Schlagwort: Freundschaft

292 Staeffele

292 Staeffele

Es war das Jahr 1994. Ein Samstag morgen im Oktober, meine erste Weinlese am Rottenberger Gräfenstein stand mir bevor. Ich war aufgeregt. Alle Buwe sind gekommen, alle Fußball Kumpels vom TSV Rottenberg waren früh morgens um 9:00 Uhr mit Gummistiefel und Scheren bestens vorbereitet. Der steile Weinberg war prazzelt voll mit Müller-Thurgau Trauben. Motiviert mit viel Spass lief die Ernte, naja dem ein oder anderen schmerzte der Rücken und die Beine wurden schwer wie Blei. Der Hänger voll bis Oberkante, knappe 60 Oechsle konnte ich vermelden. Immerhin ein Qualitatswein geerntet! Der Rübenzucker billig, so kam der ein oder andere Sack hinzu und vermehrte meine Weinmenge. (Chaptalisation). Am nächsten Tag war der Spieltag in der Kreisklasse. Müde Beine, Muskelkater von der ungewohnten Arbeit. Wir spielten grotten schlecht. Der Trainer stink sauer. Der Schuldige schnell gefunden. Meine Müller Thurgau Trauben. Mit einem feucht fröhlichen Helferfest konnte ich die Gemüter besänftigen. Trainer Herbert, kannst du dich noch erinnern?

Im Sinne des Belgischen Kreisels fahr ich mit den #stromberbuben mit Tempo an der Neckarschleife entlang. Wir passieren Mundelsheim, Hessigheim und steuern auf Besigheim zu. Mit großem Kettenblatt trete ich hinter dem alten Haudegen Charlie.(60 geworden 🎂und Opa von Oskar und Ivo, die Radsport Zukunft ist gesichert 🚴🏻💪🏻) Der Windschatten schützt mich. Mit einer kleinen Ellbogenbewegung signalisiert er mir das ich in wenigen Sekunden  im Wind fahren muss. Er schärt aus, der Wind blässt mir voll ins Gesicht. Mit  aller Kraft versuch ich das Tempo für die nächsten 200 Meter zu halten. Meine Oberschenkel brennen. Ich fahr ins Laktat. Beisse Coach, Beisse. Ich zucke mit meinem rechten Ellbogen, steure mit einer kleinen Bewegung meine Maschine nach links und  lasse mich  fallen. Benni, Thomas, Marc, Felix und Jannik rauschen an mir vorbei. Jetzt, den Anschluss nicht verlieren. In den Wiegetritt suche ich verzweifelt das Hinterrad vom Charlie, dem alten Haudegen zu erhaschen. Ja, geschafft, ich mach mich klein auf meinem Merida Reacto und nutze die Erholung wieder im Qualitätswindschatten. Meine Beine lockern. Ich schnaufe durch. Ich schaue links, der liebliche Neckar, ich schaue rechts, die Terrassenlagen vom Wurmberg. Ich denke an Wein, an Trollinger, an Lemberger und an einen Satz in der Bietigheimer Zeitung vom jungen Winzer Felix: „Wenn ich keine Hilfe bekomme Hacke ich die Reben raus!“

Belgischer Kreisel 🫣

Die Abkehr von den Steillagen zeigt sich in den Schrannen selbst. Viele sind verbuscht oder liegen brach. Der Auslöser für die Aktion, so die Bürgermeisterin, war dann ein Wengerter, der damit gedroht habe, er werde die Reben umhacken, falls er keine Hilfe finde.

Jörg Palitzsch, Bietigheimer Zeitung

Ich möchte Euch mitnehmen, mein Jahr 2024 als Winzer. Ja, mit einem Handschlag war unser Freundschaftsprojekt besiegelt. @Mission.Grand.Cru. Wir machen Wein. Wir retten die Steillage Kleiningersheimer Schlossberg. 292 Kleine Stäffele (Treppen) muss man erklimmen. 3 Rebsorten (Lemberger, Trollinger & Acolon) sind in den Schrannen vor mehr als 30 Jahren gepflanzt worden. Der Rebschnitt war unsere erste gemeinsame Tat. 💪

Unsere erster Arbeitseinsatz ✂️

Nach dem Rebschnitt stand unser Familien Urlaub in den Österreichischen Bergen an. Wir waren wieder am Reinthaler See. Nachzulesen im Blogbeitrag: Der Bergbauernhof

Reinthaler 🎿

La Corima, die Radsport Saison startet in Montélimar.🏁Donnerstag Mittag ging es auf die Autobahn A8 mit 2 coolen Jungs von den #strombergbuben und frische Metzger Maultaschen im Gepäck. Nachzulesen unter: Wilhelm

3 Musketiere 🤺

Wieder einen „eigenen Weinberg“, wieder das gleiche Gefühl, die gleiche Anspannung, die gleiche Verantwortung. Warme Tage im April, der Austrieb früh. Zu Früh? Die Nächte kühl, zu kühl? Frostgefahr! Aber die Schrannen, die Jahrzehnte alten Stäffele speicherten die Sonnenwärme und schützen so die Reben. Trotzdem war die Nacht vom 23. auf den 24. April bibbernd kalt. Bis zu 60 % sind die Reben in Württemberg erfroren, aber nicht bei uns in der Steillage. Die Rebsorten Acolon, Trollinger und Lemberger haben die kalte Nacht überlebt.

Schlossberg

Im Wonne Monat Mai führte unser Familien Urlaub in das Entre deux Mers. Zwischen den zwei Flüssen Garonne und Dordogne. Die Begeisterung für diese grüne Hügellandschaft halt noch immer nach. In dem Blogbeitrag mit dem Titel „Bordeaux“ habe ich unsere schönsten Tage im Jahr festgehalten.

Bordeaux 🍷
Olympia 🔥

Das leichte hauchen mit zittriger Stimme in das Micro: „Céline Dion“ vom französischen Kommentator machte mir eine Gänsehaut am ganzen Körper. Die Olympischen Spiele in Paris lösten bei mir eine noch tiefere Bewunderung für Frankreich aus. Ich war beseelt. Wenige Wochen vorher konnten wir unsere Französischen Freunde aus Valréas begrüßen. Ich war sehr stolz auf „meine“ #strombergbuben. Die 4 Tage von Sachsenheim habe ich in einem Blogbeitrag festgehalten. Gerne zum nachlesen: Jumelage

Tief bewegt: Liberté, Égalité, Fraternité 🇨🇵

Und was macht unser Weinberg? Der Sommer ließ auf sich warten, viele Regenfälle, Überschwemmungen und Hagel setzen unseren Trollinger Reben schwer zu. Mit der Hacke in der Hand kontrollieren wir das Unkraut und Felix kämpfte gegen den Mehltau. Oft hörte man früh am Morgen die Rotorblätter des Hubschrauber über Kleiningersheim fliegen. Der August heiss, zu heiss?

Der August: zu heiss☀️
Hubschrauber über Kleiningersheim 🚁

Mein sportlicher Höhepunkt im Jahr 2024 war der Drei Länder Giro in Nauders, Tirol. Der Stelvio, das Stilfser Joch 2757 über NN, der höchste Gebiergspass Italiens, meine größte Herausforderung als Radsportler. Jannik von den #strombergbuben gab mir den nötigen Windschatten, die nötige Unterstützung am Berg. Nachzulesen im Blogbeitrag: Girodays🏔️🚴🏻‍♂️🏁

Drei Länder Giro

Ein Anruf von Felix löste Aufregung bei den Schlossgeistern aus. „Wir müssen den Acolon eine Woche früher holen als geplant, die Kirschessigfliege bedroht unsere Ernte, rief Felix uns zu. Gesagt, getan. Sonntag den 8.September trafen wir uns pünktlich um 8:30 Uhr am Neckar Ufer. Viele Helfende Hände wurden gebraucht, viele Freunde sind gekommen. Mischa, Christian, Mela, Miri, Max, Sven, Dari, Jonas begrüßte ich freudig. Ein sonniger Morgen, genau wie vor 30 Jahren. In weiter Ferne hörte ich Felix mit seinem Trecker. Mit seinem Freund Jonathan brachte er Butten, Eimer und Scheren. Lese 2024 konnte beginnen!

Der Acolon im Keller, es warteten noch die Rebsorten Trollinger und Lemberger in der Steillage. Ja, der Trollinger war unser Sorgenkind. Die wichtigste Rebsorte Württembergs. Als Trollinger mit Lemberger (TL) wurde sie zum Brot – und Butterwein des täglichen Genuss, zum Begleiter vieler schwäbischen Leckereien. Gesetzt auf jeder Restaurantkarte. Die starken Regenfälle, die heißen Tage, die starke Sonneneinstrahlung haben ihm zugesetzt. Peronospora an den Weinblätter, später Oidium Befall an Beeren, zusätzliche Stilfäule verhindern einen schönen Reifeverlauf. Viele faulige, aufgeplatzte Trauben musste ich rausschneiden, es tat weh. Hat die Rebsorte noch eine Zukunft? Bei uns in der Steillage nicht! Das war seine letztes Jahr. Ein Rosé mit 68 Oechsle haben wir noch geerntet. Mehr gab’s nicht. Nicht das ihr mich falsch versteht, der Trollinger, in Südtirol Vernatsch genannt, hat seine Berechtigung, seine Zukunft, aber eben nicht bei uns in der Steillage Kleiningersheimer Schlossberg. Dagegen erfreuten wir uns an reifen Lemberger Trauben. Das wird gross.🍷

Reife Trauben zu ernten ist das eine, daraus guten Wein zu machen das andere. Zwei Fässer mussten her. Ein Anruf beim Weingut Herzog von Württemberg. „Klar unterstützen wir Euch Nachwuchswinzer, ihr Steillagen Retter,“ rief Gutsleiter Joachim Fischer uns zu. Kommt vorbei, ich suche euch gute Barrique’s aus. Gesagt getan. Mit einem VW Busschen fuhren wir beim Schloß Monrepos vor. Einen kleinen Winzer Crashkurs, einen Blick in den Keller, eine anregende Diskussion auf Augenhöhe mit Kellermeister Fischer über die Zukunft des Trollinger in Württemberg wurde uns geboten. Mit zwei wunderbaren Barrique’s im Gepäck machten wir uns, mit einem Lächeln auf den Lippen, auf den Weg nach Kleiningersheim. Und mit der Gewissheit jetzt schon mit den großen VDP Weinen mithalten zu können 😉🍷

Wir sind die Schlossgeister, wir sind Freunde, wir retten die Steillage, wir machen einen Wein, wir machen einen Grand Cru. Eine Jahundert alte Kulturlandschaft ist bedroht. Die schwere Arbeit in den Schrannen lohnt sich nicht mehr. 292 Staeffele sind zu bewältigen, eine schweißtreibende Arbeit. Lemberger, Acolon und Trollinger sind zu pflegen und zu hegen. Naturnah mit Hacke und Schere bewirtschaften wir die Steillage. Nur aus den besten Trauben, ausgebaut in schwäbischer Eiche, entsteht unser Rotwein.

Die Schlossgeister, Kleiningersheim

Es wurde ruhig im November. Die Blätter vielen von den Bäumen, die erste zaghaften Schneeflocken wirbelten umher. Ich pustete durch und freute mich auf drei erholsame Tage in Straßburg mit Mama Christa, Hubert, Miri und natürlich mit Hütehundmix Chablis aus den Karpaten. Nachzulesen im Blogbeitrag: Straßburg

Les Haras

Seid ihr auch so neugierig wie ich? Was ist aus unseren Lemberger, Acolon und Trollinger Trauben geworden? Immer am 3. Donnerstag im November wird der Primeur Wein vorgestellt. Das schon seid Jahrzehnten. In den Bars und Kneipen in Paris ein großes Happening, ein großes Fest. Leider ist dieser Brauch ein Stück weit verloren gegangen. Schade. Felix zapfte eine Kostprobe für uns aus den Fässern und wir trafen uns in der Weinbar Agora am Fräuleinsbrunnen. Und was soll ich Euch sagen? Die Weine haben geschmeckt! Klar, sie brauchen noch Zeit, aber die Tendenz geht in die richtige Richtung.

Rubinrot. Ein Hauch von Reduktion in der Nase. Dann öffnet er sich. Cassis-Heidelbeer-Joghurt, Vanillepudding, saftige Frucht, jugendlich. Unkomplizierter Wein. Die Säure ist sehr präsent, verleiht Frische und Animation. Alles hat Zug. Gut gemacht.

So, meine kurze Beurteilung vom 2024 Lemberger Kleiningersheimer Schlossberg. Fast schon ein Grand Cru.😉 Santé
Experten Gespräch

Es gibt viel zu schnüffeln, es gibt viel zu entdecken. Hier eine hingeworfene Serviette, dort eine halbe Bratwurst, unterm Tannenbaum ein leerer Pizzakarton, ein weggeworfener Döner. Die Mülltonnen quillen über. Ein Schlachtfeld. Chablis ist in seinem Glück, ich werde von ihm an der Leine herumgescheucht. Der letzte Abend, der Sternlesemark von Bietigheim schließt seine Buden. Die Glocken der Stadtkirche schlagen 10. Leise rieselt der Schnee. Chris ruft mir aus dem Kiesel Glühweinstand zu: „Coach, noch einen letzten Glühwein mit Schuss?“ „Oh gerne, mit Amaretto.“ Die Tasse heiß, weihnachtliche Gewürze mit einem Hauch von Vanille und Marzipan in der Nase, schön süß, tut gut. Danke Chris. „Coach, wo feierst du Silvester,“ fragt mich Chris. „Am Stuttgarter Flughafen, im Mövenpick, dort darf nicht geböllert werden und die Fenster haben Schallschutz“, entgegne ich schnell. „Du weißt, wenn Chablis glücklich ist, bin ich auch glücklich.“Chris schmunzelt! „Frohe Weihnachten, Coach, ich schließe die Bude, ich mach das Licht aus!“

Das Jahr neigt sich dem Ende. Der Weihnachtsbaum geschmückt.🎄 Eine friedvolle Zeit, eine Zeit des füreinander und miteinander. Eine Zeit für Freunde und Familie. Eine Zeit mit vielen Wünschen im Gepäck, eine Zeit mit vielen Erwartungen. Ich bin dankbar, 2024 war mir ein Fest. Hoch über den Dächern von Stuttgart feiern wir „unsere“ Silvesterparty. Dort lassen wir es krachen, dort verabschieden wir das Alte Jahr, begrüßen das Neue. Dort denke ich an die vielen lieben Menschen die mein Weg kreuzten und freue mich wieder auf spannende Abenteuer im Jahr der Schlange 🐍. Und ihr wisst: Der letzte macht das Licht aus. Bleibt gesund, bleibt mir treu. Besinnliche, vor allem friedvolle Weihnachtstage. 🎄 Ein gutes Neues Jahr 2025🎉🪅🧨

Euer Coach (Basti)🙋🏻

Zugabe

Ein Dankeschön an die Buwe 🫂
Legenden🏁3 mal 50🎂
1 Mal 50🎂danke Rod

*1993 habe ich den Weinberg von Wolfgang Jung gekauft, ein Freund meines Vaters und auch habe ich seine Weinernte von 1993 im Fass gekauft🍷

Sebastian Holler
🍷🏁

Jumelage

Jumelage

„General Charles de Gaulle hat mein Leben 1962 nachhaltig verändert,“ flüstert mir Dieter zu. Wie? „Ja, der war doch 1962 zu Gast im Schloss Ludwigsburg und hielt seine „Rede an die Deutsche Jugend“, eine flammende Rede in Deutsch, ich war dabei, ich war beseelt von dem Gedanken Europa und der Deutsch Französischen Freundschaft. Erst 17 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg und weniger Monate vor dem Elysee Vertrag,“ erläutert mir Dieter weiter. Wir sind im Garten der Alten Kelter Ochsenbach, feiern 30 Jahre Partnerschaft zwischen Valréas und Sachsenheim. Gebannt lauschen wir der Begrüßungsrede vom Bürgermeister Holger Albrich. Die Franzosen sind da. Es wird ein lauer Sommer Abend.

De Gaulle begann seine Rede, die die jugendlichen Zuhörer nachhaltig begeisterte, mit diesen Worten:

„Sie alle beglückwünsche ich! Ich beglückwünsche Sie zunächst, jung zu sein. Man braucht ja nur die Flamme in Ihren Augen zu beobachten, die Kraft Ihrer Kundgebungen zu hören, bei einem jeden von Ihnen die persönliche Leidenschaftlichkeit und in Ihrer Gruppe den gemeinsamen Aufschwung mitzuerleben, um überzeugt zu sein, dass diese Begeisterung Sie zu den Meistern des Lebens und der Zukunft auserkoren hat. Ich beglückwünsche Sie ferner, junge Deutsche zu sein, das heißt Kinder eines großen Volkes. Jawohl! Eines großen Volkes, das manchmal im Laufe seiner Geschichte große Fehler begangen hat.“

Am 9. September 1962 hielt der französische Präsident Charles de Gaulle die vielbeachtete „Rede an die deutsche Jugend“ im Ehrenhof des Ludwigsburger Schlosses.

Die Franzosen sind da, hallt es durch die Gassen. Die Stadt Sachsenheim hat seid 30 Jahren eine Partnerschaft mit Valréas, eine Südfranzösische Gemeinde in der Haute Provence. Eine gelebte Freundschaft. Auf Einladung der Radbande im Stromberg haben sich 9 tapfere Radfahrer von VCV Valréas im Haus Knodel in Hohenhaslach eingemietet. Die Radbande übernimmt die Betreuung, übernimmt die Verantwortung, alle sind am Start, alle sind Motiviert, die TOUR de SACHSENHEIM kann beginnen. Die Sonne lacht. 4 Tage auf den Straßen in Zweierreihen, im Deutsch Französischen Peloton. Ich berichte.

Erst einmal schön Frühstücken, erst einmal Energie tanken, ein Espresso Stopp nach 10 Kilometer zum Kuchenglück Löchgau, es wird eine lange Tour in die Löwensteiner Berge. Wir werden erwartet, es ist angerichtet. Croissant, Brötchen, leckere Marmeladen, Käse, Wurst aus der Region, jeder Kaffee Wunsch wird erfüllt. Une régale. Michel, Vlad, Marc, Frederik laufen ein, haben sich Urlaub genommen, es ist ihnen wichtig, ich feiere das. In dem Moment bin ich stolz auf die #Strombergbuben

So gestärkt geht es in Zweierreihen in die Löwensteiner Berge, angeführt von Marc, Thomas, abgesichert von Michel und Präsident Charlie. Unsere Heimat. Es wird viel geplaudert, ich höre deutsche, französische, englische Wortfetzen und wenn man gar nicht weiterkommt wird wie wild auf dem Rad gestikuliert. Sprache ist wichtig, aber es darf kein Hindernis darstellen!

Unsere Heimat

Die Stockschüzen in Hohenhaslach haben am Abend eingeladen. Sie haben sich immer für die Jumelage eingesetzt. Besonders Karin und Bernhard Wycisk sind zu nennen. Karin hat über Jahrzehnte Schüleraustausche organisiert und die Jumelage im Vorsitz angeführt, Bernhard hat auch ohne Französisch Kenntnisse die Herzen der Franzosen erobert. Sie haben viele Freunde in Valréas. Manni erklärt allen mit viel Geduld das Spiel, Rudi bereitet in der Küche das Essen vor, Bernhard organisiert ein gemeinsames Turnier aus 4 zusammen gewürfelten Teams. Ein großer Spaß für alle. Danke.

Der nächste Tag, wieder ein Traumwetter, ja wenn Engel reisen….,wie man so schön sagt. Wir treffen uns bei Kibata, eine Kaffeerösterei in Hohenhaslach, der junge Geschäftsführer Vilton Silva Santos hat sich schnell bereit erklärt auf ein Petit Dejeuner einzuladen. Es duftet nach frisch gebrühten Kaffee, der erste Espresso ein Traum, das ist kein Senseo Kaffe ruft mir Frabrice, mein französischer Freund zu. Unsere Gäste sind begeistert. Es ist Samstag, so stoßen weitere #Strombergbuben zur Gruppe. Olli, Vlad, Benni, Felix, Gerd, Stefan, Malwin, Thomas, Marco sind am Start. Klasse. Es geht in den Stromberg, unsere Heimat. In das Land der 1000 Hügel.

Präsident Charlie hat sich am Ende der Tour noch etwas besonderes einfallen lassen. Ein Prolog zum höchsten Aussichtspunkt, hoch über Hohenhaslach.🏁 Alle 30 Sekunden startet ein Rennradfahrer auf die Strecke. Oben wartet Geronimo mit der Kamera 📸 und Miri mit einem kühlen Radler. 🍻Ein spannender Wettbewerb, ein großer Spaß. Marc gewinnt mit starken 4 Minuten, aber jeder wird angefeuert, jeder kann stolz auf seine Leistung sein. „Lieber Präsident Alban, ich war 3 Sekunden schneller! In Valréas gibt es Revanche. Versprochen.“🏁

Mit einem Oldtimer Auto Korso, wie bei einem Staatsempfang fahren wir zur Einladung der Stadt und der Jumelage Sachsenheim in die Alte Kelter Ochsenbach. Danke an den Bürgermeister, an Franzi Müller vom Gemeinderat, an Fabian Köstlin von der Kelter. Merci à tous♥️

Staatsempfang 🇲🇫

Der Sonntag stand im Zeichen der Lichtenstern Tour, eine RTF organisiert von den Schülern des Lichtenstern Gymnasium. Der Schulrektor Helmut Dinkel hat unsere Freunde vom VCV Valréas eingeladen. Aber vorher gab es bei der Bäckerei Clement ein Petit Dejeuner 🥐☕. Lars, Sascha und Christian von den Alpentreter stießen dazu, sie konnten sich noch gut an die eigene Reise nach Valréas erinnern mit dem Empfang beim Bürgermeister, mit der herrlichen Tour in die Drôme Provençal, mit dem Finale in den Garten vom Bruno auf ein, zwei kleine Biere. 🍻Zum nachlesen: Das Radsport Camp So gestärkt Radelten wir zum Start in den Pausenhof der Schule. Schnell noch ein gemeinsames Gruppenfoto. Die Tour konnte beginnen 🚴

VCV Valréas 🚴 Radbande 🚴 Alpentreter 🚴

Champione Lars führt die Tour vom Start weg an, jeder hatte seine Aufgabe an diesem Tag, jeder sicherte das Deutsch- Französische Peloton. Wege, Unebenheiten Gefahrenstellen wurden angezeigt, Straßen gesichert, Autos und Motorräder geblockt. Freie Fahrt für unsere Französischen Freunde auf Deutschen Straßen.

Der letzte Stopp in Häfnerhaslach nochmal Energie tanken,ein bissen in den Apfel, ein Schluck aus der Trinkflasche. Jetzt wird das Finale eingeläutet. In Hohenhaslach wird der Ortssprint ausgetragen, dort wird der Sieger der Tour de Lichtenstern gekürt. Fabrice mit seinem dicken Oberschenkel fragt kurz nach: „pas de Montagne? No, Terrain vallonné!“

800 Meter zur Ziellinie. Alban der Präsident geht als erster aus dem Windschatten. Die anderen schlafen wohl gerade, sind überrumpelt! Hat er genug Power? Hinter ihm das gelb schwarze Trikot vom Capitano. Das Hinterrad hält Bruno, le secrétair, ist das sein Moment? Alban hat alles gegeben, er hat nichts mehr im Tank. Sind jetzt alle 4,5 Stunden im Sattel. Es geht abwärts, sehen die Ziellinie noch nicht. Da ist Präsident Charlie und sucht seine Chance. Alle kommen jetzt auf der Zielgeraden zusammen. Dédé hat kein Gas mehr, er ist raus aus dem Spiel. Der Capitano ist am Hinterrad vom Präsident Charlie. Aber schaut auf den Capitano, es ist ein Traumrennen von ihm. Er ist in Führung. Fabrice aus Valréas mit seinen dicken Oberschenkel rauscht an der rechten Seite herran. Der Capitano streckt die Arme zum Sieg in den Himmel !?Es ist ein Fotofinish. Zu früh? One of the strange sprint i ever seen in my life. Der Ortsschild Sprint in Hohenhaslach! So in etwa hat es sich zugetragen.😉 Schön war’s.

Mit einem feinen Abendessen im Restaurant Rose in Hohenhaslach beenden wir unsere gemeinsame Reise. Schwäbischer Roastbraten mit Spätzle und lecker Soße begeistert unsere Gäste aus Valréas. Fabrice bestellt einen Lemberger Hohenhaslacher Kirchberg.🍷Wir lassen die Gläser klingen. Bruno ruft einen Toast aus: Vielen Dank meine deutschen Freunden, ihr habt die Latte hoch gehängt!

Roastbraten mit Spätzle und Soße

Es ist Dienstag, Alban der Präsident sendet mir eine Message : Salut Sébastian
Nous sommes bien arrivés chez nous, hier soir un peu occupés mais je prends le temps de t’écrire un petit message. ♥️ Mache mir einen Kaffee, schlage die Zeitung auf, die Europawahl Ergebnisse zeigen einen klaren Rechtsruck. Macron ruft in Frankreich Neuwahlen aus. Ich weiss nicht ob wir die grosse Politik beeinflussen können, aber Europa fängt im kleinen an, in jeder Familie, in jedem Freundeskreis, in jedem Verein. Lasst uns Freunde werden. Zusammen ist man weniger allein.

Bleibt mir treu, bleibt gesund.

Der Coach (Basti)

Zugabe

Prolog Pizzeria Hohenhaslach 🍷
Stockschüzen Hohenhaslach

Radsport für Anfänger

Charity Bike Cup

Das war´s. Mein letztes Foto 2019 zeigt den Zieleinlauf des Charity Bike Cup der Lila Logistik in Marbach. Ihr wollt bestimmt wissen wie es mir in der Saison 2019 bei meinem Projekt „ex Fussballer wird Radsportler“ ergangen ist.

Hier nun mein Bericht aus der Rosa Roten Rennfahrer Brille!

Nach der Wintervorbereitung auf der Trainings App Zwift, Road Grand Tours, Kino Map und Rouvy sah ich mich eigentlich fit um in das Frühjahr zu starten. Also, auf nach Südfrankreich mit dem TGV im Eiltempo!

La Corima, 10 Jahre Emotion, leider zum letzten Mal ausgetragen!

die 10 Trikots der letzten 10 Jahre

Der Rennrad Club Saint James Montélimar ist ein kleiner Verein und es Bedarf sehr viele freiwillige Helfer um dieses Radrennen auf die Beine zu stellen. So war ich froh beim letzten Mal nochmal dabei sein zu dürfen.

Es war kalt an diesem Sonntag morgen um 9:00 Uhr in Montélimar. Der Mistral (kalter Nordwind) hatte sich über Nacht angekündigt und wehte fein mit Böhen bis zu 60 km/h vom Norden her. 2000 Radrennfahrer hatten sich aufgereiht. Ich schloss mich dem Peleton hinten an und wartete auf den Startschuss. Nach dem Start ist das Feld sehr nervös und man kann schnell in kleinere Unfälle verwickelt werden. So kam ich gut in Tritt, suchte immer passende Gruppen um schön im Windschatten mit zu rollen. Es ging in die herrliche Landschaft der Drôme. Die ersten kleineren Anstiege und das Feld flog schon auseinander. Ich hatte Glück, erwischte eine gute Gruppe und im Sinne des „Belgischen Kreisels“ stürmten wir durch die Täler und Berge der Drôme Prôvencale. Klasse!

in Dieulefit eine kleine Stärkung

Über 300 freiwillige Helfer sind auf den Beinen um dieses Rennen zu tragen. In Deulefit holte ich mir einen Kuchen und eine Coca Cola. So gestärkt machte ich mich auf die letzten Kilometer gegen den Nordwind Mistral. Mein grösster Gegner an diesem Tag.

Gewinn: das letzte Trikot!

Im Ziel. Ein leckeres Essen (Tré francaise) mit allen Teilnehmern. Noch ein Foto mit dem Originaltrikot der 10 Ausgabe „La Corima“.Ein Grand Merci. Ich werde das Rennen vermissen.

Wieder mit dem TGV von Valence im Eiltempo nach Deutschland. Die Ba Wü stand als nächstes im Rennkalender!

mein Trainerstab

In meinem Blog Eintrag „Mein erstes Rennen“ habe ich über die Ba Wü in Münsingen berichtet.

Das 23.Schlossradrennen von Hohenheim

Ja mit der Startnummer 1 und Präsidente Charlie die Starnummer 30 -Verpflichtung und Bürde zugleich…konnte ja nichts mehr schiefgehen.

Man sollte am Vorabend nicht feiern und saufen gehen, so hatte ich am Start in Hohenheim wohl noch Restalkohol von unserem Grillfest am Vorabend. Gottseidank gab es keine Dopingkontrolle.

Das Kult Rennen zum 23. Mal schon ausgetragen geht in einem Rundkurs von 2,5 km um das Schloss Hohenheim. Auf einem kleinen Ziehweg, gepflastert, muss man 30 Runden absolvieren. Gleich vom Start weg ging die Post ab, beim ersten Anstieg konnte ich schon an diesem Tag nicht folgen. Mehrmals wurde ich vom Spitzenreiter überrundet. Aufgeben, gibts nicht! Es war heiss an diesem Sonntag im Juni. Ich riss mich zusammen: wer saufen kann, kann sich auch quälen.

Es war eine gute Stimmung. Die Zuschauer feuerten mich an, der Stadionsprecher hatte motivierende und aufbauende Worte!

Quäl dich du Sau

Im Juli stand das Radsportcamp in Varéas im Radsportkalender. Davon und wie wir 7 Radhelden den Mont Ventoux bezwingen habe ich in einem weiteren Blogeintrag beschrieben.

Wer will nicht mal auf einer Teststrecke von Porsche fahren? Eine Einladung für das Team Mahle beim 33 Runden von Weissach machte dies möglich.

33 Runden von Weissach

Bericht vom Präsidente Charlie

Spotlich und schnell war es für mich und den Capitano Sebastian. Auf der Teststrecke von Weissach, in der die Porsches ihren feinschliff bekommen, wurde das Radrennen „33 Runden von Weissach“ veranstaltet. Die wellige Runde hatte 2,5 km und wurde 33 Mal, also 82,5 km gefahren. Jede 7. Runde gab es eine Sprintwertung. Das Tempo im Mittel lag bei 37 km/h, wobei am Berg eine 35,3 km/h gefahren worden ist. Ging also gut ab auf der Porsche Rennstrecke! Die letzte Runde hatten wir versemmelt und so haben wir den 21 und 28 Platz  im Ziel erreicht. Der Sieger war ein Radrennfahrer aus der alten Sonntags Radgruppe aus Ochsenbach, Martin Erlich. Er hatte den ersten Sieg für das Team Porsche seit bestehen des Rennens geholt! Mich freut das riesig, weil ich ihm viele Trainingseinheiten vorbereitet habe. Klasse Rennen, gerne wieder dabei auf der Vmax Teststrecke.

Vorbereitung

Anmerkung:

Radsport kann brutal sein! Ich fühlte mich gut. In der 14. Runde kam es zu einer unglaublichen Tempoverschärfung. Ich wollte am Hinterrad drann bleiben. Kam in den Roten Bereich, meine Muskulatur übersäuerte, die Lunge brannte, meine Beine fühlten sich wie Pudding an. Ich musste abreissen lassen. Enttäuscht stieg ich vom Rad. Sah mir eine Runde das Feld an, so konnte ich nicht aufgeben. Schloss mich wieder der Gruppe an und kam nach 33 Runden  – 1 ins Ziel!

Charity Bike Cup der Lila Logistik

Race

Ich saß auf der Couch, schaute gemütlich auf Eurosport die Tour de France. In einem Nebensatz erwähnte der Reporter @KarstenMigels das Charity Rennen in Marbach. Marbach die Schillerstadt, nicht weit entfernt, dachte ich mir. So stieg ich von der Couch, meldete mich spontan im Team Eurosport (Kapitäne Migels / Wörndel) an.

Das Rennen wird zum 13. Mal ausgetragen. Der Erlös geht an eine Kinderstiftung und hat über die Jahre knapp eine halbe Million an Spenden eingesammelt. Super. Dafür in die Pedale zu treten lohnt sich.

el Diablo: Kultfigur Didi Senft

Mit dem Kauf eines Startplatzes für ein Team gehen 30 € als Spende an Star Care e.V.. Ein Trikot in den Farben des Teams ist auch im Paket mit dabei. Das Motto: Spass haben und Gutes tun!

Auf nach Marbach. 9:00 Uhr, Team Präsentation. Meine Teamkapitäne @KarstenMigels und @FrankWörndel von Eurosport empfangen uns herzlich und freuen sich für den vielen Windschatten der Teammitglieder.

Insgesamt werden 6 Runden á 15 km gefahren. Die ersten 2 Runden werden neutralisiert und geschlossen im Team gefahren. Nach einer kurze Pause erfolgt der scharfe Start. Mit viel Tempo geht es in die letzten 4 Runden. Es ist kalt, trocken und die Sonne zeigt sich. Auf der ersten Runde kann ich noch gut mithalten, aber ich spüre wie meine Beine übersäuern und ich dem Anfangstempo Tribut zollen muss. Es ist unglaublich wie Profi Rennfahrer @Roger Kluge an mir vorbeirauscht. Als wäre ich mit einem Dreirad unterwegs. Aber gerade die Möglichkeit sich auf gleicher Strecke mit den Profis zu messen (Fischfutter) macht auch den Reiz dieses Charity Event aus.

Miri und Basti

So, das war mein erstes Jahr als Radsportler. Schön war´s. Es ist nicht einfach vom ex Fussballer zum Radsportler, aber es macht Laune! Der Radsport hat viele Facetten. Das Radeln hält mich fit und schlank. Neue Freunde, gute Gespräche, spannende Landschaften. Immer Zeit für einen obligatorischen Espresso, einen Plausch und ab und zu Mal Muskeln zeigen. (in die Fresse) Ich muss noch viel lernen. Der Winter steht vor der Tür. Mit Zwift werde ich mich fit halten. Neue Radsportziele, Rennen, Touren und Ausflüge sind für 2020 geplant. Das Gravel bike hab ich für mich entdeckt, Davon und von weiteren leidenschaftlichen Touren und Wettkämpfen hier auf meinem Blog. Bleibt mir treu. LG. Euer Coach.

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