Schlagwort: Jahresrückblick

Tour de France oder Gold aus Valréas 🏅

2025

Gold aus Valréas 🏅 🇫🇷

Anfang des Jahres stand der Postbote mit einem unerwarteten Päckchen vor der Tür. Eine Überraschung von einem Freund aus alten Jugendtagen. Gemeinsam haben wir einen gepflegten Doppelpass beim TSV Rottenberg gespielt. Er hat mich nicht vergessen, auch nach so vielen Jahren nicht. Wir waren jung und schön. Wir waren „Die Buwe“. Ein neues Standard Werk über die Tour de France von Stephan Klemm war in dem Päckchen mit einer Widmung: Für Boom – Basti, Vive le Tour. Ich war gerührt, unwissend hat Erik mir eine große Freude bereitet. Im Sommer stand meine ureigene Tour nach Valréas an. Jeden Tag 200 Kilometer zur Partnerstadt von Sachsenheim in die Haut Provence, zum Gipfel des Mont Ventoux, zu meinen französischen Freunden, zu meinen Rad Helden, zur Tour de France. Davon und noch vieles mehr möchte ich Euch in meinem persönlichen Jahresrückblick erzählen

Micha bist du dabei, ich brauche Dich, ich brauche deine Motorrad Begleitung? Wie die Eskorte bei der Tour de France. „Ja klar, mit meiner BMW kann ich sogar dein Gepäck transportieren und dir Geleitschutz geben.“ Stephan von der Radbande hat auch zugesagt. Er fährt 20.000 Kilometer im Jahr und hat einen großen Motor. Mein Edelhelfer, mein Wasserträger, wie man in der Radsprache sagt. Diese Hilfe war wohl auch bitter notwendig, aber davon wusste ich in der Vorbereitung Gott sei Dank noch Nichts.

Dominik, Max habt ihr Lust mit mir einen Podcast aufzunehmen? Hatte ich sie mal an einen Samstag angequascht. Ja cool, wir hören selbst gerne. Um was soll es gehen? Wir probieren Wein und reden darüber, jeder mit seiner Erfahrung, jeder mit seiner ureigenen Meinung . Dominik du bist der Getränke Profi, Max du bist der Leergut Junge mit der feinen Zunge und ich bin der, der in der Weinabteilung kruschtelt….So sind mittlerweile über 20 Podcast Episoden entstanden! Es ist mir immer eine grosse Freude mit den Jungs einen Podcast aufzunehmen. Auf allen Streamingdiensten zu hören 🎧 Wein hat kein MHD

Einer unserer ersten Podcast 🎙️ Aus dem Ochsen Schorle Glas mit Roland von den Winzer vom Weinsberger Tal

Die beste Vorbereitung für die Tour de France sind die Frühjahrs Klassiker wie Mailand San Remo, Amstel Gold Race oder Paris Roubaix. Und für mich stand La Corima, das Radrennen in Montélimar im Kalender. Wie es mir und meinen Rad Freunden von der Radbande im Stromberg erging könnt ihr im Blogbeitrag „Wind of Change“ nachlesen

Valréas 🇫🇷

Das Frühjahr war auch geprägt von vielen schönen Arbeiten im Weinberg. Wie ihr wisst bin ich wieder Winzer geworden. Nun, kein fränkischer Winzer mit Rebsorten Riesling & Silvaner, sondern ein Steillagen Winzer in Kleiningersheim mit den typischen Rebsorten Trollinger & Lemberger. Ein Rosé wurde abgefüllt, verkorkt, etikettiert und mit einem Siegel verschlossen. Natürlich habe ich die Rosa Rote Winzer Brille auf, aber für Euch habe ich eine Wein Kritik von meinem Chef Gerhard Kiesel herausgesucht.

Ich bin Winzer🍷
Instagram:Mission.Grand.Cru

Feiner Frühlingsduft in der Nase
Angenehm zu trinken feine Saüre leicht Mineralisch Weinberg Boden im Abgang trockenes Flussbett
Gutes Trinkgefühl verlangt nach mehr

Gerhard Kiesel

Eine Auszeit mit der Familie musste natürlich auch sein. Einen kleinen Blogbeitrag habe über diese Erholung in den Tiroler Bergen mit dem Titel Mei.Auszeit geschrieben

So frisch wie der Rosé🍷Santé

Der Sommer kam in grossen Schritten und meine Tour de France mit 1600 Kilometer immer näher. Ich war gut drauf, bis an diesem verhängnisvollen Morgen als ich mich bei einer Euro Palette verhob. Der Rücken blockierte und ich konnte mich keinen Meter mehr bewegen. Ich landete auf der Couch, nichts ging mehr. Nur durch einige gute Tipps von meiner persönlichen Heilpraktikerin Miriam machte ich kleine Fortschritte. Aber ich brauchte Geduld.

Brauchte Geduld ☘️

Die Tour de France 2025 war die 112. Austragung. Sie führte die Fahrer über eine Strecke von 3302 Kilometer Länge und 51.550 Höhenmeter von Lille bis nach Paris und beinhaltet zwei Ruhetage. Meine 1. Tour hatte eine Länge 1600 Kilometer & 12000 Höhenmeter von Bietigheim 🇩🇪über Schaffhausen, 🇨🇭 Yvonand, Aix les Bains, Valréas, 🇫🇷 Lyon, Arc et Senans, Müllheim 🇩🇪 und beinhaltete 3 Ruhetage. Mein persönliches Etappenrennen mit meinem Edelhelfer Stephan und Motorrad Begleitung Micha.

Radbande 🚴🏻🏍️

Der Start am 17. Juli war ein sonniger Morgen. Stephan pumpte die Reifen auf 8 bar, Miri stopfte mir noch ne Banane in die Rückentasche und wünschte uns beiden eine Unfallfreie Tour. Das Tempo war hoch, zu hoch für die ersten Stunden, wir passierten Sindelfingen und Böblingen und kamen der Schweizer Grenze immer Näher. Stephan sah mich nach 130 Kilometer besorgt an, ich pumpte wie ein Maikäfer mit einem schmerzverzerten Gesicht. Ein kleiner Espresso Stopp war jetzt lebenswichtig. Hab‘ ich die Beine für diese Tour? Ich kämpfte, machte mich klein im Windschatten, die Schweizer Grenze in Sichtweite, ein letzter kleiner Anstieg, dann rollten wir mit großem Kettenblatt nach Schaffhausen unsere 1. Destination. Micha auf seiner BMW 6 Zylinder K1600 GTL hatte das Gepäck und war verwundert über unsere Geschwindigkeit. „Man Jungs, seid ihr stark,“ da wusste er nicht wie ich leiden musste.War ich froh ihn zu sehen.🚴🏻🚴🏻🏍️🇨🇭🏁

Bei der Tour gewinnt nicht der Beste Fahrer, sondern der mit dem besten Team, mit der besten Verpflegung und mit der besten Erholung. Essen, gut schlafen das sind mitunter entscheidende Vorteile. So schlenderten wir in Schaffhausen am Rhein, kehrten direkt am Wasser in einen Restaurant ein, tranken guten Sauvignon Blanc, hörten coole live Musik, diskutierten angeregt über Europa, offene Grenzen, über Freundschaft und fielen hundemüde in unsere Betten, schliefen tief und fest.

Rheinfall 🤩

Ich bin schon so oft mit dem Auto nach Südfrankreich gefahren, wenn ich eine Vignette hatte, auch Mal über die Schweiz. Auf der Autobahn Raststätte maximal einen Toiletten Stopp. Mit dem Rad nahm ich zum ersten Mal die Landschaft, Berge, Flüsse, Schluchten, Städte, Häuser, Kirchen, Tiere und Menschen in mich bewusst auf. Bei jeder Steigung, bei jeder Abfahrt bekam ich ein Gefühl für das Land. Raus aus Schaffhausen am nächsten Morgen ging es gleich die Hügel hoch, meine Oberschenkel brannten, schon jetzt kein gutes Zeichen. Stephan war in seinem Element und spornte mich an nicht zu schwächeln. Immer am Hinterrad, immer im Windschatten. Das nächste Ziel war ein kleines Hotel de la Gare in Yvonand am Neuenburgersee. Bei einem kleinen gemeinsamen Spaziergang am Abend zum Restaurant Colvert erzählte uns Micha von seiner Motorrad Tour. Spannend. Gut schlafen gut frühstücken, die sympathische Chefin verwöhnte uns, wir waren verliebt in Yvonand. Der morgen strahlend blauer Himmel, aber es zogen dunkele Regenwolken über den Genfer See auf. Genau in das Epizentrum des Gewitter führte uns die Tour. Jetzt wurde es gefährlich. Blitz und Donner, wir suchten Schutz. Die nächste Destination wartete, Aix les Bains in den französischen Savoien. Micha hat mit seiner Maschine kurzerhand die Aussichtsplattform Belvedere du Revard besucht und schwärmte von der einmalige Aussicht auf Aix und den Lac du Bourget. Natürlich mussten wir zum Abendessen darauf mit einen Rousette de Savoien anstoßen.🥂Der nächste morgen stopfte ich mir am Frühstücksbuffett alles rein was ich bekommen konnte. Die Königsetappe stand am 4. Tag im Roadbook. Ich fühlte mich gut, erstaunlich gut. Bei jeder Kurbelumdrehung wurde ich stärker

Tour de France 2025

Die Königsetappe, jetzt wurde es heiß, Südwind direkt von vorne, giftige kleine Steigungen der Drôme Provencal, die Sonne brannte, die Trinkflaschen leer…kein Brunnen weit und breit. Wie ein abgehängter Sprinter am Berg. Jetzt nicht aufgeben, das Ziel so nah, Valréas, der Mont Ventoux, die Tour, meine Familie Christa et Hubert, unsere französischen Freunde. Das Smartphone klingelt: „Sebastien, où êtes-vous tous ? Nous vous attendons tous sur la place de l’hôtel de ville. Allez, Allez, Allez, Vive les Radbande,“ so motivierte mich Bruno vom Radsport Club aus Valréas auf den letzten Metern😊

Alle so herzlich, alle im Tour Fieber, könnte nicht jeder Tag ein Tour Tag sein? Valentin Paret- Peintre, ein Franzose gewinnt am Mont Ventoux. Derweil besuchte ich mit Micha Domaine Lauribert in der Nähe und probierten uns durch den Keller. Vergleiche von Weinqualitäten zu Automarken wurden uns vom Alten Monsieur Sourdon erläutert. Dieser Rotwein ist ein VW, der eine ein Mercedes und der aller letzte und Beste ein Rotwein aus Alten Grenache und Syrah Reben, gereift in gebrauchten Barrique’s, natürlich ein Rolls Royce🍷😊

Ein Mercedes im Glas🍷

Die Ruhe Tage verflogen wie im Winde. Mistral kündigte sich an. Jetzt aber schnell, ein Abschied, ein Au revoir, die Tour wird in den Alpen entschieden. Wir hatten Lyon vor der Brust. Über die Hügel, ein letzter Blick zurück, der Mont Ventoux in Wolken. Immer an der Rhône lang, der mächtige Fluss, ein Blick auf Tain l‘ Hermitage, berühmte Granitfelsen auf den die Rebsorte Syrah so grosse Weine hervorbringt. In Lyon rasen wir mit großem Kettenblatt in das Alte Stadtzentrum, an Staus und parkenden Autos vorbei erreichen wir unser Hôtel Académie. Im Augenwinkel sehe ich die schöne BMW von Micha am Place Vieux Lyon parkend. Er ist schon da. Wir freuen uns. Wir sind vereint. Lyon, die Vorratskammer Frankreich. Paul Bocuse hat die Novelle Cuisine erfunden, sein Restaurant nicht weit. Wir schlendern entlang der Fußgängerzone, lassen uns treiben in diesem Viertel voller Geschichte. Ein kleines Restaurant, ein witziger Typ, keine Sterneküche. Aber ein Crozes Hermitage im Glas.🍷 Was will man mehr. Am nächsten Tag, ich muss nicht mehr erwähnen das wir ein feines Frühstück hatten! Jetzt musste es auch Mal schnell gehen. So rasten wir die Route National entlang ohne Espresso Stop in das Jura hinein. Zu den königlichen Salinen. Nach Arc et Senans, Hotel Restaurant Vertteiulle. Ein köstliches Bresse Huhn und ein Vin Jaune von Chateau Chalon feierten wir die französischen Küche und waren uns einig: besser geht’s nimmer 😉

Wie bei der Tour de France nach Paris – die letzte Etappe. Ein Nichtangriffspakt. Die Trikots Farben sind verteilt. Pogacar gewinnt gelb, das gepunktete Bergtrikot geht auch an Tadej Pogacar, das Grüne für den besten Sprinter an Jonathan Milan und erstaunlich, das Weiße für den besten Nachwuchsfahrer an den jungen Deutschen Florian Lipowitz. Wir haben nach Jahren, nach dem großen Jan Ullrich wieder einen Rennfahrer für den Gesamtsieg. 💪🏻Wir querten den Rhein, ein Grenzsoldat mit Maschinengewehr im Anschlag begrüßte mich mit Augenzwinkern, wir waren wieder in Deutschland. Ein letzter Abend im Restaurant Zur Post in Müllheim, ein gutes Glas Rotwein vom Martin Wassmer aus dem Markgräfler Land. Ein letztes Glas, ein Santé auf unsere gemeinsame Reise, eine kleine Rede vom Micha, Worte die mich sehr berührten, ich hatte Tränen in den Augen 🚴🏻🚴🏻🏍️🏁

Tränen in den Augen 💞

Wie soll man nach so einer Reise wieder den Alltag leben ….Das Geschäft wartet, Montag morgen stand ich im Leergut und sotierte Flaschen. Nur nicht abheben. Mein Weinberg sollte auch Mal den Winzer sehen. Meine Lemberger Trauben in der Steillage Kleiningersheimer Schlossberg sahen gut aus. 2025 wird ein guter Jahrgang. Felix Csicsai der junge Winzer zeigte mir noch die letzten Kniffs um daraus einen großen Wein zu machen. Lemberger Papst Rainer Wachtstetter hatte noch ein gutes Barrique Fass und gab mir spannende Einblicke in seinen Keller

Das Jahr neigt sich dem Ende, der Frost kam über Nacht, die Reben haben die Blätter abgeworfen, Zeit wieder in den Weinberg zu gehen. Die Reben brauchen wieder den Winzer. Mit der Felco Schere in der Hand lege ich den Grundstein für den nächsten Jahrgang 2026. Was wird sein, was wird passieren, das weiss ich nicht, aber ich weiß, es wird gut.

Bleibt gesund, bleibt mir treu. Frohe Weihnachten🎄 und einen Guten Rutsch 🎆

Eurer Basti (Der Coach)

Zweitwein

Steillagen Retter⛑️

Fotogalerie 2025 auf meinem Smartphone

Reims

292 Staeffele

292 Staeffele

Es war das Jahr 1994. Ein Samstag morgen im Oktober, meine erste Weinlese am Rottenberger Gräfenstein stand mir bevor. Ich war aufgeregt. Alle Buwe sind gekommen, alle Fußball Kumpels vom TSV Rottenberg waren früh morgens um 9:00 Uhr mit Gummistiefel und Scheren bestens vorbereitet. Der steile Weinberg war prazzelt voll mit Müller-Thurgau Trauben. Motiviert mit viel Spass lief die Ernte, naja dem ein oder anderen schmerzte der Rücken und die Beine wurden schwer wie Blei. Der Hänger voll bis Oberkante, knappe 60 Oechsle konnte ich vermelden. Immerhin ein Qualitatswein geerntet! Der Rübenzucker billig, so kam der ein oder andere Sack hinzu und vermehrte meine Weinmenge. (Chaptalisation). Am nächsten Tag war der Spieltag in der Kreisklasse. Müde Beine, Muskelkater von der ungewohnten Arbeit. Wir spielten grotten schlecht. Der Trainer stink sauer. Der Schuldige schnell gefunden. Meine Müller Thurgau Trauben. Mit einem feucht fröhlichen Helferfest konnte ich die Gemüter besänftigen. Trainer Herbert, kannst du dich noch erinnern?

Im Sinne des Belgischen Kreisels fahr ich mit den #stromberbuben mit Tempo an der Neckarschleife entlang. Wir passieren Mundelsheim, Hessigheim und steuern auf Besigheim zu. Mit großem Kettenblatt trete ich hinter dem alten Haudegen Charlie.(60 geworden 🎂und Opa von Oskar und Ivo, die Radsport Zukunft ist gesichert 🚴🏻💪🏻) Der Windschatten schützt mich. Mit einer kleinen Ellbogenbewegung signalisiert er mir das ich in wenigen Sekunden  im Wind fahren muss. Er schärt aus, der Wind blässt mir voll ins Gesicht. Mit  aller Kraft versuch ich das Tempo für die nächsten 200 Meter zu halten. Meine Oberschenkel brennen. Ich fahr ins Laktat. Beisse Coach, Beisse. Ich zucke mit meinem rechten Ellbogen, steure mit einer kleinen Bewegung meine Maschine nach links und  lasse mich  fallen. Benni, Thomas, Marc, Felix und Jannik rauschen an mir vorbei. Jetzt, den Anschluss nicht verlieren. In den Wiegetritt suche ich verzweifelt das Hinterrad vom Charlie, dem alten Haudegen zu erhaschen. Ja, geschafft, ich mach mich klein auf meinem Merida Reacto und nutze die Erholung wieder im Qualitätswindschatten. Meine Beine lockern. Ich schnaufe durch. Ich schaue links, der liebliche Neckar, ich schaue rechts, die Terrassenlagen vom Wurmberg. Ich denke an Wein, an Trollinger, an Lemberger und an einen Satz in der Bietigheimer Zeitung vom jungen Winzer Felix: „Wenn ich keine Hilfe bekomme Hacke ich die Reben raus!“

Belgischer Kreisel 🫣

Die Abkehr von den Steillagen zeigt sich in den Schrannen selbst. Viele sind verbuscht oder liegen brach. Der Auslöser für die Aktion, so die Bürgermeisterin, war dann ein Wengerter, der damit gedroht habe, er werde die Reben umhacken, falls er keine Hilfe finde.

Jörg Palitzsch, Bietigheimer Zeitung

Ich möchte Euch mitnehmen, mein Jahr 2024 als Winzer. Ja, mit einem Handschlag war unser Freundschaftsprojekt besiegelt. @Mission.Grand.Cru. Wir machen Wein. Wir retten die Steillage Kleiningersheimer Schlossberg. 292 Kleine Stäffele (Treppen) muss man erklimmen. 3 Rebsorten (Lemberger, Trollinger & Acolon) sind in den Schrannen vor mehr als 30 Jahren gepflanzt worden. Der Rebschnitt war unsere erste gemeinsame Tat. 💪

Unsere erster Arbeitseinsatz ✂️

Nach dem Rebschnitt stand unser Familien Urlaub in den Österreichischen Bergen an. Wir waren wieder am Reinthaler See. Nachzulesen im Blogbeitrag: Der Bergbauernhof

Reinthaler 🎿

La Corima, die Radsport Saison startet in Montélimar.🏁Donnerstag Mittag ging es auf die Autobahn A8 mit 2 coolen Jungs von den #strombergbuben und frische Metzger Maultaschen im Gepäck. Nachzulesen unter: Wilhelm

3 Musketiere 🤺

Wieder einen „eigenen Weinberg“, wieder das gleiche Gefühl, die gleiche Anspannung, die gleiche Verantwortung. Warme Tage im April, der Austrieb früh. Zu Früh? Die Nächte kühl, zu kühl? Frostgefahr! Aber die Schrannen, die Jahrzehnte alten Stäffele speicherten die Sonnenwärme und schützen so die Reben. Trotzdem war die Nacht vom 23. auf den 24. April bibbernd kalt. Bis zu 60 % sind die Reben in Württemberg erfroren, aber nicht bei uns in der Steillage. Die Rebsorten Acolon, Trollinger und Lemberger haben die kalte Nacht überlebt.

Schlossberg

Im Wonne Monat Mai führte unser Familien Urlaub in das Entre deux Mers. Zwischen den zwei Flüssen Garonne und Dordogne. Die Begeisterung für diese grüne Hügellandschaft halt noch immer nach. In dem Blogbeitrag mit dem Titel „Bordeaux“ habe ich unsere schönsten Tage im Jahr festgehalten.

Bordeaux 🍷
Olympia 🔥

Das leichte hauchen mit zittriger Stimme in das Micro: „Céline Dion“ vom französischen Kommentator machte mir eine Gänsehaut am ganzen Körper. Die Olympischen Spiele in Paris lösten bei mir eine noch tiefere Bewunderung für Frankreich aus. Ich war beseelt. Wenige Wochen vorher konnten wir unsere Französischen Freunde aus Valréas begrüßen. Ich war sehr stolz auf „meine“ #strombergbuben. Die 4 Tage von Sachsenheim habe ich in einem Blogbeitrag festgehalten. Gerne zum nachlesen: Jumelage

Tief bewegt: Liberté, Égalité, Fraternité 🇨🇵

Und was macht unser Weinberg? Der Sommer ließ auf sich warten, viele Regenfälle, Überschwemmungen und Hagel setzen unseren Trollinger Reben schwer zu. Mit der Hacke in der Hand kontrollieren wir das Unkraut und Felix kämpfte gegen den Mehltau. Oft hörte man früh am Morgen die Rotorblätter des Hubschrauber über Kleiningersheim fliegen. Der August heiss, zu heiss?

Der August: zu heiss☀️
Hubschrauber über Kleiningersheim 🚁

Mein sportlicher Höhepunkt im Jahr 2024 war der Drei Länder Giro in Nauders, Tirol. Der Stelvio, das Stilfser Joch 2757 über NN, der höchste Gebiergspass Italiens, meine größte Herausforderung als Radsportler. Jannik von den #strombergbuben gab mir den nötigen Windschatten, die nötige Unterstützung am Berg. Nachzulesen im Blogbeitrag: Girodays🏔️🚴🏻‍♂️🏁

Drei Länder Giro

Ein Anruf von Felix löste Aufregung bei den Schlossgeistern aus. „Wir müssen den Acolon eine Woche früher holen als geplant, die Kirschessigfliege bedroht unsere Ernte, rief Felix uns zu. Gesagt, getan. Sonntag den 8.September trafen wir uns pünktlich um 8:30 Uhr am Neckar Ufer. Viele Helfende Hände wurden gebraucht, viele Freunde sind gekommen. Mischa, Christian, Mela, Miri, Max, Sven, Dari, Jonas begrüßte ich freudig. Ein sonniger Morgen, genau wie vor 30 Jahren. In weiter Ferne hörte ich Felix mit seinem Trecker. Mit seinem Freund Jonathan brachte er Butten, Eimer und Scheren. Lese 2024 konnte beginnen!

Der Acolon im Keller, es warteten noch die Rebsorten Trollinger und Lemberger in der Steillage. Ja, der Trollinger war unser Sorgenkind. Die wichtigste Rebsorte Württembergs. Als Trollinger mit Lemberger (TL) wurde sie zum Brot – und Butterwein des täglichen Genuss, zum Begleiter vieler schwäbischen Leckereien. Gesetzt auf jeder Restaurantkarte. Die starken Regenfälle, die heißen Tage, die starke Sonneneinstrahlung haben ihm zugesetzt. Peronospora an den Weinblätter, später Oidium Befall an Beeren, zusätzliche Stilfäule verhindern einen schönen Reifeverlauf. Viele faulige, aufgeplatzte Trauben musste ich rausschneiden, es tat weh. Hat die Rebsorte noch eine Zukunft? Bei uns in der Steillage nicht! Das war seine letztes Jahr. Ein Rosé mit 68 Oechsle haben wir noch geerntet. Mehr gab’s nicht. Nicht das ihr mich falsch versteht, der Trollinger, in Südtirol Vernatsch genannt, hat seine Berechtigung, seine Zukunft, aber eben nicht bei uns in der Steillage Kleiningersheimer Schlossberg. Dagegen erfreuten wir uns an reifen Lemberger Trauben. Das wird gross.🍷

Reife Trauben zu ernten ist das eine, daraus guten Wein zu machen das andere. Zwei Fässer mussten her. Ein Anruf beim Weingut Herzog von Württemberg. „Klar unterstützen wir Euch Nachwuchswinzer, ihr Steillagen Retter,“ rief Gutsleiter Joachim Fischer uns zu. Kommt vorbei, ich suche euch gute Barrique’s aus. Gesagt getan. Mit einem VW Busschen fuhren wir beim Schloß Monrepos vor. Einen kleinen Winzer Crashkurs, einen Blick in den Keller, eine anregende Diskussion auf Augenhöhe mit Kellermeister Fischer über die Zukunft des Trollinger in Württemberg wurde uns geboten. Mit zwei wunderbaren Barrique’s im Gepäck machten wir uns, mit einem Lächeln auf den Lippen, auf den Weg nach Kleiningersheim. Und mit der Gewissheit jetzt schon mit den großen VDP Weinen mithalten zu können 😉🍷

Wir sind die Schlossgeister, wir sind Freunde, wir retten die Steillage, wir machen einen Wein, wir machen einen Grand Cru. Eine Jahrhundert alte Kulturlandschaft ist bedroht. Die schwere Arbeit in den Schrannen lohnt sich nicht mehr. 292 Staeffele sind zu bewältigen, eine schweißtreibende Arbeit. Lemberger, Acolon und Trollinger sind zu pflegen und zu hegen. Naturnah mit Hacke und Schere bewirtschaften wir die Steillage. Nur aus den besten Trauben, ausgebaut in schwäbischer Eiche, entsteht unser Rotwein.

Die Schlossgeister, Kleiningersheim

Es wurde ruhig im November. Die Blätter vielen von den Bäumen, die erste zaghaften Schneeflocken wirbelten umher. Ich pustete durch und freute mich auf drei erholsame Tage in Straßburg mit Mama Christa, Hubert, Miri und natürlich mit Hütehundmix Chablis aus den Karpaten. Nachzulesen im Blogbeitrag: Straßburg

Les Haras

Seid ihr auch so neugierig wie ich? Was ist aus unseren Lemberger, Acolon und Trollinger Trauben geworden? Immer am 3. Donnerstag im November wird der Primeur Wein vorgestellt. Das schon seid Jahrzehnten. In den Bars und Kneipen in Paris ein großes Happening, ein großes Fest. Leider ist dieser Brauch ein Stück weit verloren gegangen. Schade. Felix zapfte eine Kostprobe für uns aus den Fässern und wir trafen uns in der Weinbar Agora am Fräuleinsbrunnen. Und was soll ich Euch sagen? Die Weine haben geschmeckt! Klar, sie brauchen noch Zeit, aber die Tendenz geht in die richtige Richtung.

Rubinrot. Ein Hauch von Reduktion in der Nase. Dann öffnet er sich. Cassis-Heidelbeer-Joghurt, Vanillepudding, saftige Frucht, jugendlich. Unkomplizierter Wein. Die Säure ist sehr präsent, verleiht Frische und Animation. Alles hat Zug. Gut gemacht.

So, meine kurze Beurteilung vom 2024 Lemberger Kleiningersheimer Schlossberg. Fast schon ein Grand Cru.😉 Santé
Experten Gespräch

Es gibt viel zu schnüffeln, es gibt viel zu entdecken. Hier eine hingeworfene Serviette, dort eine halbe Bratwurst, unterm Tannenbaum ein leerer Pizzakarton, ein weggeworfener Döner. Die Mülltonnen quillen über. Ein Schlachtfeld. Chablis ist in seinem Glück, ich werde von ihm an der Leine herumgescheucht. Der letzte Abend, der Sternlesemark von Bietigheim schließt seine Buden. Die Glocken der Stadtkirche schlagen 10. Leise rieselt der Schnee. Chris ruft mir aus dem Kiesel Glühweinstand zu: „Coach, noch einen letzten Glühwein mit Schuss?“ „Oh gerne, mit Amaretto.“ Die Tasse heiß, weihnachtliche Gewürze mit einem Hauch von Vanille und Marzipan in der Nase, schön süß, tut gut. Danke Chris. „Coach, wo feierst du Silvester,“ fragt mich Chris. „Am Stuttgarter Flughafen, im Mövenpick, dort darf nicht geböllert werden und die Fenster haben Schallschutz“, entgegne ich schnell. „Du weißt, wenn Chablis glücklich ist, bin ich auch glücklich.“Chris schmunzelt! „Frohe Weihnachten, Coach, ich schließe die Bude, ich mach das Licht aus!“

Das Jahr neigt sich dem Ende. Der Weihnachtsbaum geschmückt.🎄 Eine friedvolle Zeit, eine Zeit des füreinander und miteinander. Eine Zeit für Freunde und Familie. Eine Zeit mit vielen Wünschen im Gepäck, eine Zeit mit vielen Erwartungen. Ich bin dankbar, 2024 war mir ein Fest. Hoch über den Dächern von Stuttgart feiern wir „unsere“ Silvesterparty. Dort lassen wir es krachen, dort verabschieden wir das Alte Jahr, begrüßen das Neue. Dort denke ich an die vielen lieben Menschen die mein Weg kreuzten und freue mich wieder auf spannende Abenteuer im Jahr der Schlange 🐍. Und ihr wisst: Der letzte macht das Licht aus. Bleibt gesund, bleibt mir treu. Besinnliche, vor allem friedvolle Weihnachtstage. 🎄 Ein gutes Neues Jahr 2025🎉🪅🧨

Euer Coach (Basti)🙋🏻

Zugabe

Ein Dankeschön an die Buwe 🫂
Legenden🏁3 mal 50🎂
1 Mal 50🎂danke Rod

*1993 habe ich den Weinberg von Wolfgang Jung gekauft, ein Freund meines Vaters und auch habe ich seine Weinernte von 1993 im Fass gekauft🍷

Sebastian Holler
🍷🏁

Tie your wish

Tie your wish

oder

mein Jahr 2020

Was wollte ich nicht alles machen in 2020. Nichts, aber auch gar nichts von dem was ich geplant hatte, habe ich umgesetzt! Im Frühjahr wollte ich am Gran Fondo in St. Tropez teilnehmen, 130 km entlang der Corniche und einen kleinen Abstecher in die Berge der Côte d´Azur. Ein Traum. Natürlich einen Abstecher nach Valréas zur Mama Christa. Gecancelt. Im Sommer zur Rad WM in Stuttgart freute ich mich auf das Brezel Race. Abgesagt. Danach wollte ich mir die Krone beim Württemberg König holen. Pustekuchen.

Das 80 – 140 nm kleine Corona Virus (Sars – COV 2) hat mir und vielen anderen ein Strich durch die Rechnung gemacht. In einem Blogbeitrag Shut down habe ich meine ersten Gefühle und Gedanken zum Ausdruck gebracht. Ich musste mich schütteln, besinnen und einen Weg für mich in dieser Pandemie finden. Dabei waren die sonntäglichen Ausfahrten mit der Radbande eine grosse Hilfe. Im Qualitätswindschatten der Radbande, gute Gespräche, Druck auf der Pedale stromerten wir in den Black Forest, in die Löwensteiner Berge, streiften den Kraichgau und chillten am Neckar.

Chablis aus den Karpaten

Mit einem feinen Familienurlaub in den Bergen von Österreich (Bad Kleinkirchheim, Kärnten) fing das Jahr eigentlich sehr entspannt an. In der Römerloipe machte ich mich auf meinen Skating Ski fit für die Saison. Dort hörten wir schon von dem unbekannten Virus aus China. Ein Nachbar Dorf wurde sogar unter Quarantäne gestellt. In einem Blogbeitrag habe ich über unsere Familientradition geschrieben: Die Tradition

Hanami

Spaziergänge, Wanderungen Daheim eröffneten uns in dieser Zeit neue Ecken und Winkel unserer schöne schwäbische Region zu erkunden: Das Leudelsbachtal, die Burgruine Blankenhorn mit dem Aussichtspunkt Geigersberg oder ein Trip zu den Kirschblüte nach Erligheim waren unvergessen. An unserer Mehrtagewanderung in die schwäbische Alb hielten wir fest, trotz Übernachtungsverbot für Touristen. Wir gaben uns als Handlungsreisenden aus (mit Hund). 😉 4 unvergessliche Tage habe ich unter dem Blogbeitrag für Euch aufgeschrieben: Pilgern auf der Alb

Schwäbische Alb

Die Tour de France wurde in den September verschoben. An unserem Termin in Valréas war nicht zu rütteln. Jetzt nicht mit der Radbande, sondern mit Miri, Schwiegermama Elfie und Hütehundmix Chablis. Eine grosse Freude hatte ich, als mein vergessenes altes Bianchi im Keller meiner Mutter unter Spinnweben auftauchte. Das ich zum Anlass genommen habe eine kleine Geschichte zu schreiben. Der Titel:Chez Mama

Chez Mama

Auch in dieser Pandemie hat man viele Möglichkeiten. Die Wut, der Ärger über die Restriktionen, Einschränkungen und Bevormundung der Regierung hatte ich manchmal nur ungläubiges Kopfschütteln übrig. Aber im Nachhinnein hab ich vieles als Chance gesehen. So auch dem herrlichen Tag in München .

Im Grapes 🍷

Oft wurde einem ein schlechtes Gewissen gemacht. Urlaub ja gerne, aber mit anschließender Quarantäne. Glück gehabt: unsere Urlaubsregion war kein Risikogebiet, das konnte sich aber täglich ändern. So verbrachten wir unbeschwerte Tage in Ihlowerfehn.DIE WINDKANTE

Corona Bart

In dieser Zeit war ich auch froh kein Fussballer oder Trainer zu sein. Die Plätze wurden geschlossen, nur die Bundesliga durfte ihre Geisterspiele austragen. Fussball ohne Fans ist Fussball zum abgewöhnen. In meiner Tippgemeinschaft nehme ich den letzten Platz ein.😒 Ich hab einfach den Zugang verloren. Ich hatte meinen Radsport.🚴‍♂️ Jederzeit konnte ich mein Merida Reacto schnappen und in den Stromberg düsen. Die Radbande wuchs, coole Jungs kamen dazu; Marc, Felix, Jannik, Thomas, Benni, Rico – auf Instragramm kann man Sie bewundern.

https://www.instagram.com/strombergbuben/

Der Sommer ging der Herbst stand vor der Tür, mit ihm stiegen auch die Inzidenszahl. Aber ich hatte meinen Weg gefunden mit dem Virus umzugehen. Die Jungs von der Radbande designten ein Trikot. 3 Sponsoren sind beteiligt. Der Tourismusverband Stromberg Kraichgau, die Stromberg Zabergäu Kellerei und die Olymp Bezner Stiftung. Bei allen sage ich für ihr Engagement Danke. Das Trikot ist wirklich gelungen, oder was sagt ihr?

Das Trikot der Radbande im Stromberg

Es ist auch schön in dieser Pandemie neue Freunde zu finden. Wir sollen ja unsere Kontakte reduzieren, weil das Virus sich über Kontakte verbreitet. LEIDER. Ich sah eine ältere Frau schwer bepackt ihr altes Damenrad den Buckel von Bietigheim hoch schieben. Ich kehrte um und fuhr ihr Rad den Buckel hoch. Eine kleine Geste, aber für Ute Schöllhammer eine grosse Freude. Daraus ist eine Freundschaft geworden ❤️

Mein ältester Neffe Samuel hatte einen feinen 18. Geburtstag. Ich durfte für seine Freunde eine launiges Gin Tasting machen und mit viel Musik und Tanz den Abend feiern. Leni 🧸und Josie haben mitten in der Pandemie mein Herz erobert 😍Warum erwähne ich das? Man kann die Zeit nicht zurückdrehen. Die Floskel:Das holen wir nach, ist ein falscher Ratgeber. Mutig, aber unter den gegebenen Hygiene Konzepten. Wir müssen lernen mit dem Virus zu leben. Lasst uns das Leben anpacken. ZITAT von meiner Mutter: „Bringt Konfetti in Euer Leben!“🎉Ich hab meinen Weg gefunden. Das Leben bietet Chancen und sollte es einfach ein Zoom 📺treffen sein.

Bringt Konfetti in Euer Leben

Mama Christa
Das Kirbachtal, unsere Heimat

Mit dem Bild aus dem Kalender Kirbachtal von Geronimo Schmidt wünsche ich Euch ein Gutes 2021. Bleibt Gesund, bleibt mir treu.

LG EUER COACH

Nachschlag

Jerusalema Challenge

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