem Radrennen, nicht auf dem Schlachtfeld. Ich tue was für Europa, aber möchte auch Muskeln zeigen. Friedlich vor, während und nach dem Rennen – freundschaftliche Bande schliessen. Das Radrennen „La Corima“ in der Ukraine, im Starterfeld mit Franzosen. Russen, Tschechenen, Polen, Rumänen und Finnen. So stelle ich mir Europa vor und nicht auf dem Schlachtfeld! Hier und Heute verspreche ich nach dem Krieg an einem Radrennen in der Ukraine teilzunehmen. Versprochen!

Nervös 🇨🇵

Die letzte Vorbereitung im Stromberg im Windschatten der Radbande war ein Desaster. Ich musste abreissen lassen, mein Puls deutlich zu hoch, enttäuscht verabschiede ich mich von den #strombergbuben und stromerte mit meinem Merida Reacto den Neckarradweg entlang. In Gedanken an das Rennen „La Corima“. Werde ich gute Beine haben, komme ich über die Berge der Drome Provencal und werde ich dem gefürchteten Mistral standhalten?

Gute Beine

Es sollte ein traumhaftes Wochenende in der Provence werden. Sonnig, trocken, Windstill, also beste Bedingungen. Mein Merida Reacto war bereit. Kette geölt, die Reifen auf 8 bar und Wasser in den Trinkflaschen mit einer Banane in der Rückentasche reihte ich mich an das Ende des Starterfeldes. Aufregung, Anspannung, Nervosität. 3 Jahre habe ich auf diesen Augenblick gewartet. Das Leben vor der Pandemie hat mich wieder. Der Krieg ist für die nächsten 3 Stunden ganz weit weg. Der Starter zählt die Sekunden runter: 6, 5,4,3,2,1 Gooooo

Drôme Provencal

Ruhig bleiben, ruhig Brauner, ruhig, nicht zu schnell der Zielgeraden aus Montélimar heraus pedalieren. In keinen Sturz verwickeln. Vor mit legt sich einer gekonnt auf die Fresse, ich kann gerade noch so ausweichen. Jetzt kommt die breite Ausfahrtsstrasse, leicht ansteigend. Ich nehme Tempo auf, das Feld gleicht jetzt einer Ziehharmonika. Hinter schweren grossen Jungs mit dicken Oberschenkel stürme ich im Windschatten an die Spitze des Feldes. Die ersten Hügel meistere ich problemlos, ich fühle mich gut. Am Berg müssen die schweren Jungs abreißen lassen, jetzt muss ich mir neue Wasserträger und Edelhelfer suchen. In der tollkühnen Abfahrt nach Dieulefit muss ich meine ganzen Fahrkünste aufbieten um an den Besten dran zu bleiben

Col Eyzahut

Im Tal hab ich eine gute Gruppe, im Sinne des Französischen Kreisel fliegen wir förmlich dem Ziel entgegen. Mit Tempo biegen wir in den letzten Anstieg ein, hoch zum Col de Eyzahut. Jetzt kann ich den Bergspezialisten nicht mehr Paroli bieten und verliere meine Gruppe aus den Augen. Allein gegen meinen inneren Schweinehund. Allein erreiche ich ich den Gipfel! Ich knalle meinen größten Gang rein. Wie der Radprofi Mohoric vom Team Merida Victorious in der Abfahrt beim Poggio stürme ich entlang der Serpentinen in das Tal. Immer den Bremspunkt am Limit. So sauge ich mich wieder an mein Gruppe und erhole mich im Windschatten. Auf den letzten Kilometer leiste ich auch Führungsarbeit! Ich bin gut drauf. Je suis on plein forme! Es geht nochmals über eine kleine Kuppe, dranbleiben, nicht abreissen lassen. Rein nach Montélimar geht es in einer scharfen 90 Grad Kurve auf die Zielgerade ein. Ich verpasse den Zug. Bin geschlagen. Mit den Sieg hab ich nichts mehr zu tun, ich nehme raus, genieße die letzten Meter, der Jubel der Menschen am Strassenrande.

Im Ziel, ich spüre nichts, keine Schmerzen, keine Strapazen, keine Sorgen. Es geht mir gut, eine zufriedene Leere stellt sich ein. Ein Glücksgefühl ☺️

Bleibt gesund, bleibt mir treu. Der Coach

Ehrenrunde

Unter ukrainischer Flagge 🇺🇦
Très francaise

Das Radsportcamp

Mont Ventox
1909

Vom 11. Juli bis zum 15. Juli 2019 fand „Das Radsportcamp“ in Valréas der Partnerstadt von Sachsenheim statt. Schon 2018 im März waren 4 unerschrockene Radhelden im März zu Gast. Das Radrennen „La Corima“ in Montélimar war der Höhepunkt. Mit 2000 Teilnehmern auf wunderschöne abgesperrten Straßen, (100 km durch die Drôme Provencale) gegen den gefürchteten Nordwind Mistral. Unvergesslich!

2018 dem Sonnenuntergang entgegen radeln
Présidente Charlie, Florian, Pirata Geronimo und Capitano Sebastian im März 2018

Von dieser Tour begeistert beschloss man recht schnell zur Zeit der Tour de France wiederzukommen. Von den Berichten und Geschichten und die Möglichkeit den berühmten Mont Ventoux zu erklimmen, schlossen sich weitere Rennradfahrer der Idee an, am 2. Radsportcamp teilzunehmen.

7 Radhelden vor dem Sachsenheimer Lichtensterngymnasium
Bandit Olli, Capitano Sebastian,Présidente Charlie, Pirata Geronimo, Champione Lars, Chameur Thilo,
Le Rouge Christian

So machten sich 7 durchtrainierte Radhelden auf den Weg in die Enklave des Papstes, die Partnerstadt von Sachsenheim, nach Valréas. Es freuten sich Mama Christa Holler (unsere Herbergsmutter für die nächsten 4 Tage) der Mischlingshund Fritzie und das Haus „La Refuge“ auf das Radteam.

morgens auf dem Autobahnparkplatz beim Zöhne putzen
Vorfreude

Trucker Geronimo hatte die Idee durch die Nacht zu fahren um am Morgen schon den ersten Petit Café zu geniesen. Das zweite Auto der Alpentreter startete pünktlich im Morgengrauen um 5 Uhr. So kamen wir alle gut durch und trafen frohgemut in Valréas an. Wir wurden herzlich von Mama Christa empfangen und freuten uns bei einem Willkommens Café auf unsere gemeinsame Reise.

Empfang im Tourismus Büro Valreas
Einladung auf ein verre d`amitie im Office de Tourisme

Die Jumelage von Valréas hatte von unserer Ankunft gehört und uns Sieben auf ein Begrüßungstrunk in das Office de Tourisme eingeladen. Eine nette Geste. Ein herzlicher warmer Empfang wurde uns von der Jumelage bereitet. Auch der 2. Vorstand Fabrice Winaud und Sécretaire Bruno Lauzier vom VCV Velo Club waren anwesend. Présidente Charlie hielt eine kleine Ansprache und betonte wie wichtig die Deutsch – Französische Freundschaft für Europa ist. Wir übergaben ein Bild mit dem Konterfei der 7 Radhelden vor dem Lichtenstern Gymnasium Sachsenheim. Fabrice und Bruno luden uns auf eine gemeinsame Radtour am Sonntag ein. Wir nahmen freudig an!

Anschließend fuhren wir auf unsere erste Erkundungstour. Auf Höhe von Taulignan trafen wir auf einen Lavendellaster. Der Duft des frisch geernteten Lavendel war imposant! Davon wohl noch berauscht stürzte Champione Lars beim Überholmanöver gefährlich auf die Gegenfahrbahn. Er hatte einen französischen Schutzengel. Außer Schürfwunden am Bein und eine Verstauchung am Handgelenk ist nichts passiert.

Tapete ab, sagen die Rennradfahrer dazu.

hinter einem Lavendellaster her radeln
kurz vor dem Unfall, berauscht vom Lavendelduft!

Nach den ersten 50 Radkilometern, beindruckt von der Landschaft, kamen wir in unser „La Refuge“ zurück. Mama Christa Holler warte schon mit einem 3 Gänge Menü und einem passenden gut gekühlten Rosé. Lecker! Mit einem Pastis beendeten wir den Abend und freuten uns auf den nächsten Tour Tag.

Tischlein deck Dich
Leben wie Gott in Frankreich

Nach einem reichhaltigen Frühstück musste das Rad vom Champione Lars erst gerichtet werden. Wir fuhren in den Radladen Chap´s Motos, im Ortskern von Valréas. Der Eigentümer erkannte schnell unser Problem. Mit viel Wissen und Können, ohne passendes Ersatzteil, schnurrte die Rennmaschine wie ein Kätzchen. Respekt. Und Merci!

im Radladen Chaps´s Moto
Chap´s Motos Valréas

Die „Tour der Leiden“ habe ich in dem Blog: Mythos Mont Ventoux Teil II beschrieben!

Nach einem ausgiebigen Frühstück machten wir uns freudig am Samstag den 13. Juli auf eine kulinarische Radtour. Der erste Stop führte uns zu Marie Thérès Gougne. Sie besitzt einen kleinen Honigladen in Valréas. Alles aus eigener Produktion: Lavendelhonig, Olivenöl, Lavendelessenz und vieles mehr. Sehr zu empfehlen.

Keine 300 Meter stand eine Weinprobe in der Coopérative „Cave La Gaillard“ an. Frischer duftiger Weißwein, verschiedene Rosé Varianten und schwere vollmundige Rotweine wurde uns charmant angeboten. Macht Laune.

Weinprobe in der Cave Cooperative Cave La Gaillard
Coopérative „Cave La Gaillard“

Nun standen immerhin die nächsten 5 km an. Das Nachbardorf Grignan war unser Ziel. Am Fuße des Schlosses Grignan, vor einer Postkartenkulisse mit einem Lavendelfeld, nahmen wir einen Petit Café zu uns. Herrlich!

Vor dem Schloss Grignan beim Petit Café
Selfie Time

So gestärkt nahmen wir die nächsten 15 km zum Kloster Aiugbelle. Dort angekommen nahmen den spirituellen Geist der Benedektiner Mönche in uns auf. Mit Lourdes Wasser in den Trinkflaschen fuhren wir mit Rückenwind (Mistral) im Sinne des belgischen Kreisels nach Valréas, unserem Domizil „La Refuge“. Mama Christa Holler wartete schon auf die hungrigen Radfahrer.

Quell beim Kloster Aiugbelle
Kloster Aiugbelle, die Loudes Quelle

Der Sonntag 14. Juli 2019 stand im Zeichen der Einladung des VCV Velo Club Valréas. Nach einem kleinen Frühstück radelten wir freudig zu unserem Treffpunk in die Ortsmitte von Valréas. Pünktlich um 7.30 Uhr versammelten sich alle Radfahrer. Ein großes Hallo, bonjour, shake Hands und Guten Tag. Wir waren baff der vielen Rennradfahrer (ca.30) die sich trafen. In 2er Reihen ging es aus dem Ortskern in Richtung Dieulefit in die Region Drôme Provencal.

radeln in der schönen Landschaft Drôme Provencale
Region Drôme Provencale

Es ist ein schönes Gefühl in so einem Peloton Rad zu fahren. Immer hat man Windschatten (war auch bitter notwendig, denn der Mistral wehte wieder stark) und einen Nebenmann für einen Plausch. Bruno Lauzier, Secrétaire des VCV Velo Club hatte die rund 100 km lange Tour geplant. Auf kleinsten Strassen führte die Tour in die Drôme Provencale. Der erste kleine Col auf 750 Metern wurde erklommen. Kein Mistral wehte und wir genossen die weiten Blicke in die Täler.

Die Franzosen achteten auf uns, wollten gute Gastgeber sein. Fabrice, 2.Vorstand sicherte die Gruppe mit einer gelben Warnweste ab. Bandit Olli, der mit einer Prothese fährt, hatte immer zwei französische Edelhelfer an seiner Seite. Der junge flinke Alban Girouin fuhr wie ein guter Hütehund die Gruppe immer Auf und Ab und hatte seine Schäfchen stets im Blick.

Natürlich wollte man auch Muskeln zeigen. Am Berg machten Présidente Charlie, Champione Lars und Chameur Thilo in der Führungsarbeit einen guten Job. Respekt, wohlwollendes Nicken, Schulter klopfen von unseren neuen Radfreunden.

kurze Pause auf dem Vol de Vecs
Présidente Charlie & Secrétaire Bruno auf dem Col de Vecs

Bruno kam an meine Seite gefahren. Ein kühles Bier bei mir im Garten? Gerne. Die Freude bei uns war riesig gross. Dadurch angespornt, rasten wir mit viel Tempo im Sinne des französischen Kreisels die letzten Kilometern nach Valréas in den Garten von Bruno Lauzier. In dem seine Frau uns einen herzlichen, warmen Empfang bereitete. Und noch besser: kühles Bier auf den Tisch stellte!

im Garten bei einem Bier von Bruno Lauzier
Im Garten

So ging eine einmalige Tour zu Ende. Présidente Charlie und Setrétaire Bruno Lauzier tauschten symbolisch die Trikots. Mit dem Wunsch und Versprechen wiederzukommen. Eine Einladung auf eine gemeinsame Tour in Deutschland wurde ausgesprochen. Worauf hin der 2. Présidente Fabrice freudig reagierte. „Super schön, Kette rechts, flach fahren, keine Berge! Na ja, wenn der wüsste…..dachte ich mir insgeheim!

Trikottausch, Bruno und Charlie
Trikottausch

Bleibt gesund, bleibt mir treu. LG. EUER COACH

Nachspann

#Helden

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