2025

Gold aus Valréas 🏅 🇫🇷

Anfang des Jahres stand der Postbote mit einem unerwarteten Päckchen vor der Tür. Eine Überraschung von einem Freund aus alten Jugendtagen. Gemeinsam haben wir einen gepflegten Doppelpass beim TSV Rottenberg gespielt. Er hat mich nicht vergessen, auch nach so vielen Jahren nicht. Wir waren jung und schön. Wir waren “Die Buwe”. Ein neues Standard Werk über die Tour de France von Stephan Klemm war in dem Päckchen mit einer Widmung: Für Boom – Basti, Vive le Tour. Ich war gerührt, unwissend hat Erik mir eine große Freude bereitet. Im Sommer stand meine ureigene Tour nach Valréas an. Jeden Tag 200 Kilometer zur Partnerstadt von Sachsenheim in die Haut Provence, zum Gipfel des Mont Ventoux, zu meinen französischen Freunden, zu meinen Rad Helden, zur Tour de France. Davon und noch vieles mehr möchte ich Euch in meinem persönlichen Jahresrückblick erzählen

Micha bist du dabei, ich brauche Dich, ich brauche deine Motorrad Begleitung? Wie die Eskorte bei der Tour de France. “Ja klar, mit meiner BMW kann ich sogar dein Gepäck transportieren und dir Geleitschutz geben.” Stephan von der Radbande hat auch zugesagt. Er fährt 20.000 Kilometer im Jahr und hat einen großen Motor. Mein Edelhelfer, mein Wasserträger, wie man in der Radsprache sagt. Diese Hilfe war wohl auch bitter notwendig, aber davon wusste ich in der Vorbereitung Gott sei Dank noch Nichts.

Dominik, Max habt ihr Lust mit mir einen Podcast aufzunehmen? Hatte ich sie mal an einen Samstag angequascht. Ja cool, wir hören selbst gerne. Um was soll es gehen? Wir probieren Wein und reden darüber, jeder mit seiner Erfahrung, jeder mit seiner ureigenen Meinung . Dominik du bist der Getränke Profi, Max du bist der Leergut Junge mit der feinen Zunge und ich bin der, der in der Weinabteilung kruschtelt….So sind mittlerweile über 20 Podcast Episoden entstanden! Es ist mir immer eine grosse Freude mit den Jungs einen Podcast aufzunehmen. Auf allen Streamingdiensten zu hören 🎧 Wein hat kein MHD

Einer unserer ersten Podcast 🎙️ Aus dem Ochsen Schorle Glas mit Roland von den Winzer vom Weinsberger Tal

Die beste Vorbereitung für die Tour de France sind die Frühjahrs Klassiker wie Mailand San Remo, Amstel Gold Race oder Paris Roubaix. Und für mich stand La Corima, das Radrennen in Montélimar im Kalender. Wie es mir und meinen Rad Freunden von der Radbande im Stromberg erging könnt ihr im Blogbeitrag “Wind of Change” nachlesen

Valréas 🇫🇷

Das Frühjahr war auch geprägt von vielen schönen Arbeiten im Weinberg. Wie ihr wisst bin ich wieder Winzer geworden. Nun, kein fränkischer Winzer mit Rebsorten Riesling & Silvaner, sondern ein Steillagen Winzer in Kleiningersheim mit den typischen Rebsorten Trollinger & Lemberger. Ein Rosé wurde abgefüllt, verkorkt, etikettiert und mit einem Siegel verschlossen. Natürlich habe ich die Rosa Rote Winzer Brille auf, aber für Euch habe ich eine Wein Kritik von meinem Chef Gerhard Kiesel herausgesucht.

Ich bin Winzer🍷
Instagram:Mission.Grand.Cru

Feiner Frühlingsduft in der Nase
Angenehm zu trinken feine Saüre leicht Mineralisch Weinberg Boden im Abgang trockenes Flussbett
Gutes Trinkgefühl verlangt nach mehr

Gerhard Kiesel

Eine Auszeit mit der Familie musste natürlich auch sein. Einen kleinen Blogbeitrag habe über diese Erholung in den Tiroler Bergen mit dem Titel Mei.Auszeit geschrieben

So frisch wie der Rosé🍷Santé

Der Sommer kam in grossen Schritten und meine Tour de France mit 1600 Kilometer immer näher. Ich war gut drauf, bis an diesem verhängnisvollen Morgen als ich mich bei einer Euro Palette verhob. Der Rücken blockierte und ich konnte mich keinen Meter mehr bewegen. Ich landete auf der Couch, nichts ging mehr. Nur durch einige gute Tipps von meiner persönlichen Heilpraktikerin Miriam machte ich kleine Fortschritte. Aber ich brauchte Geduld.

Brauchte Geduld ☘️

Die Tour de France 2025 war die 112. Austragung. Sie führte die Fahrer über eine Strecke von 3302 Kilometer Länge und 51.550 Höhenmeter von Lille bis nach Paris und beinhaltet zwei Ruhetage. Meine 1. Tour hatte eine Länge 1600 Kilometer & 12000 Höhenmeter von Bietigheim 🇩🇪über Schaffhausen, 🇨🇭 Yvonand, Aix les Bains, Valréas, 🇫🇷 Lyon, Arc et Senans, Müllheim 🇩🇪 und beinhaltete 3 Ruhetage. Mein persönliches Etappenrennen mit meinem Edelhelfer Stephan und Motorrad Begleitung Micha.

Radbande 🚴🏻🏍️

Der Start am 17. Juli war ein sonniger Morgen. Stephan pumpte die Reifen auf 8 bar, Miri stopfte mir noch ne Banane in die Rückentasche und wünschte uns beiden eine Unfallfreie Tour. Das Tempo war hoch, zu hoch für die ersten Stunden, wir passierten Sindelfingen und Böblingen und kamen der Schweizer Grenze immer Näher. Stephan sah mich nach 130 Kilometer besorgt an, ich pumpte wie ein Maikäfer mit einem schmerzverzerten Gesicht. Ein kleiner Espresso Stopp war jetzt lebenswichtig. Hab’ ich die Beine für diese Tour? Ich kämpfte, machte mich klein im Windschatten, die Schweizer Grenze in Sichtweite, ein letzter kleiner Anstieg, dann rollten wir mit großem Kettenblatt nach Schaffhausen unsere 1. Destination. Micha auf seiner BMW 6 Zylinder K1600 GTL hatte das Gepäck und war verwundert über unsere Geschwindigkeit. “Man Jungs, seid ihr stark,” da wusste er nicht wie ich leiden musste.War ich froh ihn zu sehen.🚴🏻🚴🏻🏍️🇨🇭🏁

Bei der Tour gewinnt nicht der Beste Fahrer, sondern der mit dem besten Team, mit der besten Verpflegung und mit der besten Erholung. Essen, gut schlafen das sind mitunter entscheidende Vorteile. So schlenderten wir in Schaffhausen am Rhein, kehrten direkt am Wasser in einen Restaurant ein, tranken guten Sauvignon Blanc, hörten coole live Musik, diskutierten angeregt über Europa, offene Grenzen, über Freundschaft und fielen hundemüde in unsere Betten, schliefen tief und fest.

Rheinfall 🤩

Ich bin schon so oft mit dem Auto nach Südfrankreich gefahren, wenn ich eine Vignette hatte, auch Mal über die Schweiz. Auf der Autobahn Raststätte maximal einen Toiletten Stopp. Mit dem Rad nahm ich zum ersten Mal die Landschaft, Berge, Flüsse, Schluchten, Städte, Häuser, Kirchen, Tiere und Menschen in mich bewusst auf. Bei jeder Steigung, bei jeder Abfahrt bekam ich ein Gefühl für das Land. Raus aus Schaffhausen am nächsten Morgen ging es gleich die Hügel hoch, meine Oberschenkel brannten, schon jetzt kein gutes Zeichen. Stephan war in seinem Element und spornte mich an nicht zu schwächeln. Immer am Hinterrad, immer im Windschatten. Das nächste Ziel war ein kleines Hotel de la Gare in Yvonand am Neuenburgersee. Bei einem kleinen gemeinsamen Spaziergang am Abend zum Restaurant Colvert erzählte uns Micha von seiner Motorrad Tour. Spannend. Gut schlafen gut frühstücken, die sympathische Chefin verwöhnte uns, wir waren verliebt in Yvonand. Der morgen strahlend blauer Himmel, aber es zogen dunkele Regenwolken über den Genfer See auf. Genau in das Epizentrum des Gewitter führte uns die Tour. Jetzt wurde es gefährlich. Blitz und Donner, wir suchten Schutz. Die nächste Destination wartete, Aix les Bains in den französischen Savoien. Micha hat mit seiner Maschine kurzerhand die Aussichtsplattform Belvedere du Revard besucht und schwärmte von der einmalige Aussicht auf Aix und den Lac du Bourget. Natürlich mussten wir zum Abendessen darauf mit einen Rousette de Savoien anstoßen.🥂Der nächste morgen stopfte ich mir am Frühstücksbuffett alles rein was ich bekommen konnte. Die Königsetappe stand am 4. Tag im Roadbook. Ich fühlte mich gut, erstaunlich gut. Bei jeder Kurbelumdrehung wurde ich stärker

Tour de France 2025

Die Königsetappe, jetzt wurde es heiß, Südwind direkt von vorne, giftige kleine Steigungen der Drôme Provencal, die Sonne brannte, die Trinkflaschen leer…kein Brunnen weit und breit. Wie ein abgehängter Sprinter am Berg. Jetzt nicht aufgeben, das Ziel so nah, Valréas, der Mont Ventoux, die Tour, meine Familie Christa et Hubert, unsere französischen Freunde. Das Smartphone klingelt: “Sebastien, où êtes-vous tous ? Nous vous attendons tous sur la place de l’hôtel de ville. Allez, Allez, Allez, Vive les Radbande,” so motivierte mich Bruno vom Radsport Club aus Valréas auf den letzten Metern😊

Alle so herzlich, alle im Tour Fieber, könnte nicht jeder Tag ein Tour Tag sein? Valentin Paret- Peintre, ein Franzose gewinnt am Mont Ventoux. Derweil besuchte ich mit Micha Domaine Lauribert in der Nähe und probierten uns durch den Keller. Vergleiche von Weinqualitäten zu Automarken wurden uns vom Alten Monsieur Sourdon erläutert. Dieser Rotwein ist ein VW, der eine ein Mercedes und der aller letzte und Beste ein Rotwein aus Alten Grenache und Syrah Reben, gereift in gebrauchten Barrique’s, natürlich ein Rolls Royce🍷😊

Ein Mercedes im Glas🍷

Die Ruhe Tage verflogen wie im Winde. Mistral kündigte sich an. Jetzt aber schnell, ein Abschied, ein Au revoir, die Tour wird in den Alpen entschieden. Wir hatten Lyon vor der Brust. Über die Hügel, ein letzter Blick zurück, der Mont Ventoux in Wolken. Immer an der Rhône lang, der mächtige Fluss, ein Blick auf Tain l’ Hermitage, berühmte Granitfelsen auf den die Rebsorte Syrah so grosse Weine hervorbringt. In Lyon rasen wir mit großem Kettenblatt in das Alte Stadtzentrum, an Staus und parkenden Autos vorbei erreichen wir unser Hôtel Académie. Im Augenwinkel sehe ich die schöne BMW von Micha am Place Vieux Lyon parkend. Er ist schon da. Wir freuen uns. Wir sind vereint. Lyon, die Vorratskammer Frankreich. Paul Bocuse hat die Novelle Cuisine erfunden, sein Restaurant nicht weit. Wir schlendern entlang der Fußgängerzone, lassen uns treiben in diesem Viertel voller Geschichte. Ein kleines Restaurant, ein witziger Typ, keine Sterneküche. Aber ein Crozes Hermitage im Glas.🍷 Was will man mehr. Am nächsten Tag, ich muss nicht mehr erwähnen das wir ein feines Frühstück hatten! Jetzt musste es auch Mal schnell gehen. So rasten wir die Route National entlang ohne Espresso Stop in das Jura hinein. Zu den königlichen Salinen. Nach Arc et Senans, Hotel Restaurant Vertteiulle. Ein köstliches Bresse Huhn und ein Vin Jaune von Chateau Chalon feierten wir die französischen Küche und waren uns einig: besser geht’s nimmer 😉

Wie bei der Tour de France nach Paris – die letzte Etappe. Ein Nichtangriffspakt. Die Trikots Farben sind verteilt. Pogacar gewinnt gelb, das gepunktete Bergtrikot geht auch an Tadej Pogacar, das Grüne für den besten Sprinter an Jonathan Milan und erstaunlich, das Weiße für den besten Nachwuchsfahrer an den jungen Deutschen Florian Lipowitz. Wir haben nach Jahren, nach dem großen Jan Ullrich wieder einen Rennfahrer für den Gesamtsieg. 💪🏻Wir querten den Rhein, ein Grenzsoldat mit Maschinengewehr im Anschlag begrüßte mich mit Augenzwinkern, wir waren wieder in Deutschland. Ein letzter Abend im Restaurant Zur Post in Müllheim, ein gutes Glas Rotwein vom Martin Wassmer aus dem Markgräfler Land. Ein letztes Glas, ein Santé auf unsere gemeinsame Reise, eine kleine Rede vom Micha, Worte die mich sehr berührten, ich hatte Tränen in den Augen 🚴🏻🚴🏻🏍️🏁

Tränen in den Augen 💞

Wie soll man nach so einer Reise wieder den Alltag leben ….Das Geschäft wartet, Montag morgen stand ich im Leergut und sotierte Flaschen. Nur nicht abheben. Mein Weinberg sollte auch Mal den Winzer sehen. Meine Lemberger Trauben in der Steillage Kleiningersheimer Schlossberg sahen gut aus. 2025 wird ein guter Jahrgang. Felix Csicsai der junge Winzer zeigte mir noch die letzten Kniffs um daraus einen großen Wein zu machen. Lemberger Papst Rainer Wachtstetter hatte noch ein gutes Barrique Fass und gab mir spannende Einblicke in seinen Keller

Das Jahr neigt sich dem Ende, der Frost kam über Nacht, die Reben haben die Blätter abgeworfen, Zeit wieder in den Weinberg zu gehen. Die Reben brauchen wieder den Winzer. Mit der Felco Schere in der Hand lege ich den Grundstein für den nächsten Jahrgang 2026. Was wird sein, was wird passieren, das weiss ich nicht, aber ich weiß, es wird gut.

Bleibt gesund, bleibt mir treu. Frohe Weihnachten🎄 und einen Guten Rutsch 🎆

Eurer Basti (Der Coach)

Zweitwein

Steillagen Retter⛑️

Fotogalerie 2025 auf meinem Smartphone

Reims