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Tour de France oder Gold aus Valréas 🏅

2025

Gold aus Valréas 🏅 🇫🇷

Anfang des Jahres stand der Postbote mit einem unerwarteten Päckchen vor der Tür. Eine Überraschung von einem Freund aus alten Jugendtagen. Gemeinsam haben wir einen gepflegten Doppelpass beim TSV Rottenberg gespielt. Er hat mich nicht vergessen, auch nach so vielen Jahren nicht. Wir waren jung und schön. Wir waren “Die Buwe”. Ein neues Standard Werk über die Tour de France von Stephan Klemm war in dem Päckchen mit einer Widmung: Für Boom – Basti, Vive le Tour. Ich war gerührt, unwissend hat Erik mir eine große Freude bereitet. Im Sommer stand meine ureigene Tour nach Valréas an. Jeden Tag 200 Kilometer zur Partnerstadt von Sachsenheim in die Haut Provence, zum Gipfel des Mont Ventoux, zu meinen französischen Freunden, zu meinen Rad Helden, zur Tour de France. Davon und noch vieles mehr möchte ich Euch in meinem persönlichen Jahresrückblick erzählen

Micha bist du dabei, ich brauche Dich, ich brauche deine Motorrad Begleitung? Wie die Eskorte bei der Tour de France. “Ja klar, mit meiner BMW kann ich sogar dein Gepäck transportieren und dir Geleitschutz geben.” Stephan von der Radbande hat auch zugesagt. Er fährt 20.000 Kilometer im Jahr und hat einen großen Motor. Mein Edelhelfer, mein Wasserträger, wie man in der Radsprache sagt. Diese Hilfe war wohl auch bitter notwendig, aber davon wusste ich in der Vorbereitung Gott sei Dank noch Nichts.

Dominik, Max habt ihr Lust mit mir einen Podcast aufzunehmen? Hatte ich sie mal an einen Samstag angequascht. Ja cool, wir hören selbst gerne. Um was soll es gehen? Wir probieren Wein und reden darüber, jeder mit seiner Erfahrung, jeder mit seiner ureigenen Meinung . Dominik du bist der Getränke Profi, Max du bist der Leergut Junge mit der feinen Zunge und ich bin der, der in der Weinabteilung kruschtelt….So sind mittlerweile über 20 Podcast Episoden entstanden! Es ist mir immer eine grosse Freude mit den Jungs einen Podcast aufzunehmen. Auf allen Streamingdiensten zu hören 🎧 Wein hat kein MHD

Einer unserer ersten Podcast 🎙️ Aus dem Ochsen Schorle Glas mit Roland von den Winzer vom Weinsberger Tal

Die beste Vorbereitung für die Tour de France sind die Frühjahrs Klassiker wie Mailand San Remo, Amstel Gold Race oder Paris Roubaix. Und für mich stand La Corima, das Radrennen in Montélimar im Kalender. Wie es mir und meinen Rad Freunden von der Radbande im Stromberg erging könnt ihr im Blogbeitrag “Wind of Change” nachlesen

Valréas 🇫🇷

Das Frühjahr war auch geprägt von vielen schönen Arbeiten im Weinberg. Wie ihr wisst bin ich wieder Winzer geworden. Nun, kein fränkischer Winzer mit Rebsorten Riesling & Silvaner, sondern ein Steillagen Winzer in Kleiningersheim mit den typischen Rebsorten Trollinger & Lemberger. Ein Rosé wurde abgefüllt, verkorkt, etikettiert und mit einem Siegel verschlossen. Natürlich habe ich die Rosa Rote Winzer Brille auf, aber für Euch habe ich eine Wein Kritik von meinem Chef Gerhard Kiesel herausgesucht.

Ich bin Winzer🍷
Instagram:Mission.Grand.Cru

Feiner Frühlingsduft in der Nase
Angenehm zu trinken feine Saüre leicht Mineralisch Weinberg Boden im Abgang trockenes Flussbett
Gutes Trinkgefühl verlangt nach mehr

Gerhard Kiesel

Eine Auszeit mit der Familie musste natürlich auch sein. Einen kleinen Blogbeitrag habe über diese Erholung in den Tiroler Bergen mit dem Titel Mei.Auszeit geschrieben

So frisch wie der Rosé🍷Santé

Der Sommer kam in grossen Schritten und meine Tour de France mit 1600 Kilometer immer näher. Ich war gut drauf, bis an diesem verhängnisvollen Morgen als ich mich bei einer Euro Palette verhob. Der Rücken blockierte und ich konnte mich keinen Meter mehr bewegen. Ich landete auf der Couch, nichts ging mehr. Nur durch einige gute Tipps von meiner persönlichen Heilpraktikerin Miriam machte ich kleine Fortschritte. Aber ich brauchte Geduld.

Brauchte Geduld ☘️

Die Tour de France 2025 war die 112. Austragung. Sie führte die Fahrer über eine Strecke von 3302 Kilometer Länge und 51.550 Höhenmeter von Lille bis nach Paris und beinhaltet zwei Ruhetage. Meine 1. Tour hatte eine Länge 1600 Kilometer & 12000 Höhenmeter von Bietigheim 🇩🇪über Schaffhausen, 🇨🇭 Yvonand, Aix les Bains, Valréas, 🇫🇷 Lyon, Arc et Senans, Müllheim 🇩🇪 und beinhaltete 3 Ruhetage. Mein persönliches Etappenrennen mit meinem Edelhelfer Stephan und Motorrad Begleitung Micha.

Radbande 🚴🏻🏍️

Der Start am 17. Juli war ein sonniger Morgen. Stephan pumpte die Reifen auf 8 bar, Miri stopfte mir noch ne Banane in die Rückentasche und wünschte uns beiden eine Unfallfreie Tour. Das Tempo war hoch, zu hoch für die ersten Stunden, wir passierten Sindelfingen und Böblingen und kamen der Schweizer Grenze immer Näher. Stephan sah mich nach 130 Kilometer besorgt an, ich pumpte wie ein Maikäfer mit einem schmerzverzerten Gesicht. Ein kleiner Espresso Stopp war jetzt lebenswichtig. Hab’ ich die Beine für diese Tour? Ich kämpfte, machte mich klein im Windschatten, die Schweizer Grenze in Sichtweite, ein letzter kleiner Anstieg, dann rollten wir mit großem Kettenblatt nach Schaffhausen unsere 1. Destination. Micha auf seiner BMW 6 Zylinder K1600 GTL hatte das Gepäck und war verwundert über unsere Geschwindigkeit. “Man Jungs, seid ihr stark,” da wusste er nicht wie ich leiden musste.War ich froh ihn zu sehen.🚴🏻🚴🏻🏍️🇨🇭🏁

Bei der Tour gewinnt nicht der Beste Fahrer, sondern der mit dem besten Team, mit der besten Verpflegung und mit der besten Erholung. Essen, gut schlafen das sind mitunter entscheidende Vorteile. So schlenderten wir in Schaffhausen am Rhein, kehrten direkt am Wasser in einen Restaurant ein, tranken guten Sauvignon Blanc, hörten coole live Musik, diskutierten angeregt über Europa, offene Grenzen, über Freundschaft und fielen hundemüde in unsere Betten, schliefen tief und fest.

Rheinfall 🤩

Ich bin schon so oft mit dem Auto nach Südfrankreich gefahren, wenn ich eine Vignette hatte, auch Mal über die Schweiz. Auf der Autobahn Raststätte maximal einen Toiletten Stopp. Mit dem Rad nahm ich zum ersten Mal die Landschaft, Berge, Flüsse, Schluchten, Städte, Häuser, Kirchen, Tiere und Menschen in mich bewusst auf. Bei jeder Steigung, bei jeder Abfahrt bekam ich ein Gefühl für das Land. Raus aus Schaffhausen am nächsten Morgen ging es gleich die Hügel hoch, meine Oberschenkel brannten, schon jetzt kein gutes Zeichen. Stephan war in seinem Element und spornte mich an nicht zu schwächeln. Immer am Hinterrad, immer im Windschatten. Das nächste Ziel war ein kleines Hotel de la Gare in Yvonand am Neuenburgersee. Bei einem kleinen gemeinsamen Spaziergang am Abend zum Restaurant Colvert erzählte uns Micha von seiner Motorrad Tour. Spannend. Gut schlafen gut frühstücken, die sympathische Chefin verwöhnte uns, wir waren verliebt in Yvonand. Der morgen strahlend blauer Himmel, aber es zogen dunkele Regenwolken über den Genfer See auf. Genau in das Epizentrum des Gewitter führte uns die Tour. Jetzt wurde es gefährlich. Blitz und Donner, wir suchten Schutz. Die nächste Destination wartete, Aix les Bains in den französischen Savoien. Micha hat mit seiner Maschine kurzerhand die Aussichtsplattform Belvedere du Revard besucht und schwärmte von der einmalige Aussicht auf Aix und den Lac du Bourget. Natürlich mussten wir zum Abendessen darauf mit einen Rousette de Savoien anstoßen.🥂Der nächste morgen stopfte ich mir am Frühstücksbuffett alles rein was ich bekommen konnte. Die Königsetappe stand am 4. Tag im Roadbook. Ich fühlte mich gut, erstaunlich gut. Bei jeder Kurbelumdrehung wurde ich stärker

Tour de France 2025

Die Königsetappe, jetzt wurde es heiß, Südwind direkt von vorne, giftige kleine Steigungen der Drôme Provencal, die Sonne brannte, die Trinkflaschen leer…kein Brunnen weit und breit. Wie ein abgehängter Sprinter am Berg. Jetzt nicht aufgeben, das Ziel so nah, Valréas, der Mont Ventoux, die Tour, meine Familie Christa et Hubert, unsere französischen Freunde. Das Smartphone klingelt: “Sebastien, où êtes-vous tous ? Nous vous attendons tous sur la place de l’hôtel de ville. Allez, Allez, Allez, Vive les Radbande,” so motivierte mich Bruno vom Radsport Club aus Valréas auf den letzten Metern😊

Alle so herzlich, alle im Tour Fieber, könnte nicht jeder Tag ein Tour Tag sein? Valentin Paret- Peintre, ein Franzose gewinnt am Mont Ventoux. Derweil besuchte ich mit Micha Domaine Lauribert in der Nähe und probierten uns durch den Keller. Vergleiche von Weinqualitäten zu Automarken wurden uns vom Alten Monsieur Sourdon erläutert. Dieser Rotwein ist ein VW, der eine ein Mercedes und der aller letzte und Beste ein Rotwein aus Alten Grenache und Syrah Reben, gereift in gebrauchten Barrique’s, natürlich ein Rolls Royce🍷😊

Ein Mercedes im Glas🍷

Die Ruhe Tage verflogen wie im Winde. Mistral kündigte sich an. Jetzt aber schnell, ein Abschied, ein Au revoir, die Tour wird in den Alpen entschieden. Wir hatten Lyon vor der Brust. Über die Hügel, ein letzter Blick zurück, der Mont Ventoux in Wolken. Immer an der Rhône lang, der mächtige Fluss, ein Blick auf Tain l’ Hermitage, berühmte Granitfelsen auf den die Rebsorte Syrah so grosse Weine hervorbringt. In Lyon rasen wir mit großem Kettenblatt in das Alte Stadtzentrum, an Staus und parkenden Autos vorbei erreichen wir unser Hôtel Académie. Im Augenwinkel sehe ich die schöne BMW von Micha am Place Vieux Lyon parkend. Er ist schon da. Wir freuen uns. Wir sind vereint. Lyon, die Vorratskammer Frankreich. Paul Bocuse hat die Novelle Cuisine erfunden, sein Restaurant nicht weit. Wir schlendern entlang der Fußgängerzone, lassen uns treiben in diesem Viertel voller Geschichte. Ein kleines Restaurant, ein witziger Typ, keine Sterneküche. Aber ein Crozes Hermitage im Glas.🍷 Was will man mehr. Am nächsten Tag, ich muss nicht mehr erwähnen das wir ein feines Frühstück hatten! Jetzt musste es auch Mal schnell gehen. So rasten wir die Route National entlang ohne Espresso Stop in das Jura hinein. Zu den königlichen Salinen. Nach Arc et Senans, Hotel Restaurant Vertteiulle. Ein köstliches Bresse Huhn und ein Vin Jaune von Chateau Chalon feierten wir die französischen Küche und waren uns einig: besser geht’s nimmer 😉

Wie bei der Tour de France nach Paris – die letzte Etappe. Ein Nichtangriffspakt. Die Trikots Farben sind verteilt. Pogacar gewinnt gelb, das gepunktete Bergtrikot geht auch an Tadej Pogacar, das Grüne für den besten Sprinter an Jonathan Milan und erstaunlich, das Weiße für den besten Nachwuchsfahrer an den jungen Deutschen Florian Lipowitz. Wir haben nach Jahren, nach dem großen Jan Ullrich wieder einen Rennfahrer für den Gesamtsieg. 💪🏻Wir querten den Rhein, ein Grenzsoldat mit Maschinengewehr im Anschlag begrüßte mich mit Augenzwinkern, wir waren wieder in Deutschland. Ein letzter Abend im Restaurant Zur Post in Müllheim, ein gutes Glas Rotwein vom Martin Wassmer aus dem Markgräfler Land. Ein letztes Glas, ein Santé auf unsere gemeinsame Reise, eine kleine Rede vom Micha, Worte die mich sehr berührten, ich hatte Tränen in den Augen 🚴🏻🚴🏻🏍️🏁

Tränen in den Augen 💞

Wie soll man nach so einer Reise wieder den Alltag leben ….Das Geschäft wartet, Montag morgen stand ich im Leergut und sotierte Flaschen. Nur nicht abheben. Mein Weinberg sollte auch Mal den Winzer sehen. Meine Lemberger Trauben in der Steillage Kleiningersheimer Schlossberg sahen gut aus. 2025 wird ein guter Jahrgang. Felix Csicsai der junge Winzer zeigte mir noch die letzten Kniffs um daraus einen großen Wein zu machen. Lemberger Papst Rainer Wachtstetter hatte noch ein gutes Barrique Fass und gab mir spannende Einblicke in seinen Keller

Das Jahr neigt sich dem Ende, der Frost kam über Nacht, die Reben haben die Blätter abgeworfen, Zeit wieder in den Weinberg zu gehen. Die Reben brauchen wieder den Winzer. Mit der Felco Schere in der Hand lege ich den Grundstein für den nächsten Jahrgang 2026. Was wird sein, was wird passieren, das weiss ich nicht, aber ich weiß, es wird gut.

Bleibt gesund, bleibt mir treu. Frohe Weihnachten🎄 und einen Guten Rutsch 🎆

Eurer Basti (Der Coach)

Zweitwein

Steillagen Retter⛑️

Fotogalerie 2025 auf meinem Smartphone

Reims

Wind of Change 🚴🏻🇫🇷🌬️

Wind of Change 🔆

I follow the Moskva
Down to Gorky Park
Listening to the wind of change
An August summer night
Soldiers passing by
Listening to the wind of change

Wie ein grosser Fischschwarm gleitet mein Peloton die kurvigen Straßen der Drôme Provecal entlang. Hochkonzentriert, den Lenker fest im Griff trete ich in Pedale. Der Mistral weht in Sturm Böen über unseren Köpfen. Gefährliche Seitenwinde, ich kämpfe, nutze die ganze Breite der Straße. Fühle mich wie ein alter Kahn auf Hoher See, die Wellen bestimmen mein Rythmus. Nur nicht abreißen lassen, der Kalte Wind frisst sich in meine Glieder, jetzt kommt er direkt von Vorne, mach mich klein, sehr klein auf meinem Merida Reacto. Das Rennen ist eröffnet, La Corima ist gestartet und ich bin Mitten drin, im Zentrum des Orkan.

La Corima, das Rennen, jedes Jahr Ende März in Montélimar ist der erste Höhepunkt der Radbande, genannt: die #strombergbuben. An meiner Seite Michel (The Legend), Thomas, Jugendleiter der Stuttgardia und Marco, (Porthos) uns noch gut in Erinnerung vom letzten Jahr, dort hat er unseren Rookie Wilhelm über die Berge gezogen. Ein unvergessenes Wochenende steht uns bevor. Die 4 Räder auf dem Fahrradträger verstaut, im Kofferraum hat Thomas, seine schnelle Rennmaschine versteckt, er ist für jedes Terrain gerüstet. Mit Marco wird er sich auch an der 100 km langen Gravel Tour beteiligen, eine neue Herausforderung im Programm der Organisatoren der Kultveranstaltung “La Corima.” Über dieses Wochenende möchte ich euch gerne berichten.

Vieles nehmen wir für  selbstverständlich, vieles ist verfügbar, wir haben alles. Uns geht es gut. Wir haben Reisefreiheit, Meinungsfreiheit. Eine ganze Generation hat dafür gekämpft. Und doch ist der Mensch unzufrieden. Eine neue Generation weiss nicht, was es bedeutet, nicht Frei zu sein. Es gab eine Zeit, die ist noch nicht lange her, die jeder von uns erlebt hat, da gab es noch unerfüllte Träume. Ost und West war geteilt, eine Mauer mit Stacheldraht und Selbstschutz Anlage trennte Deutschland. Der junge Thomas diente in der Nationalen Volksarmee (NVA). Einmal Hamburg sehen, einmal unterm Eifelturm, Sehnsuchtsorte, einer ganzen Generation. Eines Morgens kam er zum Dienst. “Die Grenze ist offen,” rief ein Feldwebel. “Ihr spinnt doch alle,” murmelte er ungläubig in sich hinein. Wenige Wochen später machte Thomas sich mit Freundin in seinem alten Lada ohne Geld auf den Weg die neue Welt, die neue Freiheit zu erobern. Seine Träume zu leben. Kurz vor Paris ging das Benzin zu neige. Mit einem Liter Spiritus vom Camping Kocher fing der Lada wieder an zu laufen und unter grossem Applaus wildfremder Menschen fuhr er unterm Eifelturm. Was war das für eine schöne Zeit.

Alle, die von Freiheit träumen
Sollen's feiern nicht versäumen
Sollen tanzen auch auf Gräbern
Freiheit, Freiheit
Ist das Einzige was zählt

Heute ist uns der Applaus von Mama Christa und Anthrosoph Hubert sicher. Sie begrüßen uns freudig, die provencalische Sonne lacht, Fritzie der Familienhund wedelt, die Pinien wehen sanft im Wind. Bienvenue á Valréas 🇫🇷.Nach einem Petit Café gehen wir Vier auf eine kleine Willkommen’s Runde. Die Beine lockern, die klare Provencalische Luft einatmen, die letzten Sonnenstrahlen genießen. Herrlich.

Ich war noch nie auf dem Mont Ventoux, murmelt Marco am Abendessen und schlürft weiter die leckeren Metzger Maultaschen. Ich muss da hoch. Ja, aber wir haben März, der ist Schneebedeckt und Mistral kündigt sich an, erwidere ich Kopfschüttelnd. Von Sault, die Ostseite hoch ist sicherlich möglich, ergänzt Thomas. OK, dann entlang im Tal der Toulourenc und die Nordseite nach Malaucène herunter. Wird sportlich, aber jeder muss Mal den Berg der Winde bezwingen, auch wenn der Pass gesperrt ist und der Gipfel Schneebedeckt.

Tal de Toulourenc

Wir sind gut drauf, nach Baguette, Croissants und Petit Café und freuen uns auf die Tour zum Giganten, zum Mont Ventoux. Die Reifen auf 8 bar, die Trinkflaschen gefüllt, rollen wir entlang kleiner Straßen in das das Tal der Toulourenc, die ersten kleineren Cols ist ein kleiner Vorgeschmack was noch auf uns wartet. Die Ausblicke erfreuen unser Herz, der Blick zum Gipfel Kreuz zeigt uns den Weg. In Sault beginnt der Anstieg, jeder fährt sein eigenes Tempo, jeder ist jetzt auf sich allein gestellt. Schnell erreichen wir Chalet Renard, huschen unter der  Passsperre durch und haben noch die berühmten 6 km in der offenen Steinwüste des Mont Ventoux zu bewältigen. Der Berg der Winde wird seinen Namen gerecht. Mit Böen von Spitzengeschwindigkeiten über 80 Stundenkilometern ist der Wind der Gegner an diesem Tag im März. Mit jeder Kurbel Umdrehung kommen wir dem Gipfel näher, er ist schon zum greifen nah. Noch ein, zwei Kehren, am Denkmal von Simpson 🕊️vorbei (Put me Back on my Bike) holen wir unsere letzten Kraftreserven heraus, ein letzter Schluck aus der Trinkflasche. 1909 Meter hohe Gigant ist bezwungen. Von der Bucket Liste gestrichen! Ein schnelles Foto und mit dem Wissen, die Nordseite ist unpassierbar, der Schnee noch Meter hoch, geht die rasante Abfahrt die Südseite nach Bedoin im atemberaubenden Tempo herunter 🚀.

In Valréas warten schon unsere Freunde vom Radsportclub VCV bei Käse und Wein.  Michel (The Legend) hat die Betreuung übernommen. Ausführlich wird unsere  Tour erzählt, die ein oder andere Anekdote hinzugefügt, eigene Erfahrungen und Erlebnisse jedes einzelnen Radrennfahrer bereichert den geselligen Abend. Mit dem Versprechen im Mai 2026 mit der Radbande nach Valréas zum Jumelage Austausch zwischen den befreundeten Städten Sachsenheim und Valréas zu kommen geht ein fröhliches Radsport Treffen zu Ende.

Gravel

100 Kilometer Gravel. Das Wort kommt aus dem englischen und heißt übersetzt: Schotter. Eine neue Sportart, abseits befahrener Straßen besonders im Winter sehr beliebt. Thomas kommt aus dem Cyclo Sport und hat das nötige Talent und Können. Er hat sich auch schon für die kommende WM qualifiziert. Marco auch ein leidenschaftlicher Gravelfahrer ist mit ihm an seiner Seite und so gehen sie auf unbekanntes Terrain, über Stock und Stein, über kleine Hügel, tiefe Schluchten entlang der Rhône. Ich bin derweil mit Michel in die kulinarischen Köstlichkeiten Frankreichs eingetaucht, schlenderten gemütlich  entlang feiner Marktstände und machten auf unsere weiße einen feinen Espresso Stop.

Am Renntag, der Mistral hat nochmal an Geschwindigkeit zugenommen. Die Organisatoren sind kurz davor das Rennen abzusagen. Ich hol mir meine Startnummer, 1477 so meine Nummer, rolle zu meiner vorgesehenen Startposition, hunderte Rennradfahrer stehen schon vor mir in  ihrem Startblock, können es nicht erwarten, Nervosität liegt in der Luft. Thomas verabschiedet sich, wünscht mir Glück, ist im grossen Rennen über 150 km gemeldet und startet 15 Minuten früher. Mein Rennen nennt sich Gobik, hat eine Distanz von 120 km und ist nach einem französischen Trikot Hersteller benannt. Nach mir Startet  Sesam, ein Rennen über 92 km. Der Stadionsprecher begrüßt Lorant Jalabert, der berühmte Rennradfahrer aus den Neunziger Jahren, Gewinner Mailand – San Remo, Vuelta und unzählige Tour Etappen. Jalabert warnt vor den Böen, besonders von der Seite mit 90 Stundenkilometern können sie selbst erfahrene Rennradfahrer gefährlich werden!

Ich muss eine gute Gruppe erwischen, nur im Peloton kann ich dieses Rennen überleben. Die ersten 50 km sind geprägt von starken Seitenwinde, teilweise direkt von Vorne. Starke Jungs übernehmen die Führung, müssen im Mittel 100 Watt mehr treten. Ich hab Mühe mich zu behaupten, am Hinterrad zu bleiben. Erst in den Bergen sind wir geschützt, ich muss dem Tempo der ersten 2 Stunden Tribut zollen, oder war die Tour zum Mont Ventoux nicht die beste Vorbereitung, nicht die beste Idee? Nach einer kleinen Verpflegungspause nehme ich gestärkt mein Tempo wieder auf, von hinten schließen sich starke Jungs auf und im Sinne des belgischen Kreisels rasen wir jetzt teilweise mit Rückenwind dem Ziel entgegen.Ein höllisches Tempo wird angeschlagen, auf gerader Strecke zeigt mein Rad Computer annähernd 60 Km/h an. Ungläubiges staunen. Auf der Zielgeraden in Montélimar bereite ich mich auf den Zielsprint vor. Wie einst ein Greipel, wie ein Zabel lege ich einen dicken Gang ein und Stürme aus dem Windschatten dem Ziel entgegen. Gagné🏁🇫🇷

Verpflegung Station

Im Salle de Fête kommen alle Helfer, alle Polizisten, Streckenposten, alle Rennradfahrer zusammen. Ich genieße die Atmosphäre, ich genieße mein Menü und wie soll es anderes sein in Frankreich 🇫🇷gibt es auch ein Gläschen Rouge 🍷 Santé

Am Abend kommen wir alle zusammen kochen ein zartes französisches Landhuhn, trinken ein Glas 2020 amitie. von Domaine Maximilian 🍷reden über Gott und die Welt. 4 Tage mit guten Freunden, mit guten Radsportlern, mit guten Gastgebern, in einem Land wo die Zitrone blühen oder das Leuchten des Lavendels uns blendet. Wir haben unsere Träume gelebt. Merci

Bleib mir treu, bleibt gesund

Der Coach (Basti)

Au revoir

Die Zweite Luft

Musik an der Strecke 🎙️🎶
Freunde🇩🇪🇫🇷

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